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CH‘AHOM – Anthropic Rites of Sublimation (2026)

(10.423) Phillip (9,5/10) Black/ Death Metal


Label: 20 Buck Spin
VÖ: 18.09.2026
Stil: Black/ Death Metal






Wer in den letzten Jahren seine Ohren am deutschen Death Metal- Untergrund hatte, ist wohl kaum an CH’AHOM vorbei gekommen. Dieser sehr eigenwillige Mix aus dem Themengebiet des pre-spanischen Süd- und Mesoamerikas, feinem Abrieb aus Black Metal und einer gehörigen Kelle Höhlen-Death Metal geht zugegeben zäh ins Ohr und beim Vorgängeralbum zündete das Material auch nicht sofort. Dafür aber später um so gewaltiger und auch nachhaltiger, wenn man sich ein wenig eingewöhnt hat. Dementsprechend groß war meine Freude darüber, dass nun dieses Zweitwerk ansteht.

Anthropic Rites of Sublimation heißt es und erzählt die Geschichte von vier Reichen, die sich um ein kosmisches- multidimensionales Cenote bilden. An dieser Stelle braucht man mir schon nicht mehr erzählen, ich bin sofort an Bord! Noch besser ist allerdings, dass das Album nicht etwa mit so Pseudoweltraum-Vaporwave startet, sondern mit mutmaßlich indigenen Instrumenten Amerikas, die einen sofort in den Bannkreis des Geschehens ziehen. Und dann böllern bereits die elektronisch verstärkten Instrumente los. Wir sind direkt mittendrin, die Gitarren erzeugen eine Art hypnotischen Sogeffekt, der Gesang ist leicht nach hinten gerückt und brüllt einen direkt aus dem Auge des Sturms an, hin und wieder ergänzt durch exzellent gesetzte, weiter hinten gemischte Chöre.

Die Atmosphäre ist zum Sägen dick, mit herkömmlichem Schneidwerkzeug kommen wir hier nicht durch. Ein Song greift in den anderen, wie die ineinander übergehenden Grenzen der Reiche, die sie besingen. Dabei sind die Songs eins bis vier als Vorstellung der Reiche zu sehen, mit unterschiedlichen Motiven zu Beginn der Songs (Cult of Xaman und besonders einprägsam und hervorzuheben Priests of Lik’in). Lediglich Insemination fällt schon aufgrund der Spiellänge aus der Reihe und kommt insgesamt nicht ganz so tosend daher, gönnt sich auch mal Ruhe und greift einige der vorangegangenen Themen wieder auf.

Da wir jetzt also dem künstlerischen Anspruch des Albums gebührend und völlig verdient gehuldigt habe, nun zu den Gefühlen: Dieses Album würde einen verschlingen wie ein, nunja, bodenloses Cenote mit kosmischem Zugang, würde die recht straffe Gesamtspielzeit dem Treiben nicht gerade so rechtzeitig ein Ende setzen. Dieses Album hat alles, was man als Höhlen-Death Metal Aficionado haben möchte und bietet gleichsam noch viel mehr, mitreißende Blasts zum Beispiel, komische Blasinstrumente, wohl dosierte Pinch-Harmonics, Chöre, ein paar Black Metal Tremolos und, Obacht, einen hörbaren, unaufgeregten Bass. 

Wer das hier also verpasst und dumm aus der Wäsche schaut während CH’AHOM (hoffentlich) im nächsten Jahr die größeren Festivalbühnen oder Tourpackages erobert, der ist selbst schuld! Es sei an dieser Stelle zu vermerken, dass bereits jetzt, beziehunsgweise, seit längerem, der bandeigene Merchstore bei Bandcamp komplett gepkündert ist, das lässt auf kommendes, noch größeres Aufsehen schließen. Ich, für mich, war nach dem gelungenen Erstlingswerk, sehr gespannt und was dabei am Ende herumgekommen ist, ist einer dieser eher seltenen Fälle bei dem meine Erwartungen praktisch pulverisiert wurden.

Anspieltipps:
🐍 Eine halbe Stunde Vollbedienung hat jeder Zeit


Bewertung: 9,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Cult of Xaman 
02. Reign of Nohol 
03. Priests of Lik'in 
04. Chosen of Chik'in 
05. Insemination



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