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NIGHT LASER– Rats In The Cradle (2026)

(10.456) Jano (7,3/10) Heavy Metal


Label: Steamhammer 
VÖ: 25.09.2026 
Stil: Heavy Metal






Manchmal bekommt man eine CD auf den Tisch und denkt sich nach den ersten paar Songs erst einmal: „Joar… Heavy Metal halt.“ Genau so erging es mir zunächst mit NIGHT LASER und ihrem neuen Album „Rats In The Cradle“. Die Hamburger Band war mir vorher tatsächlich kein Begriff und dementsprechend musste ich mich erst einmal ein bisschen in die Platte reinhören. 

Der erste Eindruck war dabei ehrlich gesagt unspektakulär. Solider Heavy Metal, gute Gitarren, ordentliche Vocals – aber irgendwie auch nichts, was mich sofort vom Hocker gehauen hätte. Also wanderte die Scheibe erst einmal in die Warteschleife. Und manchmal lohnt es sich eben, einem Album nicht nach dem ersten Durchlauf den Stempel aufzudrücken. 

Denn nach und nach hat „Rats In The Cradle“ bei mir gezündet.

Was mir dabei besonders gefällt, ist die Abwechslung. NIGHT LASER bleiben zwar grundsätzlich im Heavy-Metal-Fahrwasser, langweilen aber nicht mit elfmal demselben Song. Neben den schnelleren Nummern gibt es immer wieder ruhigere Momente und auch ein paar Thrash-Metal-Einflüsse, die dem Ganzen etwas mehr Biss verleihen. Gerade diese Mischung macht das Album für mich interessanter, je öfter ich es höre. 

Ein absolutes Highlight ist für mich „Into The West“. Dabei handelt es sich um das bekannte Stück aus „Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“, von Annie Lennox. NIGHT LASER verpassen dem Song ihre eigene metallische Note und ich muss sagen: Das funktioniert richtig gut. Ich hätte nicht unbedingt damit gerechnet, dass ausgerechnet dieser Song auf einer Heavy-Metal-Scheibe zu einem meiner Favoriten wird. 

Auch „Defenders“ gefällt mir richtig gut. Der Song geht ordentlich nach vorne und bleibt dabei schön eingängig. „Goddess Of The Sky“ gehört ebenfalls zu den Nummern, die bei mir hängen geblieben sind. Und dann wäre da noch „You And Me“, das als Ballade für etwas Ruhe sorgt und das Album angenehm abrundet. 

Überhaupt funktioniert die Mischung aus schnell, langsam, heavy und gelegentlich etwas thrashiger ziemlich gut. Natürlich gibt es auf „Rats In The Cradle“ auch den einen oder anderen Moment, bei dem ich nicht sofort „boa geil!“ schreien würde.

Ein paar kleinere Schwächen hat die Scheibe durchaus. Dafür hört sie sich insgesamt verdammt gut weg.

Auch beim Sound gibt es von meiner Seite wenig zu meckern. Die Produktion ist ordentlich und druckvoll, ohne dass hier alles bis ins letzte Detail glattgebügelt und überproduziert wurde. Für mich passt das ziemlich gut zu den Songs und lässt die Platte angenehm bodenständig wirken. 

Letztendlich ist „Rats In The Cradle“ für mich so ein Album, das man nicht unbedingt nach dem ersten Durchlauf beurteilen sollte. Bei mir hat es tatsächlich zwei bis drei Anläufe gebraucht, bis der Groschen gefallen ist. Danach hat sich allerdings gezeigt, dass hinter dem zunächst etwas unscheinbaren Heavy-Metal-Eindruck doch einiges mehr steckt. 

NIGHT LASER haben mit „Rats In The Cradle“ kein perfektes Album abgeliefert, aber definitiv ein schönes und abwechslungsreiches. Wer auf klassischen Heavy Metal steht und dabei auch nichts gegen ein paar ruhigere Nummern und gelegentliche Thrash-Ausflüge einzuwenden hat, sollte hier durchaus mal ein Ohr riskieren. 

Bei mir hat die Scheibe jedenfalls nach anfänglicher Skepsis doch noch die Kurve gekriegt – und läuft inzwischen deutlich besser durch, als ich nach dem ersten Eindruck erwartet hätte. 

Anspieltipps:
🤛 Into The West
🌠Goddess Of The Sky 


Bewertung: 7,3 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. S.T.F.U. 
02. Make You Mine 
03. Defenders 
04. Blueberry Gin 
05. Heart Of The Desert Rose 
06. Rats In The Cradle 
07. Into The West 
08. 19CR490 
09. Get Out 
10. Goddess Of The Sky 
11. You And Me



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