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SLAUGHTERCULT – Devoured By Perversion (2026)

(10.489) Karsten (6,5/10) Brutal Death Metal / Grindcore


Label: Vicious Instinct Records 
VÖ: 24.09.2026 
Stil: Brutal Death Metal / Grindcore 







Hand aufs Herz: Sydney hatte ich als Brutstätte infernalischer Klänge bisher überhaupt nicht auf dem Radar. Dieses Trio aus Down Under beweist jedoch innerhalb weniger Sekunden das Gegenteil. Die Australier zeigen eindrucksvoll, dass Sydney neben ihrer weltberühmten Oper für die feine Gesellschaft auch tiefen, dreckigen Schmutz und feinste Geschmacklosigkeiten für Kenner des vertonten Rotzes zu bieten hat. Die Jungs selbst betiteln ihren Sound zwar als Brutal Death Metal, für meine Begriffe ist der Grindcore-Anteil hier aber viel zu dominant, um bloß als „Einfluss“ durchzugehen. 

Bereits ein Blick auf die Tracklist verrät, dass Feingeister maximal fehl am Platz sind. Titel wie „Perverse Bestial Lactation“, „Menstrual Marinade“, „Molotov Cock-Tease“ oder „Soft Foetal Malformation“ machen unmissverständlich klar, wo der lyrische Hammer hängt: Stumpf ist Trumpf. Das gilt auch für die musikalische Umsetzung. Dass Fans ausgefeilter Songtexte hier zwingend auf das CD-Booklet angewiesen sind, versteht sich von selbst – akustisch ist schlicht kein einziges Wort zu verstehen.

Das Trio prügelt sich mit schierer Brutalität durch die Tracks, die sowohl vom rotzigen Sound als auch vom gurgelnden Dämonengerülpse des Sängers geprägt sind. Akustisch werden jedenfalls keine Gefangenen gemacht: Die Gitarren hängen gefühlt auf Knöchelhöhe und betonieren eine massive Soundwand vor die Stirn, während das Schlagzeug jegliche zusammenhängende Gedanken aus dem Resthirn prügelt. Bei dieser Urgewalt erübrigt sich auch die Frage, warum die Band bereits mit Größen wie RIVERS OF NIHIL, GUTALAX oder BRUTAL SPINCTER die Bühnen geteilt hat beziehungsweise demnächst teilen wird. Tempotechnisch wird glücklicherweise zumindest phasenweise variiert – elf Songs lang reines Vollgas wäre auf Dauer schließlich nicht nur anstrengend, sondern auch verdammt langweilig. 

Langeweile kommt hier jedenfalls nicht auf. Wer ausgefeilte Songstrukturen, progressives Gefrickel oder schwindelerregende Taktwechsel sucht, ist hier falsch – und zwar so richtig. Hier gibt es einfach saftig und dreckig eins aufs Maul. Einziges Manko: Am Ende ähneln sich die Stücke dann doch zu sehr, sodass die ganz große Variation ausbleibt. Aus den elf Songs wird so ein riesengroßer, monolithischer Soundbrei. Der drückt zwar ordentlich, bietet aber zu wenige unterscheidbare Songs mit eigener Persönlichkeit.

Alles in allem agieren die drei Australier extrem konsequent in ihrem Ansatz. Um international aber ganz oben mitzuspielen, bedarf es noch etwas Feinschliff beim Songwriting. Alle Bausteine sind vorhanden, jetzt muss die Band ihr Potenzial nur noch voll ausschöpfen – denn die Konkurrenz schläft nicht. Mit DEVOURMENT und KRAANIUM stehen zwei absolute Genre-Schwergewichte parat, die hier nicht nur Pate standen, sondern deren Mitglieder über Gastfeatures sogar direkt auf der Platte verewigt sind. Die Messlatte für die Zukunft liegt also verdammt hoch.

Anspieltipps:
👹Perverse Bestial Lactation“ (mit Marvin Ruiz von DEVOURMENT)
👅 Menstrual Marinade (mit Elfi Davis von KRAANIUM)
👶 Soft Foetal Malformation


Bewertung: 6,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Birthing Ceremony 
02. Repulsed by Your Haggard Appearance 
03. Perverse Bestial Lactation 
04. Horrible Cunt 
05. Menstrual Marinade 
06. Steeped in Fungal Discharge 
07. Pools of Bile 
08. Intravenous Acuphagia 
09. Strong Poison 
10. Molotov Cock-Tease 
11. Soft Foetal Malformation 



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