FROSTLAND – Im Zentrum der Leere (2026)
(10.496) Maik (8,8/10) Black Metal
Label: Höstljus Records
VÖ: 30.10.2026
Stil: Black Metal
Tja, mit dem Sommer sind wir durch, genießen die noch frühherbstliche Sonne und müssen uns doch gewärtig sein, dass es bald wieder Winter wird. Was passt also besser, um sich mental schon mal auf die Kälte und Dunkelheit einzustimmen?
Richtig: dunkler und frostiger Black Metal. Und zu diesem Behufe haben FROSTLAND uns ein schönes neues Album eingetütet, welches den Titel „Im Zentrum der Leere“ trägt. Die Band aus Köln hat sich zudem ein neues Logo gegönnt, welches mit staubigen Eiskristallen verziert den Sound der Formation um einiges besser darstellt als das alte.
Der Plattentitel lässt zunächst an DSBM denken, doch schon nach einigen Takten bemerkt man, dass die Band einen anderen Stil bevorzugt. Und das ist der frostklare, eisige Black Metal traditioneller Machart. Dabei vereinen FROSTLAND die norwegischen Einflüsse mit dem deutschen Black Metal, wie ihn beispielsweise HELRUNAR oder MINAS MORGUL fabrizierten.
Die Songs sind recht lang geworden, alle weit über der Sieben-Minuten-Marke. Dass Langeweile aufkommt, muss man dennoch nicht befürchten, da interessante Wechsel und Einschübe dafür sorgen, dass die Aufmerksamkeitsspanne nicht allzu überstrapaziert wird.
Da wird mal gebrezelt wie’s Böse, mal in nahezu hymnischen Gitarrenbögen und auch mal getragen melancholisch agiert. Auch minimalistische, ruhige Phasen werden gelegentlich zur Auflockerung genutzt. Gesanglich werden ebenfalls verschiedene Techniken angewandt: typisches Schwarzmetallgekreisch, düsteres Grollen, verzweifeltes Keifen und auch mal herausgeschriener Klargesang.
Traditioneller Black Metal lebt ja auch durch eine gewisse Monotonie, gerade in den Gitarrenriffs. Darauf verzichten FROSTLAND auch nicht, verstehen es aber, den Eindruck zu erwecken, diese Songs dürfen gar nicht kürzer sein, weil sonst die dramatische Entfaltung flöten geht.
Die frostige Stimmung ist derart stark, dass man regelrecht mit dem Gedanken spielt, sich warm anzuziehen oder zu kucken, ob die Heizung schon anläuft. „Im Zentrum der Leere“ eignet sich vorzüglich dazu, beim Hören auf einem nebelverhangenen Hügel zu sitzen und ins Nichts zu starren. Und zu bemerken, wie einem gleichzeitig fröstelnde Schauer übers Gebein und glühend heiße Energieströme durch die Adern jagen.
ANSPIELTIPP:
💀Der interstellare Einsiedler
Bewertung: 8,8 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Mare Imbrium
02. Das Ende Im Nebel
03. Hypnos
04. Der Interstellare Einsiedler
05. Im Zentrum Der Leere
06. Unter Dem Meer Der Fäulnis

