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THE FLESH TRADING COMPANY – Last Will of the Dead and Damned (2026)

(10.567) Miriam (9,5/10) Thrash-Death Metal


Label: D.I.Y.
VÖ: 13.11.2026 
Stil: Thrash-Death Metal






Wer mich kennt, der weiß, dass diese Ecke des Metals normalerweise so gar nicht mein Wohlfühl-Genre ist. 

ABER LEUTE … was die Herren von THE FLESH TRADING COMPANY hier zusammengebraut haben, ist verdammt noch mal ein richtig geiles Gebräu! Dass ich das Album heute zum ersten Mal höre, liegt an meinem lieben Schreihals am Gesang, der mir das Material bis zum Schluss vorenthalten hat. Aber das Timing könnte nicht besser sein: Die Band feiert ihr 15-jähriges Bestehen und das Release fällt exakt auf meinen Geburtstag. Solche genialen Geschichten schreibt nur das Leben – und das muss jetzt einfach niedergeschrieben werden! 

Für alle, die in den letzten 15 Jahren unter einem Stein gelebt haben: THE FLESH TRADING COMPANY gründeten sich 2011 im unterfränkischen Haßfurt und sind seither eine feste Instanz im regionalen Untergrund. Die Band selbst betitelt ihren Sound charmant als „New Wave of Franconian Flesh Metal“ – ein hochenergetisches Brett, das die Grenzen zwischen traditionellem Heavy Metal, peitschendem Thrash und einer ordentlichen Kante Death Metal spielend einreißt. Nach ihrer letzten EP Franconian Witchcraft (2020) markiert das neue Werk den nächsten großen Meilenstein ihrer Bandgeschichte.

Bevor ich meine persönliche Meinung über das Album verlauten lasse, möchte ich kurz klarstellen, dass ich es neutral bewerte. Wie gesagt: Ich durfte es zuvor nicht hören! 

Schon das Cover-Artwork macht neugierig auf das, was einen erwartet. Fledermäuse, der Sensenmann und alles, was sich rund um den Tod und die morbide Ästhetik bewegt, gehören ohnehin zu meinen absoluten Favoriten. Da schlägt mein düsteres schwarzes Herz natürlich direkt ein paar Takte schneller!

Und kaum drückt man bei Marvellous Madness auf Play, wird man zunächst von einer dieser filmischen Einspielungen abgeholt, die ich persönlich ja sehr mag. Doch der wundervolle Wahnsinn bleibt nicht lange nur im Kopfkino, denn was anschließend aus den Boxen dröhnt, ist ein druckvolles, kräftiges Brett, das sich direkt ins Trommelfell fräst. Und ich glaube sogar, für einen kurzen Moment etwas Deutsch herauszuhören. Ein Einstieg, der seinem Namen alle Ehre macht! 

Mit Run geht die Reise dann ordentlich auf die Überholspur. Ich schätze mal, die Gitarren sind hier definitiv nicht im Urlaub, denn ein Riff jagt das nächste. Da hat Herr Schertel ganze Arbeit geleistet! In einem kurzen Moment der Hoffnung denke ich mir: Bitte lass sich das durch das ganze Album ziehen! 

Und tatsächlich wird es nicht weniger düster, denn mit The Grave's Deceit und Tombstone Carvings öffnet sich musikalisch ein weiteres Grab. It's Time to Die! Die beiden Grabesgesänge verschmelzen für mich zu einer finsteren Reise zwischen Vergänglichkeit und dem letzten Gang. Lyrisch wie musikalisch geht das Ganze unter die Haut. Fette Blastbeats treffen auf wuchtige Heavy-Metal-Gitarren und erschaffen eine Atmosphäre, die einen unweigerlich tiefer in diese morbide Welt hineinzieht. 

Doch mein persönliches Highlight wartet noch: Fleshlust! Ich finde ja, wenn man nach dem ersten Mal Hören den Refrain schon mitsingen kann, hat man etwas erreicht, das sich jeder Musiker wünschen dürfte. Und ich schätze, live wird das Ganze massiv gefeiert! Dieser Track ist für mich die Verkörperung dieser Band: Heavy, Thrash, Death fucking Metal! Jaaa, hier bekommt man tatsächlich Fleshlust! Schon das Gitarrenintro mit seinem verzerrten Sound verpasst mir eine fette Gänsepelle. Und mit Herrn Gajdas Organ des Horrors bekommt das Ganze noch einmal eine ganz eigene Dimension. Seine Stimme verleiht diesem grandiosen Track förmlich das Gefühl, einem das Fleisch vom Körper zu ziehen. Was für ein Brett! 

