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IN PAIN – My Knife cuts Flesh (2026)

(10.519) Olaf (5,0/10) Death Metal


Label: Helter Skelter Prod.
VÖ: 23.10.2026
Stil: Death Metal






Mit dem Wort „Kult“ möchte ich im Death Metal inzwischen etwas sparsamer umgehen. Nicht jeder, der Anfang der Neunziger in Schweden eine Gitarre halten konnte, hat damit automatisch einen Platz im Pantheon gebucht. IN PAIN wurden 1992 im südschwedischen Skåne gegründet, veröffentlichten ihren ersten Langspieler The Sound of Death allerdings erst 2019. Auf The Thing from the Grave von 2022 folgt nun My Knife Cuts Flesh. Ordentlich Vorgeschichte also, aus der sich für mich jedoch keinerlei musikalische Sonderrechte ergeben.

Die Zutaten stimmen zunächst: sägende HM-2-Gitarren, tiefe Growls und jene morbide Grundstimmung, bei der man vorsichtshalber nachschaut, ob unter dem Sofa etwas verwest. Tomas Skogsberg verantwortete den Mix im Sunlight Studio, die klangliche Familienähnlichkeit zu ENTOMBED, DISMEMBER und GRAVE kommt entsprechend wenig überraschend. Der beworbene Pflichttermin für Freunde schwedischer Todesbleitradition gerät für mich dennoch zur ziemlich vorhersehbaren Angelegenheit. Ein HM-2 ist ein Effektgerät und kein Ersatz für gute Einfälle. Zu häufig bedienen IN PAIN vertraute Muster, ohne daraus eigenständige, erinnerungswürdige Songs zu formen.

Klar groovt das stellenweise ordentlich, und gelegentlich möchte der Nacken tatsächlich mitreden. Interessanter wird es vor allem dort, wo eine faulige AUTOPSY-Schlagseite durch das schwedische Grundgerüst drückt. Diese schleppende, unangenehm morbide Note steht der Truppe gut und sorgt zumindest zeitweise für etwas Charakter. Über weite Strecken fehlen mir allerdings markante Riffs und zwingende Spannungsbögen.

Neun Stücke in knapp vierzig Minuten sind eigentlich eine vernünftige Portion; hier ertappe ich mich trotzdem beim gedanklichen Blick auf die Uhr. Einige HM-2-Fanatiker werden mir dafür vermutlich mit dem nackten Hintern ins Gesicht springen wollen. Hilft nichts: Der richtige Gitarrenton allein hält meine Aufmerksamkeit nicht am Leben.

Gerade geradliniger Death Metal lebt für mich von den kleinen Gemeinheiten im Detail: einem Riff, das unvermittelt zupackt, einem Tempowechsel, der den Song nach vorne reißt, oder einer schleppenden Passage, die wirklich Unbehagen auslöst. Solche Akzente müssten hier viel häufiger die Führung übernehmen. IN PAIN machen es sich zu oft in ihrer vertrauten Klangwelt bequem. Die ist zwar stilecht möbliert, aber nach einer Weile kenne ich eben auch die letzte Spinnwebe persönlich.

Zum Biervernichten taugt das stellenweise durchaus. Für einen zwingenden Grund, anschließend erneut auf Play zu drücken, müssten IN PAIN allerdings deutlich mehr liefern. Die Toten dürfen gern auferstehen; meine Begeisterung bleibt vorerst liegen.

ANSPIELTIPPS:
💀The Tower
⚰️Break Through the Coffin Lid


Bewertung: 5,0 von 10 Punkten




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