HAGEL – The Veil Of Shadows (2026)
(10.577) Maik (8,0/10) Black Doom Metal
Label: Personal Records
VÖ: 06.11.2026
Stil: Black Doom Metal
Obschon der Name HAGEL darauf hinzudeuten scheint, dass es sich hier um eine deutsche Band handelt, kommt die Combo doch ganz woanders her, nämlich aus Mexiko. Gegründet wurde die Formation angeblich schon 1995, hatte aber ohne irgendeine Veröffentlichung schon 2000 das Handtuch geworfen. Seit 2014 gibt es die Band wieder, allerdings ist Gitarrist Carlos Velásquez das einzige Originalmitglied. Nach dem 2021er Debütalbum „Veneration Of The Black Light“ legt die Band nun eine EP mit dem Titel „The Veil Of Shadows“ nach.
Beim Anhören der Musik scheint sich eine zweite Parallele zu deutschem Düstermetal aufzuzeigen, denn durch den Gesang der Vokalistin Iveth Herrera fühlte ich mich doch ein wenig an NOSTURAACK erinnert. Die Dame ist auch der einzige Neuzugang, da sie 2024 zur Band stieß und den auf dem Debütalbum noch zu hörenden Ivan Saldaña ablöste. Der Rest der Band ist seit Neugründung 2014 stabil geblieben.
Sehr stark angeschwärzter Doom Metal, oder doomiger Black Metal – das kann man sehen, wie man möchte - ist die Stoßrichtung der Mexikaner. Eine desolate bis düstere Stimmung wird durch klagende Gitarrenläufe erzeugt, in denen dezente Dissonanzen für zusätzliche Verstörung sorgen. Auch der kratzige Gesang, der auch ein wenig an DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT erinnert, wirkt gleichermaßen beklemmend wie hoffnungsraubend.
Das Tempo wird nur selten etwas hochgeschraubt, und wenn, dann nur, um die Dramatik zu steigern. So zum Beispiel Anfang des zweiten Drittels von „Effluvium“. Das bringt einerseits etwas Abwechslung und verhindert andererseits, dass sich der Hörer von dieser desolaten Stimmung übermannen lässt.
Als weitere Vergleiche fallen mir hier die Frühwerke von OPHTHALAMIA oder FORGOTTEN WOODS ein, vielleicht noch ganz frühe KATATONIA, nur eben noch etwas schwärzer. Trotz der innewohnenden Düsternis hat das Minialbum keine besonders depressiv machenden Aspekte. Ihr könnt mir das glauben, ich kenne mich damit aus. Dennoch sollte man keine Gute-Laune-Partymucke erwarten.
Das Scheibchen eignet sich perfekt als Begleitmusik, um im derzeit so oft herumwabernden nasskalten Herbstnebel durch kahle Wälder zu schweifen oder auf einem alten Grabhügel sitzend den Krähen zuzuschauen. Düsterer Blackened Doom aus dem sonnigen Mexico, wer hätte das gedacht?
Anspieltipp:
🔥 Effluvium
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. The Withering Tongues
02. Flesh Of The Gods
03. Effluvium
04. Obsidian Mirrors (The Veil Of Shadows)
05. Echoes From Beyond The Veil – Chaconne in D-minor

