CRITICAL DEFIANCE – Rivers Of Blood (2026)
(10.435) Maik (8,1/10) Black Thrash Metal
Label: Dying Victims Productions
VÖ: 25.09.2026
Stil: Black Thrash Metal
Seit 2010 gibt es CRITICAL DEFIANCE schon und hat sich bisher sehr gut vor mir verstecken können. Diesen Schandfleck auf meiner metallischen Grundausbildung möchte ich nun tilgen, und so gelangte das mittlerweile vierte Album der Chilenen in meiner Agenda.
„Rivers Of Blood“ heißt die Scheiblette, und zusammen mit dem Coverartwork weist der Titel direktemang daraufhin, dass hier nicht zum Blumenpflücken eingeladen wird. Zunächst wirkt es allerdings so, denn das Intro namens „Red Omen“ wird durch Akustikgitarrenklänge bestritten, mit denen uns die Südamerikaner wohl einlullen wollen.
Aber nicht mit mir, Muchachos! Durch Plattentitel und -cover vorgewarnt, erwartete ich eine ordentliche Granate. Doch der Fünfer setzt meinen Erwartungen noch einen drauf, denn was jetzt losbricht, ist ein wahrer Sturm aus Black und Thrash Metal, der fein die Ohrmuscheln freibügelt. ‚Defiance‘? Das ist kein Widerstandskampf, das ist ein Frontalangriff, bei dem aus allen Rohren geschossen wird. „Innate To Kill“ nennt sich die rasende Abrissbirne und die lässt nur Trümmer übrig.
Da man ja nicht auf Dauer mit 2 Mach über das Schlacthfeld bügeln kann, beginnen CRITICAL DEFIANCE den nächsten Song namens „The Feeling Destroyer“ etwas getragener, drücken den Schalthebel aber schon nach ein paar Takten wieder auf Maximalschub. Irgendwie zwischen DESTRÖYER 666 und IMPIETY aus Singapur. Zum Ende kommt dann wieder der Akkustikgitarrist aus seinem Bunker und bestreitet das Finale des Songs.
Fast hymnisch und im Midtempo gestaltet sich der Titelsong. Hier haben CRITICAL DEFIANCE die rasenden Kampfwagen durch gemächlich durchs Dickicht walzende Panzer ersetzt. Weniger rasant, aber keineswegs weniger zerstörend. Doch auch das Kampfgebrüll des Vokalkommanders versetzt jeden potenziellen Gegner in Angst und Schrecken. Alle, außer dem Akustikgitarristen, der schelmisch grinsend hinter einem schützenden Felsbrocken den Song abschließt.
Der hat zu Beginn von „Valparaiso“ ein paar Kumpels mitgebracht, die nette renaissancebeeinflusste Entspannungsmusik darbieten. Es wäre natürlich ein Fehler, jetzt die Ballettschuhe anzuziehen, denn nach knapp anderthalb Minuten fangen CRITICAL DEFIANCE an, euch mit schweren Nagelstiefeln auf den Schweißmauken herumzustampfen.
In der Mitte des Songs entwickeln die Chilenen eine Art Frickelwut und wildern kurz im Progressive Thrash. Wenig später verirrt sich die Band in eine Art psychedelischem Ambient, als würden sie sich erstmal eine riesige Bong genehmigen. Trallala. Sogar der Akustikklampfer scheint kurzzeitig in Trance zu wandeln, bevor er dann wieder loslegt. Kurz darauf kommt auch der Rest der Band wieder auf Zack und brezelt den Song zum Finale.
Dergestalt wieder auf Maximallast gebracht, beginnt mit „Dead Tongues“ auch wieder die Raserei und die Combo metzelt sich wieder ungestüm übers Schlachtfeld. Zwischendurch gibt es mit „Ceremony Of The Final Call“ noch ein Instrumental, bei dem auch der Akustikklampfer wieder mitwirkt.
Der ist auch nicht totzukriegen, weshalb er auch die Schlussakkorde des letzten Titels „Glorify War“ bestreitet, nachdem sich die Band kurz in Gefilde von MARDUKs „Panzerdivision…“ begibt und dem vielversprechenden Titel alle Ehre macht.
„Rivers Of Blood“ ist ein gewaltiges Geschwindigkeitsmonster, welches mit Brachialität, aber auf hohem technischen Niveau, alles glattbügelt. Dies wird durch gelegentliche Akustikeinlagen gewürzt, die jedes Mal wie die Ruhe vor dem Sturm wirken. Das lässt die Scheibe aus ähnlich gepolten Alben herausstechen, was ja heutzutage auch nicht wirklich leicht ist.
Anspieltipp:
🔪 Innate To Kill
👅 Dead Tongues
Bewertung: 8,1 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Red Omen (Intro)
02. Innate To Kill
03. The Feeling Destroyer
04. Rivers Of Blood
05. Valparaiso
06. Dead Tongues
07. Ceremony Of The Final Call (Instr.)
08. Glorify War

