VELNIAS – Substrate Haruspex (2026)
(10:512) Clemens (7,0/10) Blackened Folk Doom
Label: Eisenwald
VÖ: 30.10.2026
Stil: Blackened Folk Doom
Album Nummer 4 von VELNIAS aus den Staaten hört auf den Namen „Substrate Haruspex“, was im weitesten Sinne mit „der Seher des Untergrunds“ übersetzt werden kann. Das sollte eigentlich reichen, um zusammen mit dem für dunkle Künste bekannten Label Eisenwald und der Genrebezeichnung Blackened Folk Doom zu wissen, was hier auf den Hörer die nächsten guten 45 Minuten zukommen wird.
Finstere und in das Mark kriechende Musik, welche zwischen musikalisch-technischem Spiel auch viel Platz für Atmosphäre und Interpretation lässt („Resonance Of The Concentric“). Dabei geht es hier auf dem Album insgesamt auch im Wechsel zwischen instrumentalen Titeln sowie auch Tracks mit Growls und cleanem Gesang gut her. Und das passiert im Zusammenspiel mit einem wirklich feinen und klar produzierten Sound, der dennoch genügend Raum für die Tiefe lässt, die für den Doom einfach nötig ist. Ein guter musikalischer Spagat, vor allem eben auf der Soundebene.
Das klappt und funktioniert aber auch nur so gut, da die Titel demnach auch wirklich gut geschrieben sind und mehr als nur 2–3 Durchläufe benötigen, um überhaupt alles realisieren zu können, was man hier eigentlich gerade gehört hat. Und genau das macht die Sparte, das Genre, ja auch aus; ohne diese Tiefe und das Sich-daran-verlieren-Können hätte die Band ihre Mission verfehlt. Aber das haben VELNIAS definitiv nicht! Natürlich muss man sich etwas Zeit für das Album nehmen und kann sich schlecht nur einen Titel herauspicken. Aber es lohnt sich und die Zeit vergeht angenehm atmosphärisch, wenn auch leicht düster und melancholisch angehaucht, schnell, und wer einen Dauerloop eingestellt hat, sollte es ggf. nicht mal mitbekommen, dass er schon bei einem weiteren Durchlauf der Platte ist.
Und wenn genau DAS eine Scheibe in diesem Stil bei mir erreichen kann, ist für mich alles richtig gemacht und ich bin für das Genre glücklich, auch wenn ich gar nicht mal so tief in diesem drinnenstecke. Ich höre aber dennoch gerne mal rein und kann an solchen Alben die Faszination dann auch verstehen. Gefühlt endlose Songs, die aber nicht enden wollen und sollen, Gitarrenläufe und Soli, die sich perfekt in das Soundgewand von Bass und Drums einfädeln und teilweise mit Vocals oder Effekten final abgerundet werden („Corporal Anathema“).
Mehr kann man schon kaum schreiben, da alles andere wirklich schwer in Worte zu fassen ist, da es einfach so viel auf einmal ist, dass es nicht möglich und machbar wäre, es richtig auszudrücken, außer den Tipp zu geben: Hört doch einfach selber mal rein, sofern ihr irgendwie nach dem Review-Lesen ein paar Schnittpunkte mit den eigenen musikalischen Vorlieben gefunden habt oder auf der Suche nach was Spannendem seid.
ANSPIELTIPPS:
🔥Divination Of Simulacra
💀Corporal Anathema
Bewertung: 7,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Impetus Arcanum
02. Divination Of Simulacra
03. Resonance Of The Concentric
04. Mantra For The Seeker
05. Corporeal Anathema
06. Nihil Equilibrium
07. Rending Of Dyadic Convolution
08. Forsakken Equipoise