Nach einem kurzen Gitarren-Intermezzo namens Heavy geht es mit Metalheadz weiter. Eine Hommage an uns Metaller, die dieses göttliche Genre nicht einfach nur hören, sondern als ihren Lifestyle bezeichnen. Hier wird Heavy Metal zelebriert, mit allem, was dazugehört. Und auch in Sachen Refrain gilt wieder: Das Ding prägt sich ins Hirn ein! Genau solche Songs sind es, die live die Menge zusammenbringen, Fäuste in die Luft treiben und vermutlich noch lange nach dem letzten Ton im Kopf weiterspielen. Metal ist eben mehr als Musik – und dieser Track bringt das wunderbar auf den Punkt.

Mit Lifeless Master und Raped by Ravens wird es schließlich wieder poetisch morbide. Ein lebloser Meister und anschließend von Raben geschändet. Poetischer geht es kaum, oder? Allein diese Titel lassen Bilder entstehen, die irgendwo zwischen morbider Poesie und finsterem Albtraum liegen. 

Natürlich ist Patrick mein Mann und ich kenne die Band inzwischen gut. Aber gerade auf diesem Album merkt man mehr denn je, wie die Herren in ihrer Musik aufgehen. Besonders Patrick, wenn er von Tod, Verenden und dem Gang zu Grabe singt. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier eine ganze Menge Wut, Frust und vielleicht noch so einiges mehr in die Lyrics und den Gesang geflossen ist. Und genau das hört man! Da steckt eine Intensität drin, die sich nicht einfach nur auf die Musik beschränkt, sondern regelrecht unter die Haut kriecht. Dazu kommt Patricks markantes Organ, das sich wohltuend vom gewöhnlichen Growling abhebt, das einem sonst auf unzähligen Veröffentlichungen begegnet. Hier steckt Charakter drin, hier steckt Gefühl drin – wenn auch ein ziemlich finsteres. 

Und dann wäre da noch der Titeltrack Last Will of the Dead and Damned. Ich meine, sagen zu können, dass das ein waschechter Nackenbrecher ist. Wer hier seinen Schädel bewegungslos auf den Schultern trägt, hat wohl irgendetwas am Metal nicht verstanden! Der letzte Wille der Toten und Verdammten – und was für ein würdiger Abschluss! Geiles Riffing, ein Sound, der ordentlich Druck macht, und noch einmal alles, was dieses Album auszeichnet. Die Mannen lassen hier nichts anbrennen und veredeln das Werk mit einem Finale, das sich gewaschen hat… naja eher das Fleisch vom Körper zieht…. 

FAZIT 

Was soll ich sagen? Manchmal muss man seinen musikalischen Wohlfühlbereich einfach verlassen, um festzustellen, was einem bisher entgangen ist. Last Will of the Dead and Damned hat mich jedenfalls genau dort abgeholt, wo ich es vielleicht gar nicht erwartet hätte. 

THE FLESH TRADING COMPANY liefern ein Album ab, das ordentlich Druck macht, musikalisch keine Gefangenen nimmt, ultra fett produziert ist und dabei seinen ganz eigenen Charakter bewahrt. Hier treffen Spielfreude, brachiale Riffs, düstere Atmosphäre und eine ordentliche Portion morbider Leidenschaft aufeinander. 

Natürlich bin ich als Frau des Mannes am Mikrofon nicht ganz unvoreingenommen. Aber glaubt mir: Dieses Album braucht keine persönliche Verbindung, um zu überzeugen. Was hier musikalisch abgeliefert wurde, spricht definitiv für sich! 

15 Jahre THE FLESH TRADING COMPANY – und wenn dieses Album eines beweist, dann, dass mit diesen Herren noch lange nicht Schluss ist. 

Warum keine glatten 10? Ganz einfach: Nach 15 Jahren darf man ruhig noch ein kleines bisschen Pulver im Magazin behalten. Schließlich wollen wir ja nicht, dass den (hust) älteren Herren schon beim nächsten Werk die Munition ausgeht. Und wer so lange auf ein Album warten lässt, darf ruhig noch eine Schippe drauflegen! 

Chapeau, meine Herren!

Anspieltipps:
🍖 Fleshlust
🤘 Metalheadz
🤜 Last Will of the Dead and Damned


Bewertung: 9,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Marvellous Madness 
02. Run 
03. The Grave's Deceit 
04. Tombstone Carvings 
05. Fleshlust 
06. Heavy 
07. Metalheadz 
08. Lifeless Master 
09. Raped by Ravens 
10. Last Will of the Dead and Damned 



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