BESOTTEN – Eye Of The Monolithicrypt (2026)
(10.576) Maik (8,9/10) Death Doom Metal
Label: Transcending Obscurity Records
VÖ: 06.11.2026
Stil: Death Doom Metal
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Schon beim Blick auf das Cover erlebt man einen optischen Flashback in die frühen Neuziger, als Labels wie Seraphic Decay oder Relapse mit kultigen Seven Inches brutal garstige Death Metal Mucke unter das gierige Volk brachten.
Die Rede ist hier von den erst seit fünf Jahren existierenden BESOTTEN, die soeben ihr Debütalbum veröffentlicht haben. Das Gerät hat den zungenbrecherischen Titel „Eye Of The Monolithicrypt“ und hat alles, was der gern im Morast schwelgende Death Doomer braucht.
Schleppend schwere Riffs, grummelnder Bass und dazu eine Stimme, die aus dem finstersten Höllenpfuhl gekrochen kommt – all das vervollständigt den Old School Sumpf – Eindruck. Dabei sollte ich auch anmerken, dass hier trotz des doch sehr eng gesteckten Rahmens so viel Abwechslung wie möglich erzielt wird. Doom Metal, klar, auch Death Metal – so etwa, als würde man BOLT THROWER mit halber Geschwindigkeit hören.
Doch manchmal wird, wie zum Beispiel im Song „Cruentation“, auch mal kurzzeitig das Tempo hochgefahren, und in diesen Momenten kratzen BESOTTEN haarscharf am Black Metal vorbei. Genauso auch in „Storming The Cerebral Cathedral“.
Dann wieder gibt es Momente, die im Bereich des Funeral Doom agieren, für alle, denen das Debütalbum von PARADISE LOST zu fröhlich klingt. Im Mittelteil von „Bathed In Sufferable Light“ wird sogar kurzzeitig die Auflösung jeglicher Melodik zelebriert, während der Song gegen Ende regelrecht verträumt wirkt. Dabei wirken diese abrupten Wechsel nur anfangs überraschend, bevor man sie als völlig logisch abspeichert.
Den Oberhammer bietet jedoch das abschließende „Bloodcairn“, der über elfeinhalb Minuten ausgedehnt, noch mal alles auffährt, was BESOTTEN auf der Pfanne haben. Rasend schnelle Ausbrüche, quälend langsame Schleifparts, Melancholie und Aggression, Melodie und Chaos. All das zusammengemischt lässt diesen langen Riemen zu keinem Moment langweilig werden.
Gesanglich, wie schon angemerkt, spielt sich das Ganze in ultratiefem Grollen ab, nur aufgelockert durch gelegentliche schwarzmetallische Kreischeinschübe. Das alles mit schön gruftigem Hall unterlegt. Das ergibt letztlich einen Sound, der sich so anfühlt, als würde man durch irgendeinen modrigen Keller oder eine schimmlige Grotte wandeln. Man vermeidet, dass komisch glitzernde Geglibber an den Wänden zu berühren, weil man nicht weiß, ob das jetzt irgendwelche absonderlichen Substanzen sind, oder irgendwas, was nicht mehr, oder schon wieder lebt.
Mit anderen Worten: das Plattencover passt wie das Irrlicht in den Sumpf, denn dieser diffus grün schimmernde Durchgang scheint einen magisch anzuziehen. Man möchte eigentlich nicht wissen, was dahinter ist, doch eine morbide Neugier schiebt all den Ekel und die grässlichen Vorahnungen beiseite. Und mit der Musik von BESOTTEN im Ohr wird man langsam eins mit dem eklen Gewürm und den modrigen Entitäten.
Anspieltipp:
💗 Bloodcairn
Bewertung: 8,9 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Mist Of Decay
02. Bathed In Sufferable Light
03. Cruentation
04. Storming The Cerebral Cathedral
05. Bloodcairn

