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CARTILAGE – Operating Altar (2026)

(10.422) Phillip (8,0/10) Grind/ Death Metal


Label: Everlasting Spew Records
VÖ: 11.09.2026
Stil: Grind/ Death Metal







Komplett überraschend und natürlich ohne Vorbereitung hat mir Sir Olaf MacBowsky praktisch Sekunden vor seiner wohlverdienten Abreise ins Land des Haggis und des Whisky diese Promo in den Ordner bugsiert. Nach dem initialen „Kenn ich nicht“ und einem kurzen Besuch bei den allwissenden Archiven war mein Interesse allerdings geweckt. Zum ersten ist jede Probe dieser Band quasi eine Familienfeier, nur der Drummer ist nicht innerhalb der Band verheiratet, verwandt oder verschwägert, zum zweiten macht die Truppe einen stimmigen, leicht klischee-behafteten Grind-Eindruck, der kurzweiligen Spaß für zwischendurch verspricht.

Thematisch zieht sich ein blutig roter Faden durch das Album. Wir verfolgen die Geschehnisse um Matthew Krolmarks Alpträume und die damit verbundenen, grausamen Entdeckungen an der St. Petersen’s University. Ohne Lyric-Sheet wird die Nummer schwierig nachzuvollziehen sein, denn Mark Wallace keift und growlt sich dermaßen rasant durch die Texte, dass man die Nummern andernfalls zigmal hören muss, um bei der Geschichte dranzubleiben.

Aber auch das ist absolut kein Problem, besser noch, es ist sogar empfohlen. Denn der Anzahl an wuchtigen und pfeilschnellen Riffs ist sonst kaum zu folgen. Das Ehepaar Flory hat hier ganze Arbeit dargeboten und entfacht mit Trommelmonster Adam Houmann einen formidablen Wirbelsturm aus kanalisiertem Krach. So werden alle Songs zu Kleinoden musikalischer Gewalt, aber stets mit Köpfen. Ganz selten regiert mal der stumpfe Groove wie in The Sanguine Fiend.

Danach und davor jagt ein Riff das nächste in wahnsinniger Geschwindigkeit, meistens gerade so zusammengehalten vom Drummer, der aber auch noch Zeit findet ein paar kleine Akzente zu spielen. Kurzum: Man hat keine Zeit, zu überlegen warum man das jetzt doof finden sollte, dafür passiert einfach viel zu viel geiler Scheiß, gebt euch A Lymphatic Labyrinth of Roiling Rot und ihr wisst

Durch die konsequent hohe Geschwindigkeit verfliegt die Spiel- und Spaßzeit im Nu, was enorm schade ist, insbesondere weil das Promo-Exemplar, mit dem wir bemustert wurden, einfach ohne Track acht und neun auskommen muss. Da hat man grad Blut geleckt und wird dann am ausgestreckten Arm verdursten müssen. Oder man scheppert sich die ohnehin saustarken sieben bisherigen Schnetzelwerke nochmal und nochmal auf repeat rein und wartet geduldig bis zum Erscheinungstermin.

Dennoch: Das drückt ein wenig den Gesamteindruck, auch wenn die Band dafür nicht wirklich was kann. Was sie aber kann, ist nächstes Jahr eine Festivalrutsche durch Europa spielen, denn das Material kann live einfach nur unheimlich reinklatschen und für gute Laune im Pit sorgen. Mit all den technischen Sperenzchen und Feinheiten bauen sich CARTILAGE allmählich ihre eigene kleine Nische, bitte weiter so!

Anspieltipps:
🦴 Metal, Bone, and Sinew
🪓 The Autopsy: A Surgical Sonata
💣A Lymphatic Labyrinth of Roiling Rot
 


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Metal, Bone, and Sinew 
02. S.C.D. (Sudden Cardiac Death) 
03. The Autopsy: A Surgical Sonata 
04. The Sanguine Fiend
05. A Lymphatic Labyrinth of Roiling Rot 
06. Among the Offal 
07. Anatomical Incantations 
08. The Operating Altar
09. Stitch by Stitch



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