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AVULSED – Nordic Embryogenesis (2026)

(10.440) Phillip (7,5/10) Death Metal


Label: Xtreem Music
VÖ: 09.09.2026
Stil: Death Metal






Na huch? Was ist denn dort im hohen Gras versteckt? Ein wildes Coveralbum lugt verschmitzt durch die herbstlich verblassenden Halme. Schon setzt es zum Überraschungsangriff an – und zack! Klatschen ganze elf Coversongs, interpretiert vom spanischen Lord Death Metal, Dave Rotten, sowie seiner Mannschaft AVULSED rein.

Direkt zu Beginn muss ich hier gleich mal in den Klugscheißermodus schalten, denn im Pressetext steht was von „skandinavischem Death Metal“, was natürlich dahingehend Quatsch ist, dass Finnland nicht zu Skandinavien gehört. Ein paar Zeilen später wird dann auf die „Nordische Szene“ verwiesen, damit kann ich leben. Denn ja, ganz richtig, die spanische Death Metal- Institution nimmt sich auf diesem Coveralbum ausschließlich Songs und Bands aus Norwegen, Finnland und Schweden an. Nicht etwa die, die jeder kennen sollte und auch dürfte, sondern noch deren Vorreiter werden neu vertont.

Dabei sind, sowohl im Pressezettel, als auch in der Musik AVULSED respektvoll gegenüber dem Ausgangsmaterial und haben obendrein extra darauf Acht gegeben, nicht die offensichtlichsten Stücke frisch einzuklöppeln, sondern betont tief zu graben. Da passiert es schonmal, dass man ein Stück von ADRAMELECH aussucht, bei dem die Vocals noch nicht ganz so geil sitzen, aber gleichzeitig ist es schön zu hören, dass sich Herr Rotten auch diesem Umstand stimmlich nähern möchte. Selten habe ich den Mann, auf Albumlänge, so variabel erlebt.

Was die Instrumentierung angeht und auch die Qualität der Produktion, so schießen AVULSED auch nicht über’s Ziel hinaus. Auf Hochglanz getrimmte Songs finden wir hier nicht, sondern eine Death Metal Produktion mit Druck und Understatement, mit gebührendem Respekt für das Ausgangsmaterial. Ohne natürlich den gruftig- staubigen Charme von etwa den ihrer Zeit vorauseilenden PHLEGETON zu erreichen. Im direkten Vergleich mit dem Ausgangsmaterial geht so logischerweise ein Teil des Charakters verloren, da anstelle von elf Bands lediglich eine das Material darbietet.

Eine sehr aufmerksame Auseinandersetzung mit dem Urstoff ist allerdings jederzeit spürbar. Auf NordicEmbryogenesis geht es viel mehr um eine ehrliche Verneigung davor und Anerkennung von Leistungen, die ein paar Jugendliche und Heranwachsende im hohen Norden erbracht haben, die aber im breiteren Untergrund auch eher unbekannt sind. AVULSED können, und wollen sicherlich auch, hiermit wieder Interesse an der jugendlichen Unbekümmertheit und urwüchsigen Eigenwilligkeit jenes Sounds wecken, der die Grundlage für das war und ist, was wir heute als typisch schwedischen, finnischen oder norwegischen Stil kennen.

Anspieltipps:
🗡 Expunging Mortalities (Funebre cover)
🪓 Heavenly Grace (Amputation cover)
💀Why Do I Watch the Dawn? (Cartilage cover)


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Expunging Mortalities (Funebre cover) 
02. No Canonization (Carbonized cover) 
03. Heroes in Godly Blaze (Adramelech cover) 
04. Abduction of Limbs (Old Funeral cover) 
05. Spawn of Flesh (Macabre End cover) 
06. Heavenly Grace (Amputation cover) 
07. Why Do I Watch the Dawn? (Cartilage cover) 
08. Recantetion of the Forsaken (Abhoth cover) 
09. Female Sabbath (Phlegethon cover) 
10. The Exordium (Crematory cover) 
11. Pestilential Mists (Abhorrence cover)



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