SORCERY – The Immaculate Sin (2026)
(10.561) Stephan (9,0/10) Death Metal
Label: Xtreem Music
VÖ: 01.10.2026
Stil: Death Metal
Totgesagte röhren länger! Sieben Jahre mussten die Elche im schwedischen Unterholz die Füße stillhalten, aber pünktlich zum 40-jährigen Bandjubiläum melden sich SORCERY mit ihrem fünften Studioalbum „The Immaculate Sin“ lautstark zurück. Dabei war der Weg nicht immer leicht: Nach ihrem legendären 1991er Debüt-Klassiker „Bloodchilling Tales“ sorgten endlose Besetzungswechsel für eine lange Durststrecke und eine dicke Schicht Winterschlaf. Doch seit dem Comeback-Album „Arrival At Six“ im Jahr 2013 rollt die schwedische Todesmaschine unaufhaltsam weiter. Wer befürchtet hat, dass den Old-School-Veteranen um Ola Malmström und Paul Johansson nach vier Jahrzehnten im Geschäft die Puste ausgeht, kann beruhigt aufatmen. Die Jungs sind nicht im Altherrenmodus, sondern klingen verdammt hungrig.
Schon beim Opener „Shadowborn“ ballert einem der typische skandinavische Death-Metal-Sound um die Ohren, der unweigerlich wohlige Erinnerungen an frühe Meisterwerke von DISMEMBER oder ENTOMBED weckt. Diverse Parallelen zu ASPHYX sind auch nicht zu leugnen. Das Ganze ist aber kein aufgewärmter Brei von gestern. Während man früher fast ausschließlich im dichten, tiefen Sumpf des legendären HM-2-Pedals versank, bringt der Wechsel am Mischpult zu William Blackmon (GADGET, VICTIMS, SCAR SYMMETRY, THE ARSON PROJECT) frischen Wind in die Bude. Die Produktion ist herrlich ausbalanciert: Sie lässt genug Platz für düstere Melodien und fiese, bedrohliche Atmosphären, ohne dass der typische Dreck und der fette Bass im Keller verloren gehen.
SORCERY schalten spielerisch zwischen erbarmungslosem old school Gebolze und furchteinflößend verschlepptem Tempo hin und her. Tracks wie „Set The World Ablaze“ gehen ohne Kompromisse und Firlefanz direkt nach vorne. Das Ding strotzt vor Energie und zeigt der jüngeren Generation, wie man auch im Jahr 2026 ein brutales Brett abliefert, ohne die eigenen Wurzeln zu verraten. Mit „Terminate“ und „Paralyzed“ folgt ein brutales Mittelfeld-Duo. Vor allem „Paralyzed“ kriecht zäh und tonnenschwer wie eine Dampfwalze aus den Boxen und sorgt mit seiner fiesen, bedrohlichen Atmosphäre für leichten Nervenkitzel. Das messerscharfe „Slice It Up“ gehen ohne Firlefanz direkt auf die Zwölf. Gegen Ende zieht das Gewaltpotenzial sogar noch mal an: Das mit cooler Hook gespickte „The Exorcist“ brennt alles nieder, bevor das majestätische Finale „Die In Retribution“ die perfekte Fusion aus Melodie und roher Urgewalt liefert.
Auch fürs Auge wird was geboten: Das fantastisch morbide Cover-Artwork von Juanjo Castellano Rosado, welcher schon etliche Alben von Genrekollegen wie Paganizer, Ribspreader, Revel in Flesh, Carnation oder Unleashed veredelte, fängt die höllische Stimmung der Platte visuell perfekt ein.
Trotz aller unübersehbaren „Fanboy-Allüren“ also ein absolut amtliches Fünf-Sterne-Menü für alle, die ihren Death Metal gerne ungeschönt, aggressiv und schnörkellos serviert bekommen. Für Kenner ein echtes Fest und für Neueinsteiger das perfekte Tor zur schwedischen Hölle. Reinhören ist definitiv Pflicht!
Anspieltipps:
👶 Shadowborn
🔪 Slice It Up
Bewertung: 9,0 on 10 Punkten
TRACKLIST
01. Shadowborn
02. Set the World Ablaze
03. Stand as One or Fall Divided
04. Terminate
05. Paralyzed
06. Slice It Up
07. The Door to My Black Soul
08. The Exorcist
09. Flood
10. Die in Retribution

