CRUCIVORE – Desecration (2026)
(10.583) Phillip (7,0/10) Brutal Death Metal
Label: Testimony Records
VÖ: 13.11.2026
Stil: Brutal Death Metal
Nenne mir fünf Bands aus Portugal! Los! Jetzt! Das ist nämlich nicht so einfach. Jedenfalls geht es mir so. Die findigeren Schweinchen unter euch wissen natürlich längst, dass CRUCIVORE, nach ein paar Singles, dieses Jahr noch ein Album nachschieben. Da auch Portugal nicht hinterm Mond zu verorten ist, und die fidelen Musikanten der Band, dem Äußeren nach zu urteilen, bereits eine gewisse Lebenserfahrung mit sich bringen, erwarten wir bei diesem Debüt keine ungestüme Hau-Drauf-Nummer mit sich überschlagenden Ideen, sondern viel mehr eine abgebrühte Produktion, die die Stärken der Protagonisten in den Mittelpunkt stellt.
Nach einer Fantasy-artigen Einleitung geht es erstmal frisch los. Pfeilschneller Brutal Death Metal blastet sich Song für Song durch die Gehörgänge. Immer mal wieder schaut ein Groove vorbei, gerne auch ein massiver Breakdown, gewürzt mit der ein oder anderen Sub-Bass-Einlage, wobei es in Whispers from Eternal Sickness schon eine Spur zuviel davon ist. Das bleibt allerdings eher die Ausnahme.
The Oracle zeigt dann, was sich CRUCIVORE initial gedacht haben mochten: Wir hören Brutal Death Metal, der soundtechnisch in den Rückspiegel schaut, ergo nicht mit allen Reglern auf 9000 produziert wurde, gemischt mit symphonischen Elementen, am ehesten aus dem aktuellen Deathcore bekannt. Das liest sich hier nicht halb so cool, wie es sich in der Realität anhört und sorgt für frischen Wind in der Szene.
Mein großer Kritikpunkt ist allerdings die Stimme. Es ist schön, dass Ricardo Proença nicht so klingt wie jeder x-beliebige Hinz und Kunz, doch geht sein zweifelsohne vorhandenes Organ zwischen all den Blasts komplett unter, jedenfalls wenn grad kein „Breeeeeee“ oder artverwandte Laute zu hören sind. Die knallen gut rein, aber wenn es ans textliche geht, ist da noch viel Luft nach oben.
Ohne Zweifel lässt sich festhalten, dass CRUCIVORE die Messlatte mit einem gelungenen Debüt ziemlich ordentlich gelegt haben. Insbesondere die symphonischen Elemente lassen sie positiv hervorstechen und dürfte Old-School Fans genau so ansprechen wie Freunde der neueren Deathcore-Generation.
Anspieltipps:
💡 The Oracle
👊 Devourer of Existence
Bewertung: 7,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. The Crucivore's Feast
02. Memento Mori
03. The Banished Torment
04. Condemned
05. Whispers from Eternal Sickness
06. The Oracle
07. Triumph of the Grotesque Disorder
08. Reminisce Devotion
09. The Matriarch
10. Devourer of Existence
11. Depths of Despair
12. Terminus

