GREEN LUNG – Necropolitan (2026)
(10.434) Phillip (6,0/10) Stoner Rock
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 11.09.2026
Stil: Stoner Rock
Also das Cover sieht ja schon mal scharf aus und eine Band die deutlich im Fahrwasser von Black Sabbath zu verorten ist, ist per se ja schon mal nicht verkehrt unterwegs. Green Lung sagten mit bisher musikalisch nämlich nichts, obwohl Stoner- Kram durchaus auch zu meinen Hörgewohnheiten zählte, insbesondere als der Spinat des Satan häufiger auf meinem Tellerchen landete. Als Green Lung 2017 gegründet wurden, war diese Zeit meinerseits längst passé und so liegt es vielleicht auch daran, dass ich nicht mitbekommen habe, wie diese Londoner seitdem bereits drei Alben veröffentlicht haben.
Das Vierte hört auch den sehr schönen Namen Necropolitan und legt nach einem filmreifen Intro breitbeinig los. Beschwingt führen uns die Sabbath- Epigonen durch souverän zu Ende gedachte Songs die punktuell durch eine sehr gut passende Orgel verstärkt werden. Die Refrains werden mit Nachdruck und Grandezza ins Hirn massiert, von einer Band, die im Gesamtbild stimmig abgemischt ist, lediglich die Gitarre sollte, grad in diesem Genre vielleicht etwas gefährlicher klingen.
So schreiten wir leicht nickend voran bis Together in Death, dem immerhin sechsten Titel, und müssen nach dem Genuss dessen feststellen, dass genau eine Sache, die ich mir besonders während dieses Songs erhofft habe, nicht passieren wird. Nämlich das Schalten in den fünften Gang. Das Maximum an Geschwindigkeit und angesleazter Lässigkeit ist nämlich mit dem Beginn von Ozymandias erreicht, dem in der Strophe direkt die geile Orgel abgedreht wird.
Es folgt ein ernüchternd schnarchiger Refrain, was sehr schade ist. Auch das folgende Alostrael /Be My Babalon) möchte, trotz vielversprechendem Beginn, gerne nicht aus den Puschen kommen und rockt so recht ereignisarm vor sich hin. Da ist es dann direkt frech, dass ein an sich sehr guter Song wie das finale To The Gallows Born am Ende kaum zur Geltung kommt.
An dieser Stelle ist es mit wichtig zu erwähnen, dass spielerisch natürlich alles top ist, die Soli sitzen, die Rhythmusfraktion ist punktgenau unterwegs, nur mit dem Sänger Tom Templar werde ich nicht so recht warm. Doch Green Lung wirken auf mich, als hätten sie regelrecht Angst ihre Mucke ein wenig eskalieren zu lassen. Hier ist alles strengstens durchgeplant und objektiv nicht schlecht, aber packend geht anders. So klingen sie wie diese seltsamen Bands die bei Dorffesten wippend und wiegend Klassiker der Pop- und Rockgeschichte covern und dabei bunte Brillen und „völlig verrückte“ Hüte tragen. Gerade so, dass man dazu 1-2-Tip tanzen kann oder auf dem Platz an der Bierzeltgarnitur fröhlich mitklatschen darf. Tut mir fast leid, Green Lung, aber so wird das mit uns nichts.
Anspieltipps:
⛓ Dance to the Grave
Bewertung: 6,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Open the Hellmouth
02. Dance to the Grave
03. Black Magick Radio
04. Necropolitan Line
05. Evil in This House
06. Together in Death
07. Ozymandias
08. Alostrael (Be My Babalon)
09. To the Gallows Born

