SPIRIT POSSESSION- Cathedral Speech (2026)
(10.568) Dö (7,0/10) Black Metal
Label: Sepulchral Voice Records
VÖ: 02.10.2026
Stil: Black Metal
Holla die Waldfee. Wer ein Album sein Eigen nennen will, das ab der ersten Sekunde einen die Gehörgänge freibläst und komplett auf Radau ausgelegt ist, wird bei dem Portland-Duo von Spirit Possession mit Cathedral Speech fündig. Wenn einem Ulthar gefällt, dann stellt Spirit Possession den reduzierten, räudigen und tollwütigen Straßenköter dar, der einen in die Klöten beißt. Steve Peacock (Gitarre, Gesang und von Ulthar) und Ash Spungin (Schlagzeug, Synthi) haben mit Cathedral Speech eine rohe und kompromisslose Scheibe der Welt aufgebürdet. Die Black Metal Einflüsse sind nicht zu überhören, wobei es vom Drumming z.T. eher an Punk erinnert.
Im Openertrack „Cathedral Speech“ wird direkt eine Marke in extremer Fingerakrobatik auf dem Gitarrenbrett gesetzt. Diese Gitarrenleads, Tremolos ziehen sich durch das gesamte Album durch, das einem Sehen und Hören vergeht. Präzise gespielt, aber mit einer permanenten Roheit, dies spiegelt sich auch im Drumming wider. Nichts glattgebügeltes und aufgehübscht. Roh und dumpf. Man hat manchmal den Eindruck, da ist keine Bassdrum, bei dem Dauergedresche auf die Toms und Snare.
Mit einem Instrumental, so früh auf der Platte rechnet man auch nicht. Der zweite Track „Backward Commandments“ ist so einer. Vielleicht sollen einen die Triolen und der Synthi der im Hintergrund läuft auf die Achtminutendreißig dauernde „Hanged Angels as Patternwalls“ vorbereiten. Das Riffing sticht wieder gnadenlos heraus und befeuert wieder diese vertrackte Songstruktur. Dem steht „The Sharpening“ in nichts nach. Noch mehr Trems und ein Gesang der einem nur so vor die Füße rotzt. Parallel zu den Loops der Gitarre werden die Toms und Snare wieder in bester Punkmanier dauerverdroschen.
„First Levitation (Accursed Entrances...)“ stellt zusammen mit „Second Liturgy (...Impossible Exits...)“ und „Trinity Possessor (...In Ten Thousand Hells)“ wohl die „heilige“ Dreifaltigkeit dar und sind als Gesamtkonstrukt zu sehen. Frickliges Leadgitarrenriffing und erstmalig eine fast meldiös wirkende Songstruktur sorgt wieder für ein ungläubiges Staunen über die komplexe Saitenvergewohltätigung.
„Trinity Possessor (...In Ten Thousand Hells)“ fügt erkennbar der ganzen Schose noch stärker hörbare Klangkomponente aus A.s Synthis hinzu. Jedoch nur so viel bis man sich wieder in einem loopig, agressiven Riffing und einem Drumgedresche gegenüber sieht.
Spirit Possession liefern mit Cathedral Speech kein einfach zu hörendes Album ab. Es ist roh, aggressiv und technisch anspruchsvoll und bis in die Songstrukturen hinein extrem vertrackt. Kein Blackmetal-Schönling sondern ein rotziger Radaubruder.
Anspieltipps:
🔥 Hanged Angels as Patternwalls
💎 First Levitation (Accursed Entrances...)
Bewertung: 7,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Cathedral Speech
02. Backward Commandments
03. Hanged Angels as Patternwalls
04. The Sharpening
05. First Levitation (Accursed Entrances...)
06. Second Liturgy (...Impossible Exits...)
07. Trinity Possessor (...In Ten Thousand Hells)

