VINGULMORK – Barmhjertigjheten Fallitt (2026)
(10.468) Maik (8,0/10) Black Metal
Label: Crime Records
VÖ: 11.09.2026
Stil: Black Metal
Die norwegischen Schwarzmetaller von VINGULMORK waren mir bisher auch noch nicht vor das Visier gekommen. Das könnte natürlich auch damit zusammenhängen, dass die Band nicht unbedingt zu den fleißigsten Veröffentlichern zählt. Zwischen dem Vorgängeralbum und dem aktuellen „Barmhjertigheten Fallitt“ liegen ganze elf Jahre und nur eine Vier-Track-EP.
Die Protagonisten haben sich lustige Namen gegeben, Lethal Semen (dr.), Shitstain Jackson (G.), Cockzilla (b.) und Dolph Grizzly (v.). Ich möchte die Identitäten der vier Schwarzarbeiter hier jetzt nicht enthüllen, und schreibe einfach mal: ‚die echten Namen sind der Redaktion bekannt‘.
VINGULMORK spielen eine moderne Version des traditionellen Black Metal, das heißt, musikalisch werden die alten Stilmittel verwendet, allerdings auch mal mit technischen Raffinessen aufgehübscht und alles mit einer modernen feisten Produktion mit ordentlich Druck präsentiert.
Einige Dissonanzen gehören dazu und ab und an flirrt auch mal ein Gitarrensolo über die pechschwarze Leinwand. Hier gibt es gewaltig was auf die Fresse, und die Adrenalinpumpe arbeitet am Limit. Ausnahmen bieten die düster-atmosphärischen Zwischenstücke „Avmakt“, „Fallitt“ und „Nådestøt“ sowie das an Pagan/Viking Metal erinnernde, getragen hymnnische „Mannen Og Kråka“.
Die Mischung aus brachialer Aggression und hibbelig machenden technischen Momenten, aus denen immer wieder episch wirkende Gitarrenläufe hervorblitzen verleihen der Musik von VINGULMORK eine gewisse Dynamik, die einerseits sehr elektrisierend wirkt, andererseits auch einer gewissen Hektik nicht entbehrt.
Gelegentliche Stilelemente des Thrash und Death Metal werden ins Songwriting integriert und verleihen dem brachialen Gesamteindruck noch einen letzten Schliff. Das kommt vor allem beim Song „Trolldom“ zum Vorschein. Mir gefallen allerdings am besten die Momente, in dnen sich VINGULMORK im Fahrwasser der zweiten Welle des norwegischen Black Metals bewegen, wie in „Alarm“ oder „Svart Time“. Aber auch das getragene „Mannen Og Kråka“ trifft meinen persönlichen musikalischen Geschmack sehr gut.
Man kann also sagen, dass - laut Albumtitel – die Barmherzigkeit zwar wohl Konkurs angemeldet hat, der norwegische Black Metal aber noch lange nicht in die Insolvenz geraten ist. „Barmhjertighetens Fallitt“ ist ein energetisches Bündel, welches VINGULMORK hier aus Black Metal, Viking Metal, Thrash und Death Metal geschnürt haben, mit dem man sich schön die Synapsen runderneuern kann.
Anspieltipp:
🐙Mannen Og Kråka
🔮 Svart Time
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Ørkesløs
02. Det Vi Lot Bestå
03. Sitring
04. Avmakt
05. Krigserklæring
06. Fallitt
07. Alarm
08. Svart Time
09. Nådestøt
09. Mannen Og Kråka
10. Trolldom
11. Brann

