SUECIDE HIGH – Chaos has its charm (2026)
(10.487) Timo (8,0/10) Garage/Alternative Rock
Label: M&O Music
VÖ: 09.10.2026
Stil: Garage/Alternative Rock
Das Debutalbum der belgischen SUECIDE HIGH erblickt nun endlich das Licht der Welt. Was nicht selbstverständlich ist, denn Songwriter und Frontmann Renaud Mayeur erkrankte vor einiger Zeit an einen inoperalen Gehirntumor. Entgegen aller Erwartungen verbesserte sich sein Gesundheitszustand und der Tumor schrumpfte überraschend. Dass Renaud daraus nur noch mehr Entschlossenheit und Zielstrebigkeit zog ist nicht verwunderlich.
Renaud Mayeur ist kein Unbekannter oder Neuling, immerhin schreibt er bereits seit 20 Jahren Songs, sowie Filmmusik und tourte mit Bekannten belgischen Bands wie Hulk, La Muerte und Triggerfinger. Die Erfahrung merkt man dem Album Chaos has its charm zweifellos an. Stilistisch ist der Sound von SUECIDE HIGH im klassischen Garage Rock verankert, Einflüsse des Blues, Stoner und Punk waren offensichtlich bereits beim ersten Testlauf.
Die Songs sind ausgesprochen geradlinig und abwechslungsreich. Dabei wirken die Songs nie aufgewärmt, eher geradezu erfrischend und lebhaft. Einflüsse des Stoner Rock, wie sie ihn Kyuss spielten, wird bereits bei Feel The Flames recht deutlich. Auch fühlte ich mich teilweise beim fast schon tanzbaren Thousand Years an Smoke Blow erinnert. Danach kommt das Debut immer besser in Fahrt. Der Titelsong Chaos Has Its Charm hat Ohrwurmflair. Kraftvoll bei Let The People Ride on ist man auch mal breitbeiniger unterwegs. Bluesig, mit Hammondorgel unterfüttert, funktioniert auch Devastating Man sehr gut.
Den Hit des Albums konnte ich mit Man Of Principle ausmachen. Der teilweise nach den Jungs von Gluecifer klingt, aber genug eigene Merkmale mitbringt. Die wärmenden Gitarrensolis und die rotzigen Riffs bilden einen feinen Kontrast. Bevor das Album auch mit Nowhere Home und der großartigen Akustiknummer The Hard Way, die offensichtlich Johnny Cash huldigt, einen mehr als würdigen Abschluss findet.
Mit Chaos Has Its Charm gibt es eine schwungvolle und energetische Partie, die wunderbar in das Frühjahr oder den Sommer passt. Unkomplizierte Rocksongs, zwischen 70’s Garage, Blues und Punk. Songs die weder Eigenständigkeit, noch das Gespür für eine gewisse Abwechslung vermissen lassen. Das etwas schlicht daherkommende Album, kann jedoch mit einem starken und druckvollen Sound glänzen. Flair geht jedenfalls an keiner Stelle verloren. Auch wenn nicht das komplette Album die unweigerliche Durchschlagskraft besitzt, weiß die Scheibe auf kompletter Distanz gut zu unterhalten und ist alles andere als ein durchschnittliches Album.
ANSPIELTIPPS:
🎸 Devastating Man
🎼 Man Of Principle
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Suecide High
02. Feel The Flames
03. I’m Miracle
04. Thousand Years
05. Chaos Has Its Charm
06. Darkness Falls
07. Let The People Ride On
08. Devastating Man
09. Man Of Principle
10. Somewhere Else
11. Nowhere Home
12. The Hard Way

