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TROLLFEST – Trollywood (2026)

(10.579) Maik (8,1/10) True Norwegian Balkan Metal


Label: Reaper Entertainment 
VÖ: 06.11.2026 
Stil: True Norwegian Balkan Metal 






Spätestens seit dem „Dance Like A Pink Flamingo“- Video zum letzten Album dürfte klar sein, dass TROLLFEST granatenmäßig einen an der Waffel haben. Dies jedoch auf eine harmlos- lustige Art. Genie und Wahnsinn sollen ja eng beieinander liegen. Die norwegischen Trolle haben allerdings dem Genie eine Zwangsjacke angelegt und den Wahnsinn mit Trollkrem (das gibt es wirklich, ist nämlich ein Preiselbeermousse) gemästet. 

Dergestalt zeigt sich auch das aktuelle Album der Bande, welches unter dem Namen „Trollywood“ firmiert und schon vom Titel her bei allen, die zum Lachen in den Keller gehen, für unterschwelliges Entsetzen sorgen wird. TROLLFEST setzen uns diesmal ein Konzeptalbum vor die Nase, welches natürlich wieder keinesfalls ernst genommen werden will. 

Ein paar Trolle wollen im Filmgeschäft berühmt werden, packen ihren Trolley (hihi) und begeben sich zu diesem Behufe nach, na wohin wohl? Nach „Trollywood“. Und was ihnen im Mekka trollianischer Filmemacherei so alles passiert, wird mehr oder weniger erzählt. Dabei mischen sich wieder typisch trollistisches Riffing mit folkmäßigem Touch und den wechselnden Gesängen vom trollischen Gekreisch, über Klargesang bis hin zu Gastsängern.

Ja, Gastsänger. Petri Lindroos beispielsweise, bekannt von ENSIFERUM und NORTHER. Passt stilistisch. Oder Mathias Dahlsveen von VANVIDD. Etwas schräger in mein Lauschgeläut quetschen sich die beiden von Miriam Renwåg Müller (aka SfinX) von VIPER SOLVA /RAM-ZET intonierten Songs „Get On The Offbeat“ und das abschließende „The Troll Oscars“. Da kommt das balkanesische in der selbstgewählten Subgenrebezeichnung zum Tragen. 

Aber wie die Band selbst verlautbart: ‚Wir haben immer Spaß daran, mindestens einen Song auf das Album zu packen, bei dem die Leute sagen: Was zur Hölle ist das?‘ 

TROLLFEST haben sich ja gern auch fremdsprachlich betätigt. Norwegisch, Englisch und sogar Deutsch wurden früher ebenso wie abstruse Musikinfluenzen verhackstückt. Norwegisch konnte ich bei „Trollywood“ diesmal nicht heraushören, aber dafür ist der Song „Prügelknabe“ in deutscher Sprache, was ein wenig nach RAMMSTEIN klingt, nur in lustig. Oder trollig, was weiß denn ich schon? 

Das sich die Band absolut selbst nicht ernst nimmt, sieht man schon am aktuellen Bandphoto, wo sich die Knalltüten mit per (hoffentlich!) KI aufgespritzten Lippen präsentieren und wie eine Harald-Glööckler-Klonarmee wirken. Aaaarrrggghhh, nimm’s weg! Nimm’s wieder weg! 

Trotz all diesem Firlefanz, der irgendwie neu und anders wirkt, machen TROLLFEST selbst klar, dass sie mit „Trollywood“ wieder härter werden und sozusagen back to the roots gehen wollten. Besonders „Dreams For Resale“ unterstreicht dieses Ansinnen, denn ja geben die TROLLFESTer teils ordentlich Gas. 

Die norwegischen Trollifizierer selbst ziehen das Fazit, welches ich selbst kaum besser formulieren kann: ‚Jeder Erfolg, jede schreckliche Idee, jeder musikalische Unfall und jede fragwürdige Entscheidung aus den vorherigen neun Alben ist irgendwie auf dieser Platte gelandet.‘ 

TROLLFEST gehören zu der Sparte Bands, die entweder gemocht oder bis aus Blut gehasst werden. Damit teilen sie das Schicksal mit Combos der Sparte JBO oder KNORKATOR, nur sind sie eben etwas härter, dafür umso bekloppter. Partymucke ist es auf jeden Fall, aber man sollte beim Anhören des kompletten Albums mindestens ein bis zwei Promille im Turm haben.

Ich habe es mir eben früh am Morgen und stocknüchtern zweimal angehört. In diesem Zustand wird der Toleranzfaktor des strenggläubigen Böseguckers stark beansprucht, und nur weil ich den Scheuklappspaten verlegt habe, kann ich mich dem öffnen, was die Mannen, die sich mit illustren Pseudonymen wie Trollmannen, Böesse Basshöl Nybazist oder Trollbank schmücken, so zusammenklabustern. 

Und dass ich nebenher ja selbst einen an der Klatsche habe, sieht man schon daran, dass ich meine Lebenszeit mit diesem Geschreibsel hier totschlage. Also Ziel erkannt, Trollpedo abgeschossen, MSS Godau versenkt. Trollelujah! For whom the Trolls bell….oder so. 

Anspieltipps:
👺 Troll Brigade
😴 Dreams For Resale


Bewertung: 8,1 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Attention 
02. Troll Brigade 
03. Claiming The Hall Of Fame 
04. Bar Of Mud 
05. Prügelknabe 
06. Day Drinking 
07. The Real Breakthrough 
08. ConTroll 
09. Get On The Offbeat 
10. Dreams For Resale 
11. The Troll Oscars 



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