MUTATION – Esoteric Order of Debauchery (2026)
(10.547) Stephan (6,5/10) Raw Death/ Thrash Metal
Label: Hells Headbangers Records
VÖ: 09.10.2026
Stil: Raw Death/ Thrash Metal
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Musikalische Zeitreisen sind im Extrem-Metal ein zweischneidiges Schwert. Die Stockholmer Band MUTATION versucht auf ihrem Debütalbum gar nicht erst, das Rad neu zu erfinden. Stattdessen kultivieren sie einen extrem rohen, an die späten Achtziger angelehnten Death Metal, der ohne jeglichen modernen Glanz oder gar Emotionen auskommt. Das über Hells Headbangers erschienene Werk liefert in gut 33 Minuten genau das, was der Promozettel verspricht: ungefilterte Aggression und sägende Riffs.
Der Einstieg gelingt durch das stimmungsvolle, atmosphärisch dichte Intro recht vielversprechend und bereitet den Hörer gut auf das folgende, ziemlich chaotische Inferno vor. Was danach folgt, gleicht einer permanenten Schocktherapie. Die Rhythmusfraktion ballert unbarmherzig nach vorne, während sich die Soli bewusst unstrukturiert und abgefuckt präsentieren. Wer den urtümlichen Geist der Epoche zwischen 1985 und 1988 sucht, in der die Grenzen zwischen Black, Thrash und Death Metal noch verschwammen, wird hier stellenweise fündig. Die Live-Atmosphäre bleibt durch die unpolierte Produktion spürbar, ohne dass die Musiker dabei spielerisch komplett die Kontrolle verlieren.
Allerdings offenbart genau diese Kompromisslosigkeit auch die Schwächen der Platte. Die acht Stücke wirken über weite Strecken extrem stressig und monoton. Durch das fast vollständige Fehlen von Melodien oder Tempowechseln verkommt der rohe Sound schnell zu einem ermüdenden Rauschen. Was als nostalgischer und räudiger Underground-Tipp beginnt, verliert nach der Hälfte der Laufzeit spürbar an Dynamik, da sich die Songstrukturen zu stark ähneln.
Ein gefundenes Fressen für Puristen, die es ungeschliffen und primitiv mögen, aber mit ganz viel Luft nach oben. Wer auf Sachen wie POSSESSED, MORBID SAINT frühe SEPULTURA oder SADISTIC INTENT wird daran vielleicht gefallen finden. Für alle anderen bleibt es ein anstrengendes Metzelfest, dem ein wenig mehr Abwechslung gutgetan hätte.
Anspieltipps:
🙏 Occultation of the Ephemeral Light
Bewertung: 6,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Dead Gods Exhumation Trance
02. Occultation of the Ephemeral Light
03. Pestilent Whore
04. Metamorphosis (Beyond the Flesh)
05. Sepulchral Possession
06. Stygian Spheres
07. Necromantical Holocaust
08. Esoteric Order of Debauchery

