CARDINALS FOLLY – Let The Posers Fall! (2026)
(10.493) Maik (7,6/10) Doom Metal
Label: Cruz Del Sur Music
VÖ: 09.10.2026
Stil: Doom Metal
Die Band CARDINALS FOLLY ist mir beim Zusammenstellen eines meiner World DOOMination-Specials untergekommen, und als ich sah, dass die Finnen ein neues Album am Start haben, habe ich mich gleich für eine Rezension desselben gemeldet.
„Let The Posers Fall!“ nennt sich das mittlerweile siebte Studioalbum des Trios. Einen Titel dieser Art erwartet man eher bei einer True Metal Band im Fahrwasser von MANOWAR oder irgendeinem Thrashkommando, aber eher selten bei einer Doom Metal Band.
Nun, CARDINALS FOLLY spielen auch keinen reinen Doom, sondern wildern auch gern einmal im Epic- Bereich herum. Alles im klassisch traditionellen Rahmen. Und dass sich das finnische Trio auch an den klassischen Heavy Metal heranwagt, muss auch nicht unbedingt schlecht sein. Gerade der erste Song „Hitch-Hike“ kommt doch recht flott daher.
Fettes Riffing, düster, melancholisch und wuchtig, eines der Hauptelemente des Doom Metal, kann der Hörer hier dennoch erwarten. An was man sich allerdings gewöhnen muss, ist der Gesang von Count Karnstein, der in einigen Momenten doch arg knödelig und teils regelrecht lustlos wirkt, vor allem, wenn er absichtlich Töne nicht trifft. Das wirkt besonders an einigen Stellen im Titeltrack, wo sich bei mir direkt hinter den Augen ein leichter Schmerz einstellte. Entschädigend für mich war das breit aufgestellte BLACK SABBATH- Riff im Song. Und der Chorus geht gut ins Ohr und strickt sich dort einen Wurm.
Reizvoll ist es, wenn er zwischen Klargesang und rauhem Krächzen wechselt, wie in meinem Albumfavoriten „Cultist Highway“. Dieser am tiefsten im Doom verwurzelten Song dieses Albums erinnert mich damit ein wenig an die härteren Songs von MANILLA ROAD. Wenn er seine Vocals etwas weniger entspannt und, ja, regelrecht gelangweilt wirkend bringt, kommt das richtig gut. Leider wirkt er bei einige Songs, als hätte man ihn mit Waffengewalt von der Straße gezogen und zum Einsingen gezwungen.
Gut, beim dritten, vierten Hördurchgang hat man sich daran gewöhnt, besonders, wenn man sich auf die Riffs konzentriert. Insgesamt ist CARDINALS FOLLYs neues Album „Let The Posers Fall!“ ein recht annehmbares Epic Doom- Scheibchen geworden. Doch den Superhit, den Äußerungen wie ‚In a world where trends come and go and authenticity is drowning in depravity, CARDINALS FOLLY still rides the cultist highway, declaring the downfall of posers until the end. The Stallions Are Burning!‘ („In einer Welt, in der Trends kommen und gehen und Authentizität in der Verderbtheit untergeht, fahren CARDINALS FOLLY weiterhin auf der Kult-Autobahn und verkündet bis zum Schluss den Untergang der Poser. The Stallions Are Burning!“) in Erwartung bringen, sucht man hier vergebens.
Die Kult-Autobahn hat für mich dann doch noch einige Baustellen, die im Strom meiner Musikbegeisterung den einen oder anderen Stau verursacht. Fans der Band können sich das Album aber sofort in den Schrank stellen, zumindest, wenn sie keine über-10-Minuten Tracks wie am Anfang der Bandkarriere erwarten.
Ich bin hier leider etwas hin-und hergerissen. Einerseits möchte ich das Album mögen und teilweise klappt das auch. Andererseits brauchte ich doch fünf Hördurchgänge, um mich halbwegs an den Gesang zu gewöhnen. Dafür entschädigten mich die wirklich feisten Riffs von „New York Ripper“, „Cultist Highway“ und auch im Titelsong für etwaige Nebenwirkungen.
Anspieltipps:
🚗 Cultist Highway
🔪 New York Ripper
Bewertung: 7,6 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. House Of The Lords (Intro)
02. Hitch-Hike
03. Let The Posers Fall !
04. New York Ripper
05. I Am The Zodiac
06. Luchador
07. Your Stallions Are Burning
08. Cultist Highway
09. Chiusura Invernale (Instr.)
10. Providence

