SÉPULCRE - Cryptic Temple Of Otherworldly Abhorrations
(10.526) Timo (7,7/10) Death/Doom Metal
Label: Invictus Productions
VÖ:16.10.2026
Stil: Death Metal
Im sechsten Jahr der Bandhistorie feiern die französischen SÉPULCRE mit Cryptic Temple Of Otherworldly Abhorrations ihr Debutalbum. Nach dem 2020er Demo und der vor vier Jahren erschienenen EP Cursed Ways Of Shoel, gibt es mit dem 42minütigen Gesamtwerk ein neues Lebenszeichen, der Deatgh Metal Doomer aus der Bretagne. Bei dem der neue Bassist Léo Brard zum ersten Mal bei einer Veröffentlichung in Erscheinung tritt.
Dabei zeigt man wiederholt klassischen Death Metal der frühen 90er, eingebunden in einer wiederkehrenden doomigen Melange. Neben der Düsternis und dem Kontrast aus Raserei und walzender Heavyness, versteht man es durchaus dem Album eine interessante Dynamik zu verleihen, die länger motivierend ist. Der unheilvolle Sound, eingebettet in einer bedrohlichen Gemengelage, sammelte bei mir gekonnt einige Pluspunkte. Die Rifffabrik arbeitet dabei stilsicher und prägnant, im Strudel aus beklemmender Dunkelheit und einer aggressiven Wucht. Welche den Songs immer einen schönen Drive verleiht.
Wenn man sich auf die Ambivalenz aus Raserei und eher schleppenden Midtempo einlässt, wird man an dem Album durchaus seine Freude haben. Das habe ich anderso auch schon unspektakulärer erlebt. Einige ansprechende Gründe gibt es hier jedenfalls einige, neben der konsequenten Ausrichtung eines brutal, finsteren Death Metal Kolosses. Dabei kratzt die Spielzeit der Songs immer wieder mal an der 7Minuten Grenze, wer sich daran nicht stört, wird bei diesem Death Metal Doom Intermezzo sicher seine Freude haben. Musikalisch erinnert das natürlich an legendäre Sounds wie die von Incantation, Gorephobia und auch Autopsy. Angriffslustig sind SÉPULCRE nicht selten, vereinen diesen zwar kompromisslosen Sound auch mit einigen dezenten melodischen Facetten, die den Sound aus dem typischen Einerlei abhebt.
Schon Abyssum Drakon macht dabei doch ganz gut Eindruck, neben dem temporeichen Beginn, erinnert das mittlere Tempo auch mal recht schnell an britische Bands wie Benediction. Auch Cryptic Temple untermauert den positiven Eindruck. Danach ist das mehr als beachtliche Katabasis, mit seiner bedrohlichen, dynamischen Art, absolut überzeugend. SÉPULCRE wirken nie gezwungen altbacken, verarbeiten klassische Sounds in ein eher zeitgemäßes Konstrukt, ohne sich der Moderne anzubiedern. Gerade die letzten beiden Tracks Towards the Unknown und Darkness Rules Supreme versprühen gar ein spirituelles Flair und sind dabei gekonnt stimmig.
Viel zu nörgeln gibt’s bei SEPULCRE’s Debut für mich daher nicht. Es ist grundsolide, Langeweile war nie im Anflug, auch wenn es nicht sonderlich spektakulär ist. Und mir stellenweise ein wenig zu glatt, vorhersehbar und zu brav. Gerade die längeren Songs spannen nicht immer den spannendsten Bogen, hätten dabei etwas markanter sich ins Fleisch bohren können.
So bleibt ein finsteres, unheilvolles und absolut kompromisslosen Album, rasant und schleppend zugleich, was mit einigen vielversprechenden Songs bestückt ist. Freude dieses Sounds sollten daher mal ein Ohr riskieren, die besonders im klassischen Stil der frühen 90er verwurzelt sind. Und ein Album zu schätzen wissen, dass mit einem hübschen Artwork und einem druckvollen Sound garniert ist, so macht man hier nicht allzu viel verkehrt. Aber entdeckt auch kaum was Neues.
ANSPIELTIPPS:
🔥 Katabasis
👹 Towards The Unknown
Bewertung: 7,7 von 10 Punkten
TRACKLIST:
01. Ominous Path (to the Nightside)
02. Abyssum Drakon
03. Cryptic Temple…
04. ...of Otherworldly Abhorrations
05. Katabasis
06. Towards the Unknown
07. Darkness Rules Supreme

