GOAT RIDER – Hëllkvlt (2026)
(10.575) Maik (7,8/10) Black Speed Metal
Label: Crypt of Dr. Gore
VÖ: 30.10.2026
Stil: Black Speed Metal
Der Herbst ist da, mit all seiner nebligen Verwaschenheit, nasskalter Luft und Trübtassigkeit allenthalben. Die Christen sind jetzt in ihrem Sauertopfmonat mit Allerheiligen, Volkstrauertag, Totensonntag und Buß- und Bet-Tag, und alles wird mopsig und grau.
Grund genug, sich die geistige Bewölktheit mit gediegenem Krach wegzuballern. Sex, Saufen und ein bisschen Blasphemie hilft da immer. Und zu diesem Behufe haben GOAT RIDER aus Costa Rica pünktlich zu Halloween ein Album rausgehauen, welches wie die Faust aufs Hühnerauge passt.
Die Band ist recht fleißig, denn obwohl sie erst seit 2018 herumrödelt, ist „Hëllkvlt“ bereits der vierte Langspieler. Und eine EP kommt da auch noch dazu. Scheinbar scheinen GOAT RIDER 24/7 für ihre Musik zu leben.
Ob man dazu auch auf Ziegen reiten kann, ist ungewiss, auf jeden Fall kann man aber dazu gut abfeiern. Dieses Gemisch aus Speed und Thrash, schön schwarz angemalt und mit einer dreckigen Punk- Attitüde vermischt ist auch eine gute Möglichkeit, dem kürzlich verstorbenen Cronos noch mal Tribut zu zollen.
Denn genauso unbekümmert wie dazumal VENOM bratzeln die vier Krawallos ihre Songs runter. Wer fragt da noch nach songwriterischer Raffinesse, nach glasklarem Kliniksound und nach Innovation oder Originalität?
Eben. Keine Sau. Oder besser gesagt: keine Ziege. Denn die hat da gar keine Zeit, weil die vier Bagaluten ein Reittier brauchen. So für die Pausen zwischen Sex und Saufen. Und Blackened Speed Punk Thrash’n’Roll zu spielen.
Hier sollte indes völlig klar sein: Das Klischee ist hier King. Und das geht schon ab Bandname und Logo los, geht über Songtitel und Plattencover weiter bis hin zum Namen des Labels. Ich meine, Crypt Of Dr. Gore klingt doch cool, fast wie der Titel eines alten italienischen oder spanischen Horrorschinkens.
Dagegen wirkt der Titel des Albums, „Hëllkvlt“, geradezu schlicht. Ebenso schlicht und simpel wie die Musik. Doch irgendwie ist es doch scheißegal, ob GOAT RIDER hier einfach in die Asservatenkammer des Blackened Thrash gestiegen sind, und sich säckeweise Songfetzen zusammengeklaut haben. Denn letztlich zählt hier nur der Spaß.
Und damit auch klar wird, wo die vier Krachmaten ihre Inspiration herholen, gibt es zum Schluss noch ein Cover-Medley, bestehend aus SODOMs „Outbreak Of Evil“ und VENOMs „Witching Hour“, dem neben „Countess Bathory“ wohl meistgecoverten VENOM- Klassiker.
Wie gesagt, wer Innovation, Originalität und Raffinesse sucht, der ist hier falsch. GOAT RIDER zimmern einfach nur Lärm für Metal- Drecksauparties zusammen. Also zieht die Kutte über, reißt Euch ein Bier auf und dreht die Regler auf zehn, oder elf oder 666. Und dann auf zum Ritt auf der Ziege, wenn sie Bock hat.
Anspieltipps:
👼 Infant Sacrifice
💣 Time To Your Death
Bewertung: 7,8 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Slave
02. Infant Sacrifice
03. Haxan
04. The Key
05. To Get Drunk ’N‘ Get Laid
06. Time To Your Death
07. Blood & Rust
08. Violent Witch
09. Outbreak Of Evil (SODOM Cover)/ Witching Hour (VENOM Cover)

