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NEOLITH – Inbir (2026)

(10.469) Timo (8,0/10) Death Metal


Label: Deformeathing Production
VÖ: 12.09.2026
Stil: Death Metal






Die polnischen NEOLITH sind quasi ein Urgestein des polnischen Death Metal, immerhin gründeten sie sich bereits 1991. Auf meinem Radar sind sie bisher nicht aufgetaucht, woran das wohl liegen mag? Dafür machte ich in den späten 90er Jahren aber gleich mehrmals mit der Band Overlord Bekanntschaft, die bei mir mit ihren Demos namens Overland und Tape’98 sehr positiv bis heute in Erinnerung blieben. Warum ich das erwähne? Der NEOLITH Bassist Krzysztof Dybas und Gitarrist Zbyszek Rebisz halten bis heute Overlord am Leben. Umso erfreuter war ich nun mit NEOLITH wieder den Kreis schließen zu können. 

Auf dem aktuellen und sechsten Album, haben NEOLITH in 40 Minuten, eine quasi sehr rabiate Form des angeschwärzten Death Metal verbaut. Dafür wurde es auch höchste Zeit, immerhin lag das letzte Album I am the Way bereits 7 Jahre zurück. Das Label Deformeathing Records spricht von dem bisher ambitioniertesten, komplexesten und ausgefeiltesten Werk. Lyrisch handelt das Album von Krieg, der Titel Inbir steht für das altsumerische Wort. Dabei handeln die Texte von Macht, Mysterien, Spiritualität und dem Schicksal der Menschheit.   

Soundtechnisch geht es auf Inbir brutal und kompromisslos zur Sache, dennoch wird das Tempo dosiert eingebracht, eine wüste Raserei ist das neue Album der Polen dabei keineswegs. Neben der Rohheit offenbart man auch jede Menge Atmosphäre, die eine klare Struktur in den Songs sehr gut untermauern. Deftige Blastbeats und massive Midtempo-Grooves gehen dabei sehr gekonnt Hand in Hand. Das Fundament ist auf jeden Fall von Altvorderen wie Morbid Angel, Deicide und Malevolent Creation beeinflusst, allerdings auch von früheren Immortal Zeiten. Auch gesanglich passt das ganz gut zusammen, der Stil von Frontbiest Levi erinnert mich auch etwas an Edwin Kelder, von den niederländischen Altar.

Dabei machen NEOLITH auch keine Gefangenen, denn mit dem starken Titelsong Inbir startet man gleich recht eindrucksvoll. Mit dem etwas mehr melodisch geprägten Ashur Has Given Me a Brother, liefert man das das erste große Highlight ab. Modlitwa na Marny Czas kontert intensiv und erhaben, eine epische Note kann man dem Song nicht streitig machen. Auch das fesselnde Ouroboros, The Four Etemmü of Kurnugi und das mit einem monströsen Midtempo ausgestatteten Morte, bringen doch einiges an Qualität auf’s Tableau. 

Rein optisch, durch die Arbeit vom renommierten polnischen Künstler Artur Szolc, machen NEOLITH Eindruck. Auch der Sound aus dem Satanic Studio zeigt Kante, aber auch die nötige Klarheit. So lebt Inbir von seinem rauen und kompromisslosen Death Metal, der hauptsächlich vom Florida Todesblei beeinflusst ist. Dabei etwas düsterer als die bekannten Vertreter seine Positionen vertritt. Letztendlich funktioniert Inbir ziemlich geradeaus, der variable Songaufbau gönnt NEOLITH auch die nötige Bewegungsfreiheit. Wer neben infernalischen Gebolze, auch Heavyness, wilde Solis und dezente melodische Parts nicht verachtet, dürfte hier nicht enttäuscht werden. Ein letztendlich ziemlich solider und überzeugender Auftritt von NEOLITH, der weit entfernt ist von der großen Enttäuschung. 

Anspieltipps: Ashur Has Given Me a Brother und Morte


TRACKLIST

01. Inbir
02. Ashur Has Given Me a Brother 
03. The Dawn is Waking
04. Modlitwa na Marny Czas
05. Of All the Gods
06. Ouroboros
07. The Four Etemmü of Kurnugi 
08. Morte



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