GODZILLA IN THE KITCHEN – Termination Sequence (2026)
(10.530) Timo (7,0/10) Alternative/Metal
Label: Tonzonen Records
VÖ: 23.10.2026
Stil: Alternative/Metal
Drei Musiker, zwei Kontinente und ein musikalischer Neuanfang: Mit Termination Sequence schlagen GODZILLA IN THE KITCHEN ein neues Kapitel auf. Nachdem sich die Leipziger Band 2024 personell neu aufstellen musste, komplettiert der aus São Paulo stammende Thiago Presto das Trio am Schlagzeug. Gleichzeitig verabschiedet sich die Formation von ihrer rein instrumentalen Vergangenheit. Gitarrist Simon Ulm übernimmt den Gesang und verleiht dem progressiven Groove-Rock eine neue, emotionalere Ausrichtung. Das Ergebnis ist ein Alternative-Metal-Album, das durchaus eigene Akzente setzt, seine Möglichkeiten aber noch nicht vollständig ausschöpft.
Schon der Opener Nothing for None macht mit wuchtigen Metal-Riffs, technisch versierter Gitarrenarbeit und melodischem Gesang ordentlich Eindruck. Progressive Strukturen treffen auf einen kraftvollen Groove, während atmosphärische Passagen für zusätzliche Tiefe sorgen. Erinnerungen an Tool kann ich dabei nicht von der Hand weisen. Auch Faith No More und Prong kommen dabei durchaus in den Sinn, wobei die Herangehensweise der Leipziger dennoch recht eigenständig ist.
Auch Humility weiß mit verschachtelten Strukturen, düsterer Atmosphäre und einem gelungenen Spannungsaufbau zu überzeugen. Birdsong schlägt zunächst leisere Töne an. Filigrane Gitarren erzeugen eine beinahe zerbrechliche Stimmung, bevor wuchtige Riffs aus der zurückhaltenden Atmosphäre hervorbrechen. Dazu gesellt sich ein emotional packender Gesang, der dem Stück eine berührende Note verleiht. Spätestens bei No Sign of Life wird deutlich, wie sehr die Band auf ruhige Einstiege, hypnotische Stimmungen und spätere Ausbrüche setzt. Das funktioniert durchaus, allerdings wiederholen sich bestimmte Elemente im Verlauf des Albums mir persönlich etwas zu oft. Für eine willkommene Erweiterung des Klangbildes sorgt allerdings der Song Wonder. Fette Beats, wuchtige Riffs und psychedelische Passagen treffen auf ruhigere, beinahe virtuose Gesangsmomente. Stellenweise blitzt dabei eine Assoziation zu Sepultura‘s Roots Bloody Roots auf. Was vielleicht die wichtigen Farbtupfer sind die der neue, brasilianische Drummer Thiago Presto mit ins Spiel bringt.
Termination Sequence ist ein ordentliches Album, das mit einem eigenständigen Sound, guten musikalischen Ideen und einer professionellen Produktion punktet. Zwischen progressivem Groove-Rock, Alternative Metal und psychedelischen Elementen funktioniert das Trio. Der Schritt vom instrumentalen Ansatz hin zum Gesang erweist sich durchaus wegweisend. Dennoch springt der Funke nicht durchgehend über. Manche Heavy-Grooves könnten mehr Druck und Durchschlagskraft entwickeln, während sich die wiederkehrenden Wechsel zwischen ruhigen Passagen und schweren Ausbrüchen stellenweise etwas gleichförmig anfühlen.
GODZILLA IN THE KITCHEN gelingt mit Termination Sequence ein eigenständiger und handwerklich überzeugender Neustart. Die Band besitzt Atmosphäre, technische Klasse und hörbares Potenzial. Das Songwriting und die Durchschlagskraft der Grooves sind ausbaufähig. Ein gutes Fundament ist das sicher, woraus sich spannende und nachhaltige Songs entwickeln können. Am Ende steht hier ein anspruchsvoller Sound, der wuchtig und virtuos zugleich ist. Mich aber noch nicht völlig packen konnte.
ANSPIELTIPPS:
🔥 Nothing For None
🌟 Wonder
Bewertung: 7,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Nothing For None
02. Humility
03. Birdsong
04. Empty Cribs
05. Everyday People
06. No Sign Of Life
07. Wonder
08. Termination Sequence

