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CIRITH UNGOL – All The Shadows (2026)

(10.532) Maik (10/10) Epic Metal


Label: No Remorse Records
VÖ: 30.10.2026
Stil: Epic Metal 






Was CIRITH UNGOL angeht, muss ich jetzt einfach mal die Gelegenheit nutzen, etwas weiter auszuholen. Ich habe diese Band nämlich erst einige Jahre nach ihrer Auflösung für mich entdeckt. Die Kauzdinosauren haben nämlich 1992, nach ihrem vierten Album „Paradise Lost“, das Schwert an den Nagel gehängt.

Natürlich kannte ich den Song „Cirith Ungol“, weil der mal in der TENDENZ HARD BIS HEAVY-Sendung lief, und fand den auch ziemlich geil. Doch irgendwie hatte sich später durch den Fokus auf Thrash- und Death Metal kein weiteres Interesse entwickelt. Irgendwann hatte ich aber das Album „Frost And Fire“ irgendwo eingesackt und war seitdem Fanboy.

Zugegeben war ich auch erst skeptisch, als CIRITH UNGOL sich reformierten, ob sie den alten Spirit wiederherstellen könnten, aber diese Befürchtung wurde eiskalt zerbröselt. Und das untermauern CIRITH UNGOL mit ihrem neuen Opus „All The Shadows“ ein weiteres Mal.

Seitdem MANILLA ROAD aufgrund des Todes von Mark Shelton zu Grabe getragen wurden, oblag es nun CIRITH UNGOL, den kauzigen Thron der Epik-Metal-Welt allein gegen allzu forsche Thronräuber zu verteidigen. Das neueste Kampfross ist aber bestens geeignet, etwaige Usurpatoren auf ihre Plätze zu verweisen.

Dass die Mucke von CIRITH UNGOL schon allein durch den charakteristischen Gesang von Tim Baker ein Alleinstellungsmerkmal innehat, dürfte allenthalben bekannt sein. Doch auch songwriterisch stehen die neuen Tracks kaum hinter den Klassikern zurück. Harte Riffs treffen auf eindringliche Epik und das alles wird gekrönt durch Bakers immer etwas am Rande des Fatalistischen kratzende Stimme.

Dabei gelingt es der Band, einerseits traditionell nach sich selbst zu klingen, das Ganze zeitlos auf den Acker zu tragen, ohne irgendwie altbacken zu wirken. Scheinbar wollten CIRITH UNGOL nicht einfach auf ihrer Kult-Welle weiterreiten, sondern in dieser Sparte auch Akzente setzen. Die Gratwanderung zwischen Fan-Erwartung und Zukunftsblick ist den alten Schergen aber meisterhaft gelungen.

Wuchtige Riffs, die auch aus den Siebzigern stammen könnten, werden mit moderner Power zelebriert, dazwischen flirren Melodien umher, die den Sound verdichten. Manche Riffs erinnern an BLACK SABBATH und das eine Riff in „Hollow Nimbus“ gemahnte mich ein wenig an DEEP PURPLEs „Stormbringer“. Dafür schwebt über dem abschließenden „Venus In Thirds“ ein kleiner Hauch MERCYFUL FATE. Ungewöhnlich vielleicht „Shallow Reflection“, der mit einem Basslauf und einer Slide Guitar beginnt, dann aber zu einem Epik-Doom-Kracher wird, den auch BLACK SABBATH nicht von der Bettkante gestoßen hätten.

Dies alles natürlich im altbekannten CIRITH UNGOL-Gewand. Sicher ist es nahezu unnötig, zu erwähnen, dass auf dem Coverartwork ein weiteres Mal der Elfenkrieger Elric zu sehen ist, wiederum ein Werk von Michael Whelan. Farblich erinnert das Bild an das Cover von „One Foot In Hell“ und knüpft auch so an die glorreiche Historie der Band an.

Kann man ein solches Album anders machen? Sicher, aber dann wäre es nicht CIRITH UNGOL. Kann man ein solches Album besser machen? Nun, wenn man ein CIRITH UNGOL-Album machen möchte, sicherlich nicht. Gut, wer mit Bakers Gesang schon immer gefremdelt hat, wird auch hier eher säuerlich kucken. Wer aber auf diese Band steht, kann beim Kauf dieser Scheibe keinen Fehler machen.

„All The Shadows“ steht keinesfalls im Schatten (sic!) der Bandklassiker, sondern ragt gleichberechtigt hervor. CIRITH UNGOL haben mit diesem Silberling ihren Status im Kauz-Metal gefestigt und verteidigt. Und weil ich nicht ein Fitzelchen zum Meckern gefunden habe, zücke ich hier auch die Höchstnote. Basta!

ANSPIELTIPPS:
🔥All The Shadows
💀Hollow Nimbus


Bewertung: 10 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. All The Shadows
02. This Mortal Stain
03. Turning Blind
04. Shallow Reflection
05. Empty Tomb
06. On Broken Wings
07. Hollow Nimbus
08. Venus In Thirds



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