POWERMÖNGER – Powermönger (2026)
(10.535) Maik (8,0/10) Speed Metal
Label: Jawbreaker Records
VÖ: 31.10.2026
Stil: Speed Metal
Wir machen einen kleinen Zeitsprung in die Mitte der 1980er-Jahre, als der nordamerikanische Metal sich anschickte, in die nigelnagelneuen Speedstiefel zu schlüpfen. Ich schreibe deshalb ‚nordamerikanisch‘ und nicht USA, weil sich ja dorterdings auch Kanada befindet. Denn genau von dort kommen POWERMÖNGER, die sich soeben mit ihrer ersten EP zu Wort melden.
Die nennt sich schlichterdings ebenfalls „Powermönger“ und enthält sechs Tracks. Wenn mir jemand gesagt hätte, die Scheibe stammt aus dem Jahre 1983, hätte ich das unbesehen geglaubt. Schon beim ersten Track, der gleichzeitig das Titelstück darstellt, fallen einem sogleich alte EXCITER ein, was ja naheliegt.
Das liegt vor allem am Gesang von Blaise Elchuk, der einerseits ein wenig wie Dan Beehler klingt, andererseits aber auch an Bands wie CENTURY oder SINTAGE erinnert. Bei einigen Songs kommt dann noch eine weitere kanadische DNA-Beimischung zum Tragen, nämlich ANVIL.
Insgesamt könnte man POWERMÖNGER stilistisch irgendwo zwischen ANVIL und EXCITER einordnen, wobei der Hauptfokus natürlich auf dem Speed Metal liegt. Das ist alles weder neu noch sonderlich originell, macht aber auf lockere Art und Weise saumäßig Spaß. Wer hier nicht zumindest mit dem großen Zeh wippt, ist definitiv tot.
Die Achtziger-Klischees werden bis aufs Äußerste ausgereizt, so präsentiert sich die Produktion ebenso roh und ungeschliffen wie dazumal, die Songs versprühen das Ungestüm dieser Zeit und die Bandphotos haben diesen leicht infantil wirkenden martialischen Touch. Dazu kommt noch ein eher schlichtes Coverartwork, welches auch aussieht wie auf einem obskuren Flohmarktfund.
Das ganze Machwerk müffelt derart nach allen Metalklischees, dass man als alter Sack, der ich bin, einerseits hellauf begeistert ist. Natürlich ist das sicher nichts für den Freund modern aufgehübschter Sounds und glattgebügelter Arrangements. Aber zum Abrocken und Funhaben ist das kleine Scheibchen durchaus brauchbar. Und wer noch ein Statement der Band dazu braucht, der höre auf den Schluss von „Leather Legions“: ‚Never fucking relax! Just get evil! All the time live for violence! Die for Metal! Fuck off in Hell! That’s what you should do!‘
ANSPIELTIPP
🔥Leather Legions
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Powermönger
02. Leather Legions
03. Hellfighter
04. Off The Menu
05. Order Of The Lich
06. Max Overload (ACID- Cover)

