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ARCKANUM – Beswærilsin (2026)

(10.546) Patrick (9,0/10) Black Metal


Label: Darkness Shall Rise Productions
VÖ: 30.10.2026
Stil: Black Metal






Die ersten drei ARCKANUM Alben gehören in meinem Verständnis mit zum Besten, was der schwedische Black Metal je hervorgebracht hat. Danach folgten diverse EPs und sechs weitere Alben, welche zwar allesamt einen gewissen Charme ausstrahlten, qualitativ ebenfalls von höchster Güte waren, aber niemals wieder an das Schaffen der Band von 1995 bis 1998 heranreichen sollten. 2018 wurde ARCKANUM schließlich zu Grabe getragen. Gute sieben Jahre später stellte Shamaatae, seines Zeichens alleiniger Herrscher über die musikalische Gestaltung der Band fest, dass er wohl doch noch nicht alles gesagt hatte und reanimierte die Band, was nun schließlich im Album „Beswærilsin” gipfelt.

Zugegeben……Ich war anfangs sehr zweigeteilt, denn einerseits freue ich mich unendlich über ein weiteres ARCKANUM Album, aber andererseits macht mir die unfassbare Qualität der ersten drei Alben doch sehr Kopfzerbrechen, denn es müsste mit allerlei Übernatürlichem zugehen, sollten diese Sternstunden des schwarzen Stahls jemals auch nur ansatzweise erreicht, oder gar übertroffen werden. Egal, wie das der Künstler selbst einschätzt, aus Sicht eines schwer nostalgiebehafteten Hörers, hat Shamaatae mit dieser „Trilogie“ einfach alles gesagt. Ein künstlerisches Unterfangen, welches einem schlichten Ding der Unmöglichkeit gleichkommt. Dementsprechend stellt sich kurz nach der Freude über das weitere Leben ARCKANUMs schnell die Frage, ob man denn „Beswærilsin” nun wirklich braucht.

Nun….die Antwort ist so aussagekräftig und kurz wie simpel. JA, verdammte Scheiße!

Ein kurzes Intro, in dem schamanisch anmutendes Getrommel zu geheimnisvoll rezitierten Lauten in altem Schwedisch, unterstützt von Pferdegetrappel und Wolfsgeheul die glorreiche Rückkehr ARCKANUMs ankündigen, leitet den Hörer in den Opener „Mz Fianda Rathi“ und sobald der metallische Anteil im Song einsetzt, ist das alles ein bisschen so wie „nach Hause“ kommen. Es dauert nicht lang und ich bin im Kosmos der Musik gefangen. Treibende Rhythmen, ein fantastisch ausgewogenes Melodieverständnis und des Meisters grollende Stimme wissen auf Anhieb zu gefallen und in den Tom-getriebenen Schlagzeug-Teilen fühlt man sich sofort an „Frana“ vom 1998er „Kampen“ Album erinnert.

Danach startet „Utgarthzether“ zunächst Blastbeat-lastig und bewegt sich dadurch etwas aggressiver durch die Gehörgänge. Nach kurzer Zeit setzt allerdings auch hier dieses typische und absolut feinfühlige Gespür für Melodik wieder ein und hebt auch diesen Song auf eine Ebene, von der andere Bands nur träumen können. In der Mitte des Songs öffnet sich eine folkige Passage, welche die vorherrschende und unfassbar intensive Atmosphäre bis zum Maximum steigert. Mit dem dritten Song hält die doomige Seite Einzug in den Sound von ARCKANUM. Zäh und schleppend walzt sich „Wilianz Kniwer“ eindrucksvoll durch die viereinhalb Minuten Spielzeit und trotz der musikalisch reduzierten Ausrichtung und des relativ simplen Ansatzes im Songwriting, kommt zu keiner Zeit Langeweile auf.

In dieser perfekt ausgewogenen Schnittmenge aus irren treibenden Rhythmen, vereinzelt auftretender Raserei und einer permanent vorherrschenden und irrsinnig feinfühligen melodiebestückten Atmosphäre geht es munter durch das ganze Album durch und damit lässt der Hauptprotagonist zu jeder Zeit Erinnerungen an die glorreichen Zeiten dieses Genres wach werden. Kurz…..dieses Album ist ein Festmahl für den nostalgischen Black Metal Fan!

Was den fast perfekten Gesamteindruck des Albums etwas schmälert, ist die Tatsache, dass sich aus den angegeben 11 Tracks, effektiv nur 9 als „hörbare“ Songs erweisen. „Gyghra Hirthi“ ist ein Instrumental, bei dem sich der Bass, über vereinzelt auftretenden Krähengeräuschen als führendes Instrument zeigt und immer und ewig die gleichen Noten herunterzupft und schließlich steht „Twaethursaspa“ am Ende der Platte, welches über fast 9 Minuten lang nur gesprochenen Lyrics über einer ambient-artigen Soundkulisse bietet. Beide Tracks sind für sich genommen, als Zwischensequenz durchaus stimmig und der Atmosphäre absolut dienlich, aber in dieser Ausführung ist das meiner Auffassung nach einfach alles viel zu lang geraten und stört, je nach Gefühlslage, etwas den Fluss beim Durchhören des Albums und was genau uns Shamaatae gerade mit dem letzten Track sagen möchte, bleibt wohl einzig ihm selbst vorbehalten. Letztendlich auch egal, denn die verbleibenden 9 Songs sind pures schwarzes Gold.

Fazit: Man kann es drehen und wenden wie man will, aber letztendlich ist die neue Scheibe einfach eine wunderbare Zeitreise in die alten Tage dieser herrlichen Musik geworden und auch wenn die ersten drei Alben für immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben werden, so ist die neue Langrille doch ein wunderschönes Stück schwedischer Tonkunst geworden, welches sich direkt dahinter in die Diskographie des Schweden einreiht. Shamaatae hat seit jeher eine ganz eigene Art Black Metal zu zelebrieren und diese Art und Weise ist im Genre absolut eigenständig und einzigartig. Diese absolut eigenwillige, ja fast etwas kauzige Art, schwingt auch heute noch durch jede einzelne Komposition auf „Beswærilsin”. So manche Melodieführung, wie z.B. in „Trulmoth“ kommt dem geneigten Fan sicher irgendwie bekannt, nein....viel mehr vertraut vor, denn der Meister zitiert sich gern mal ein wenig selbst, aber auch das ist völlig legitim und trägt unmissverständlich dazu bei, dass man die Handschrift dieser Ausnahmeband zu jeder Zeit aus tausenden von Bands heraushören kann.

Der Sound stimmt und die Verpackung, also das Cover kann sich ebenfalls sehen lassen, also habe ich mir gleich mal die signierte Porno-Version der Platte bestellt. Ein überaus empfehlenswertes Album, welches euch ebenfalls euer hartverdientes Geld mit Leichtigkeit aus dem Geldbeutel entlocken sollte.

Willkommen zurück!
Kaufen!!!

ANSPIELTIPPS:
🔥Mz Fianda Raþi
🔥Anskoti


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Mz Fianda Raþi
02. Utgarþzeþer 
03. Wilianz Kniwer
04. Rymz Rand
05. Gyghra Hirþi
06. Eldstenz Frø 
07. Wiþirskapit
08. Skæpna Ær Krigh
09. Anskoti 
10. Trulmoþir 
11. Twæþursaspa 



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