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BLOODSTAIN - Bloodstain (2026)

(10.464) Olaf (7,0/10) Thrash Metal


Label: Threeman Recordings
VÖ: 25.09.2026
Stil: Thrash Metal






Bei BLOODSTAIN hatte ich die Erwartungen schon zurechtgelegt: vier blutjunge Musiker aus Stockholm, gegründet Ende 2023, dazu ein Bandname, der eher nach aufgeschlagenen Knöcheln als nach sanften Refrains klingt. Ich rechnete mit einer ordentlichen Portion Thrash. Das selbstbetitelte Debüt greift allerdings lieber zur Melodie, als mir die erwartete Tracht Prügel zu verpassen. So kann man sich täuschen – und trotzdem seinen Spaß haben.

An Selbstbewusstsein mangelt es BLOODSTAIN jedenfalls nicht. Noch vor dem ersten Album standen Auftritte beim Sweden Rock Festival und beim Hellfest auf dem Programm. Dass die Stücke auch vor großem Publikum funktionieren sollen, hört man ihnen an: Die Riffs sitzen, die Refrains suchen den direkten Weg ins Ohr, und die Produktion von Alex Hellid, Per Aldeheim und der Band gibt dem Ganzen reichlich Druck. Annihilation Line lässt zu Beginn noch auf den erhofften Thrash-Abriss hoffen; Something Sinister zeigt dann deutlicher, wie viel Wert die Schweden auf Eingängigkeit legen.

Das funktioniert durchaus. BLOODSTAIN schieben ihre Songs mit einer Sicherheit voran, die man einer so jungen Truppe nicht unbedingt zutraut. Die Gitarren haben Biss, ohne jeden Refrain gleich in Stücke zu reißen, und Oskar Lindroos findet als Sänger den Platz zwischen Härte und Melodie. Gerade Conspiracy zeigt, warum die Band bereits auf größeren Bühnen Fuß gefasst hat: Man muss den Song nicht erst dreimal studieren, bevor man mitgehen kann. Die Truppe hat die Zündhölzer längst in der Hand, nur brennt mir das Material noch zu kontrolliert.

Mein Problem ist keineswegs, dass BLOODSTAIN zu wenig können. Im Gegenteil: Sie wissen bemerkenswert genau, wie man harte Gitarren mit griffigen Melodien verbindet. Nur hatte ich auf mehr Widerhaken gehofft. Statt wildem Bay-Area-Galopp erinnert mich das Album stellenweise eher an die melodischere Spätphase von ANNIHILATOR. Das ist kein Makel, bloß ein anderer Geschmack von Gefahr. Über zehn Songs und gut 42 Minuten bleibt bei mir öfter die Anerkennung für das Handwerk hängen als der dringende Wunsch, sofort noch einmal von vorn anzufangen.

Vielleicht ist genau diese Souveränität derzeit zugleich ihre kleine Schwäche. Wo ein junger Vierer ruhig einmal die Kurve zu schnell nehmen dürfte, behalten BLOODSTAIN die Kontrolle fest in der Hand. Lies Bleeding Through macht neugierig auf das, was möglich ist, wenn sie ihren Ideen mehr Raum geben. Ich hätte gern öfter einen Moment, der mich überrascht, statt mich zuverlässig zum nächsten gelungenen Refrain zu führen. Ein bisschen musikalischer Übermut hat schließlich noch keiner Metalband geschadet – höchstens ihrem Zeitplan im Studio.

BLOODSTAIN legen ein stark gemachtes Debüt vor und besitzen hörbar das Zeug, künftig einiges zu reißen. Für den großen Begeisterungsausbruch fehlt mir diesmal noch ein Stück Eigensinn: ein Moment, in dem die Band den schön ausgelegten Weg verlässt und unbekümmert durchs Gebüsch prescht. Die Fähigkeiten dafür sind da. Jetzt dürfen die vier Schweden ruhig ein paar Kratzer riskieren.

ANSPIELTIPS
🔥Annihilation Line
🎸Something Sinister
💀Lies Bleeding Through


Bewertung: 7,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Annihilation Line
02. Something Sinister
03. I am Death
04. Carvedi nto Stone
05. Taint me
06. Disdained
07. Lies bleeding through
08. Conspiracy
09. Faceless Dealer
10. Banner of Supremacy 



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