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WOLFSHEAD - Wolfshead (2026)

(10.516) Olaf (3,5/10) Heavy Metal


Label: Jawbreaker Records
VÖ: 23.10.2026
Stil: Heavy Metal






Neuseeland, traditioneller Heavy Metal und ein geiles Artwork von Mysterious Four – ich wollte WOLFSHEAD wirklich mögen. Was soll bei diesen Voraussetzungen schon schiefgehen? So ziemlich alles, wie sich leider herausstellt. Die 2022 in Auckland von Aaron Baylis und Santi gegründete Truppe hat sich klassischem Metal und Hardrock verschrieben und legt über Jawbreaker Records ihr selbstbetiteltes Debüt vor. Aufgenommen und produziert wurde 2025 in Eigenregie. An Begeisterung für die Sache mangelt es offensichtlich nicht. An der Umsetzung dafür umso mehr.

Bereits die Sängerfrage hätte man besser noch etwas länger offengehalten. Nachdem sich kein geeigneter Kandidat fand, übernahmen Baylis und Bassist Martín Thayer Joui kurzerhand selbst die Mikrofone. Eine pragmatische Entscheidung, deren musikalischer Nutzen sich mir allerdings kaum erschließt. Dem Gesang fehlen Tragfähigkeit, Sicherheit und Ausdruck; die Töne wirken streckenweise, als würden sie einander vorsichtshalber aus dem Weg gehen. Zusammen mit den ebenfalls häufig schief wirkenden Instrumentalpassagen entsteht ein Hörvergnügen von der Größenordnung eines romantischen Abendessens im TÜV-Warteraum.

Dazu kommt eine sauschlechte Produktion, die den ohnehin überschaubaren musikalischen Reiz zuverlässig untergräbt. Die Riffs stammen überwiegend aus dem gut abgegriffenen Traditionsbaukasten, den acht Stücken fehlen prägnante Einfälle und eine überzeugende Entwicklung. Das klingt stellenweise, als hätte eine Schülerband nach drei Wochen gemeinsamer Erfahrung beschlossen, dass für ein Album nun wirklich ausreichend geprobt worden sei.

Wo der Pressetext ungebändigte Kraft und große Gitarrenharmonien verspricht, höre ich vor allem den Abstand zwischen Vorhaben und Ergebnis. Vereinzelt blitzt tatsächlich ein brauchbarer Ansatz auf, eine Gitarrenidee lässt kurz aufhorchen. Leider wird dieser Hoffnungsschimmer meist im selben Atemzug wieder unter schrägem Gesang und unausgereifter Ausarbeitung begraben.

Dabei bin ich für rumpeligen Underground-Metal durchaus zu haben. Ein kleines Budget, hörbarer Proberaummief und eine gewisse Unbeholfenheit können sogar ausgesprochen charmant sein, wenn die Songs etwas mitbringen, das hängen bleibt. Genau da liegt hier der Hund beziehungsweise Wolf begraben: Die Musik bietet zu wenig, um über ihre Baustellen hinwegzuhören. Ein beherztes Riff weckt kurz meine Aufmerksamkeit, anschließend fehlt die zündende Fortsetzung. So bleibt ständig das Gefühl, einer Aufnahme zuzuhören, die dringend noch ein paar ehrliche Diskussionen im Proberaum gebraucht hätte.

Ich gönne WOLFSHEAD jeden Fortschritt, denn die hörbare Leidenschaft könnte mit mehr Geduld und einem kritischen Ohr von außen durchaus noch Früchte tragen. Der gute Wille ist vorhanden, das überzeugende Album dazu muss allerdings erst noch geschrieben werden. Das Cover gehört an die Wand, die Band noch einmal in den Proberaum.


Bewertung: 3,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Tyranny & The Hunter
02. Ashen Fawn
03. Wreathed in Fire
04. Dust and Smoke
05. Cold Wings of Steel
06. Storm of Beasts
07. Wolfshead
08. Pervade the Pyres 



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