KASCK – The Universal Lie (2026)
(10.534) Maik (8,0/10) Thrash Metal
Label: Witches Brew
VÖ: 17.10.2026
Stil: Thrash Metal
Da wäre mir doch fast das aktuelle Album der Inder von KASCK durch die Lappen gegangen. Dank gewisser Facebook-Gruppen wurde mein Gedächtnis aber wieder angekurbelt und ich hörte umgehend in „The Universal Lie“ rein. Und was soll ich sagen, gehört und für gut befunden.
Nein, so kurz möchte ich dieses Review nicht abhandeln. Denn KASCK haben nicht nur ein beachtliches Thrash-Metal-Album rausgehauen, sondern auch noch maximale Abwechslung reingepowert. Und ein paar Überraschungen eingebaut.
Denn so behaglich, wie das Album beginnt, bleibt es nicht. Nach anfänglichem Akustikgeplänkel setzt nämlich ganz schnell wuchtiges Riffing ein, welches dann auch gleich Fahrt aufnimmt. Interessante Tempiwechsel lockern den Song auf und entfalten ein gerüttelt Maß Dynamik.
So hätten vielleicht SEPULTURA zu „Arise“-Zeiten geklungen, wenn sie aus Deutschland kämen. Oder so. Vielleicht auch nicht. Jedenfalls macht der Opener und gleichzeitig Titelsong mächtig Laune, und das Death-Metal-mäßige Riff zu Beginn des letzten Drittels massiert schön die Mageninnenwand.
Und dann setzen die Inder noch einen drauf. Nachdem der Opener wieder mit dem orientalisch anmutenden Akustikgeplänkel endet, knallen uns die drei Thrasher mit „Divide By Design“ eine Mörderthrashgranate um die Lauschlappen, die sich nicht nur gewaschen, sondern auch gebürstet, poliert und zum Trocknen aufgehängt hat. Wer hier nicht im Viereck springt, darf sich fürderhin nicht mehr Thrasher nennen.
Die Band zeigt auch gern, dass Aggression und Melodie sich nicht ausschließen müssen, wie das doch recht harmonische Solo in „Terror Of The Night“ zeigt. Fast episch wirkt „A Bastard’s Tale“, was auch gut zu den Texten des Songs passt.
Den Rahmen des Genres sprengen KASCK dann mit dem letzten Song „Oblivion“. Fast melancholischer Klargesang gibt dem Song etwas Besinnliches, was aber durch das wuchtige Powerriffing ausgeglichen wird, welches immer wieder aufflammt.
Wenn wir nicht schon genug Unterunteruntergruppen im Metal hätten, könnte man den Song als Gothic Thrash bezeichnen. Wenngleich die Thrashseite hier nur marginal gestreift wird. Zumindest bis das letzte Drittel des Songs noch mal gewaltig Kniegas gibt. Der Song ist ungewöhnlich, aber echt interessant gestaltet.
Auch textlich wollen sich KASCK nicht in Klischees einigeln. Eher sind es philosophische Themen wie im Titelsong, persönliche Ängste und Gedanken wie in „Terror Of The Night“ oder „Oblivion“, um die sich die Lyrics ranken. Und „A Bastard’s Tale“ scheint sich thematisch mit der Serie „Game Of Thrones“ zu befassen.
Das Coverartwork wurde von Saptarshi Das gestaltet, der auch Bass und Vocals in der Thrash/Death-Combo FLINT KNIFE MURDER performt. Leider ist das Album nicht mal eine halbe Stunde lang, aber wenn man es wie ich macht und sich „Divide By Design“ dreimal hintereinander reinzieht, passt das dann schon.
KASCK haben mit „The Universal Lie“ ein weiteres Mal gezeigt, dass der indische Subkontinent Metal-mäßig immer mehr Fahrt aufnimmt. Und dies nicht nur als Mitfahrer, sondern auch im Bereich der Richtungswahl. Das Album ist ein sehr abwechslungsreiches Thrashgerät, welches einerseits dem Headbanger fröhliche Urständ bereitet, andererseits auch für Überraschungen sorgt.
ANSPIELTIPPS:
🔥Divide By Design
💀Oblivion
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. The Universal Lie
02. Divide By Design
03. Terror Of The Night
04. Be Quick Or Be Dead
05. A Bastard’s Tale
06. Saviour
07. Oblivion

