LUDGAR – Violent Visions (2026)
(10.437) Phillip (6,5/10) Black/ Thrash Metal
Label: Dying Victims Productions
VÖ: 25.09.2026
Stil: Black/ Thrash Metal
Leckofant, ein Coverartwork, dass dir bereits nach einer halben Millisekunde entgegenschreit, dass „DYING VICTIMS!!!“. Dazu ein Bandname der, rückwärts gelesen, locker der Name eines Orkhauptmanns aus „Der Herr der Ringe“ sein könnte. Vorwärts auch. Sympathisch sieht es obendrein auch aus, und dann kommt die Truppe auch noch aus der Steelcity Linz! Hier kann doch eigentlich nicht viel schief gehen, oder? Andernfalls könnte das Debüt Violent Visions
auch zu sehr nach ähnlich gelagerten Truppen aus der Nachbarschaft klingen. Finden wir’s raus!
Das Intro kommt bedrohlich okkult daher und wenn man sich die Halunken mal anschaut, ist es genau das Image, was LUDGAR wollen.
Enchanted by Decay fetzt dann auch gebührend los und, so viel sei vorweggenommen, LUDGAR können auf diesem Album exakt zwei Geschwindigkeitseinstellungen: zügig und schnell! Dazu gesellt sich im Sound ein durchgängiges Geschepper der Becken, Jakob Steidl, bekannt von DÜSENJÄGER und natürlich VENATOR, drischt einfach auf alles ein, was sich in seiner Peripherie befindet. Selbstverständlich ohne jegliche Ausfälle im Timing, nur den Sound muss man halt mögen. Oldschool as fuck trifft es womöglich noch am besten. Eine leicht punkige Attitüde steht im Allgemeinen auch den Saiteninstrumenten sehr gut und ich bin fest überzeugt, dass mir die Mischung live richtig gut reingegangen wäre.
Auf Platte macht mir hier Sänger Lukas Höller einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Nicht, dass ich halligen Kreischgesang jetzt irgendwie blöd fände, mitnichten, aber hämmert euch mal Fire and Wrath ins Gehirn und sagt mir, dass die nicht nur hier vorkommenen Oooooooohooooooaaaas und Aaaaaahhhoooooooohoooos gut klingen würden. Mir jedenfalls verging im Zuge dessen deutlich der Spaß an der Nummer und lenkt mich zunehmend von den pfeilschnellen Riffattacken ab.
Mehr noch, irgendwann nervte mich dieses Gekreische regelrecht. Nicht, weil es Gekreische ist, sondern weil es so uninspiriert und austauschbar klingt. Sicher, der Mann brennt für die Sache, das steht in allen Ehren und ich finde es auch toll, wenn Leute mal was anders machen, dennoch: Bitte lass das sein und mach was Geiles!
Am Ende steht also ein Album, was ab der Hälfte zunehmend ideenlos wirkt, nur halt bei enorm hoher Geschwindigkeit. Wer richtig Bock hat, sich mit ein paar bekutteten Bekannten unter, sagen wir, einer Autobahnbrücke, im Beisein von einer utopischen Menge Getränken mit glücklichen Männern drauf die Fliesen neu zu verfugen – das hier ist euer Soundtrack! Schnell, mitten in die Fresse, kurzweilig aber auch nicht mit den Widerhaken ausgestattet, um längerfristig interessant zu bleiben.
Anspieltipps:
🧫 Enchanted by Decay
💀 Black Torture
Bewertung: 6,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Incantatio
02. Enchanted by Decay
03. Violent Visions (In the Claws of Ergot)
04. Skull Splitting Sodomy
05. Fire and Wrath
06. Serpents Poison
07. Molochian Rites
08. Forces of Abhorration
09. Black Torture
10. Abyssopelagic Descent

