SERGEANT STEEL – Golden Absolution (2026)
(10.562) Maik (9,6/10) Hard Rock
Label: Metalopolis
VÖ: 16.10.2026
Stil: Hard Rock
Da sich die mitteleuropäische Wetterlage so langsam in Richtung Schnarchzapfigkeit und Düsternis neigt, braucht man ab und an einen ordentlichen Schub an Gute-Laune-Mucke, die mit vernünftigen Stromgitarrenklängen die Adrenalinpumpe cranken.
Einen passenden Nervenendenstimulator haben die Österreicher von SERGEANT STEEL in Form eines neuen Flacheisens in den Schmiedeofen geworfen. Das Teil nennt sich „Golden Absolution“ und stellt bereits das sechste Studioalbum der Formation dar.
Da ich vorher etwas von Hard Rock las, hatte mich der erste Song „1000 Lives“ doch ziemlich hart erwischt. Wuchtiges, bedrohlich wirkendes Riffing und eine Gesamtstimmung, die mich anfangs doch eher an DIO erinnerte als an gefälligen Hard Rock.
In diese Richtung geht dann eher der nächste Song, der einerseits an frühere Ergüsse von KROKUS und auf der anderen Seite an Ami- Hardrock von der Sparte GUNS ‘N‘ ROSES erinnert. „Teeny Meany“ greift dann tief in die Kiste mit der Aufschrift ‚Southern Rock‘. Mit einer Prise Hard Rock und Sleaze Metal gewürzt.
Natürlich darf auf einer stilistisch derart gepolten Scheibe die obligatorische Ballade nicht fehlen, die in Gestalt von „Street Of Broken Hearts“ auch geliefert wird. Hier kommen die Blues- Einflüsse gleichermaßen zum Tragen wie eine leicht an Psych Rock angelehnte Note. Dazu eine schön nostalgisch herumdödelnde Hammond- Orgel.
Doch zumeist drücken SERGEANT STEEL auf die Tube, wie bei Gassenhauern wie „Hold Your Fire“ oder Durchreißern wie „Fool For Your Lovin‘“ bis hin zu Stampfern wie „Catch The Train“ oder einem WHITESNAKE-mäßigem Hammer wie „Stay With Me“. SERGEANT STEEL machen klar, sie sind hier, um zu rocken. Und das machen sie wirklich gut. Meine Frau meinte beim ersten Hören: „coole Partymucke!“. Das aus dem Munde meiner besseren Hälfte ist definitiv ein Qualitätszeugnis.
Und auch ich muss sagen, dass mir „Golden Absolution“ ganz gut reinläuft, so gut, dass ich mich kaum für Anspieltipps entscheiden kann. Die Platte ist einfach ein Gute-Laune.-Motor, und selbst die Sonne kämpft sich gerade durch die Nebelwand, um zu hören, was da gerade so abgeht.
Die Rocker aus unserem alpinen Nachbarland haben bewiesen, dass man Hard Rock, Sleaze Rock, Blues, Southern Rock und Heavy Metal in einen Topf schmeißen kann, ohne dass daraus ein undefinierbarer Matsch wird. Dazu kommt noch eine hörbar unbändige Spielfreude, so dass ich die Scheibe fast als Hard Rock- Highlight 2026 bezeichnen möchte, obwohl meine Vergleichsmöglichkeiten in dieser Sparte eher dürftig sind.
Anspieltipps:
🌱 1000 Lives
🙏 Stay With Me
Bewertung: 9,6 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. 1000 Lives
02. Back On The Track
03. Teeny Meany
04. Hold Your Fire
05. Lonely Street Of Broken Hearts
06. Fool For Your Lovin‘
07. Catch The Train
08. Stay With Me
09. Wireless
10. Dying Love

