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SATANIC PLANET – Dead Deities (2026)

(10.539) Olaf (0,0/10) Müll


Label: Relapse Records
VÖ: 30.10.2026
Stil: Industrial







Eigentlich wollte ich heute nur Vorbereitungen für Berichte, Interviews und Reviews machen und dabei meine offenen Promos hören. Ein bisschen Material sichten, Gedanken sammeln, den redaktionellen Betrieb auf Temperatur bringen. Dann kommen SATANIC PLANET mit Dead Deities dazwischen, und plötzlich muss ich meinen Unmut unmittelbar in ein Word-Dokument prügeln. Was zum Fick soll der Scheiß? Einen musikalischen Streichelzoo hatte ich nicht erwartet. Dass mir eine derart prominent besetzte Truppe diesen akustischen Sperrmüll vor die Füße kippt, allerdings auch nicht.

Die US-amerikanische Formation vereint Lucien Greaves, Mitbegründer und Sprecher des Satanic Temple, Produzent Luke Henshaw aus dem Umfeld von PLANET B, Justin Pearson von unter anderem THE LOCUST und DEAD CROSS sowie Dave Lombardo. Letzterer stieß während der pandemiebedingten Tourpause 2020 dazu, das selbstbetitelte Debüt erschien 2021 bei Three One G Records. Eine Besetzung, bei der man musikalische Abenteuer erwarten darf. Hier klingt das Abenteuer für mich allerdings danach, als hätte jemand im Elektroschrottcontainer versehentlich die Stromversorgung wiederhergestellt.

Für den zweiten Langspieler wird die experimentelle Mischung aus Industrial, Noise und düsteren Klangflächen stärker Richtung Horror-Soundtrack geschoben. So weit die Idee. Bei mir kommt davon vor allem aufdringliches elektronisches Gedöns an, durch das sich zähes Gepolter und grotesk verrenkte Stimmen arbeiten. Die Platte möchte offenbar verstören, bedrängen und finstere Räume öffnen. Ich möchte irgendwann nur noch das Gerät finden, dessen Garantie gerade hörbar abläuft. Pseudo-Industrial in sauschlecht. Dafür müsste tatsächlich die Rubrik Restmüll des Jahres erfunden werden.

Dave Lombardo spielt da mit? Wo? Hat er die Bontempi-Orgel programmiert? Natürlich erwarte ich hier keine SLAYER-Gedächtnisveranstaltung. Gerade seine Arbeit bei FANTÔMAS beweist schließlich, wie faszinierend musikalischer Irrsinn ausfallen kann. Umso ratloser macht mich dieses Ergebnis. Einen solchen Schlagzeuger auf der Besetzungsliste zu lesen und dann derart wenig mit dem Gebotenen anfangen zu können, fühlt sich an wie Dosenravioli mit persönlicher Widmung vom Sternekoch.

Ist das der Soundtrack zu einer verlorenen Folge der Fraggles? Einer Folge, die selbst im Puppenfundus Hausverbot bekommen hat? Ständig sehe ich hässliche Handpuppen vor mir, die mit Plastikzähnen nach einem Mikrofon schnappen. Die beabsichtigte Finsternis bekommt dadurch ungefähr die Würde einer Geisterbahn, deren Betreiber das Wartungsbudget versoffen hat. Das mag jemand als mutige Klangkunst feiern. Mich macht dieses bedeutungsschwere Herumgeistere vor allem aggressiv. Irgendetwas bewirkt die Platte also durchaus: Hass und Bilder von hässlichen Handpuppen. Beides hätte ich heute problemlos entbehren können.

Relapse Records ist ein tolles Label und hat schon vielen Bands den Weg geebnet. Bei diesem speziellen Ausflug kann man eigentlich nur hoffen, dass der Weg im Nichts endet, bevor dort noch die Zufahrt für einen Nachfolger angelegt wird. Große Namen und demonstrativer Kunstanspruch helfen mir jedenfalls nicht über dieses gequirlte Elend hinweg. Alter Vadda, was für ein Kack.

Ihr wollt ungeliebte Gäste loswerden? Legt diesen Abfall auf. Selbst der hartnäckigste Übernachtungsbesuch dürfte anschließend freiwillig den Nachtbus nehmen. Mein Bedarf ist jedenfalls gedeckt. Dead Deities bleibt als jene Platte in Erinnerung, bei der die Stille nach dem Ausschalten den mit Abstand stärksten Eindruck hinterließ. Anspieltipps erspare ich Euch. Ich empfehle den Ausschalter.


Bewertung: 0,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Damnatio Memoriae
02. Antichrist
03. Church burning
04. Dead Deities
05. Sam Alito’s Mom
06. Headless Man
07. Dr.Green
08. Cannibal Syndrome
09. Ouroboros
10. Ammosexual
11. Satan’s Spawn 



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