HKSPK – Heimkehr (2026)
(10.418) Maik (8,0/10) Blackend Death Metal
Label: D.I.Y.
VÖ: 11.09.2026
Stil: Blackend Death Metal
Mittlerweile bin ich es ja gewöhnt, dass schwarzmetallische Bands mit fünfbuchstabigen Namenskonstrukten daherkommen, die für mich unverständlich und unerklärbar sind. Deshalb habe ich auch gar nicht großartig darüber nachgedacht, als mich die Promo der Band HKSPK erreichte. Wider Erwarten habe ich über diesen Namen nun doch Erleuchtung erfahren, dank Metal Archives.
Da HELLO KITTY SCUM PORN KILLER erstens für Black Metal etwas unevil klingt, sich zweitens auf Dauer recht sperrig aus der Fressleiste quält, ergibt die Abkürzung hier auch einen Sinn. Der Rezensent freut sich jedenfalls über die Vereinfachung. Die Band kommt aus der Brandenburger Gegend und existiert seit 2023. Fleißig scheint sie auch zu sein, denn das am 11. September erscheinende Album „Heimkehr“ ist schon der zweite Langdreher des Trios.
HKSPK agieren in der Schnittmenge zwischen Black Metal und Death Metal, wobei die Grenzen verschwimmen und auch gern mal in Richtung Thrash gehen können. Doch zunächst beginnt es stimmungsvoll mit einem Intro namens „Prelude“, wohl um den Hörer in scheinbarer Sicherheit zu wiegen. Doch dann bricht die Wucht los, denn der erste Song „Torture“ sägt ein schönes Black Metal- Riff ins Gelände, in welches der Gesang fies einstimmt.
Gelegentlich überschnappende und hysterisch wirkende Vokaltöne erinnern etwas an die erste HELHEIM oder FORGOTTEN WOODS. Der Song macht schon mal gewaltig Alarm und ist auch in weniger als zwei Minuten abgearbeitet.
„White Secretions II“ kommt etwas gebremster daher, hat rifftechnisch schon mehr vom Death Metal, erinnert mich in einigen Abschnitten an BOLT THROWER oder frühneunziger Grind Death Monster. Der „Sonnenjäger“ dürfte dann bei Freunden des amerikanischen Death Metal und auch der schwedischen HM2- Fraktion ganz gut ankommen. Dann ist ein kurzer Stilwechsel angesagt, denn „Kill The Weak“ hat etwas von Black’n’Roll – Phase von DARKTHRONE, sowohl vom Riffing als auch vom Gitarrensolo her. Oder eben von Bands wie BITCHHAMMER. Ja, ich glaube, das passt ganz gut.
Deutlich schleppender und fast doomig kommt das nun folgende „Rot In Despair“ rüber, verbindet die gloomy Atmosphäre des Doom mit der Finsternis des Black Metal. Interessant auch der Schlussteil, welcher mit einem mittelalterlich wirkenden Akkustikpart eingeleitet wird, dessen Melodie dann von der Riffgitarre übernommen wird und zuletzt in einem Crescendo endet. Hat mich ein wenig an die frühen DESASTER erinnert. „Rain In The Face“ ist dann wieder ein typischen Black Metal Track, der tief im Morast der frühen Jahre watet, auch hier fallen mir wieder FORGOTTEN WOODS ein. Der Rausschmeißer und gleichzeitig Titeltrack „Heimkehr“ beginnt wieder mit verträumten Klängen und Sprechgesang und man meint, dies sei nun der Abgesang des Albums. Doch weit gefehlt, denn nach knapp einer Minute packen HKSPK noch mal den Schwarzmetallhammer aus und ziehen mit dem über sechs Minuten längsten Song des Albums noch mal alle Register.
Von bösigem Black Metal bis hin zu fast darkwaviger Melancholie dreht die Band noch mal an allen möglichen Empfindungsreglern des Hörers. Gerade in dem Moment, als man denkt, nun klingt die Scheibe besinnlich aus, wird noch mal die rostige Säge aus dem Baum gezogen und schön finster losgebrezelt.
Das Album ist nur etwas über fünfundzwanzig Minuten lang, bietet in dieser Zeit aber ein abwechslungsreiches Programm. Die verschiedenen ins Songwriting eingeflossenen Subgenreelemente wirken nicht zusammengestückelt und bieten ein kompaktes Programm, welches man sich gern auch mal öfter anhört. Wer auf klassischen Black Metal abfährt und auch den düsteren Ergüssen des Death Metal nicht abhold ist, sollte hier unbedingt einmal reinhören.
Anspieltipp:
🔪 Torture
💉 Kill The Weak
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Prelude
02. Torture
03. White Secretions II
04. Sonnenjäger
05. Kill The Weak
06. Rot In Despair
07. Rain In The Face
08. Heimkehr

