DESTROY MY BRAINS – Wilt
(10.453) Robse (8,5/10) Sludge/ Doom Metal
Label: D.I.Y.
VÖ: 14.08.2026
Stil: Sludge/ Doom Metal
Wenn der Bass dickflüssig wie Öl aus den Boxen hämmert, riffgeladene Gitarren sägen und man zwischen Death, Punk und Sludge/Doom Metal hin und her hüpft, dann klingt das nach einem ziemlich spannenden musikalischen Erlebnis. Gibt man diesem wilden Gemisch eine Chance und sind die Ohren offen für sämtliche Metal-Genres, dann folgt tatsächlich ein ziemlich geiles Abenteuer.
Destroy My Brains aus Kanada präsentieren mit Wilt das Finale ihrer Quadrologie, bestehend aus den Vorgängern Worthless, InsignifiCan't, Lifeless und Torment – die Anfangsbuchstaben ergeben zusammen Wilt. Die Songs von Destroy My Brains bewegen sich allesamt zwischen sieben und elf Minuten, werden aufgrund ihrer Abwechslung und der überaus grandiosen Ideen aber zu keiner Zeit langweilig.
Mit Obsessive Compulsive Imploder startet das Album und zeigt direkt, wohin die Reise geht: schnell und abgefahren. Mir persönlich ist der Gesang etwas zu schrill und keifig, passt aber unwahrscheinlich gut zum gesamten Kuchen. Und der Bäcker kann hier mehr als nur eine Zutat in sein Rezept mischen: Er wechselt vom fiesen Kreischen bis hin zu ekligem Gegurgel.
Um die Kunst von Destroy My Brains kurz zu beschreiben, eignet sich der Song Spill ganz hervorragend. Er beginnt wie ein Brecher von Bolt Thrower, geht über in Crowbar und mischt noch etwas Pro-Pain dazu. Dazu immer wieder diese bitterbösen Stampfer, gepaart mit wunderschönen Gitarrenriffs und großartigen Ideen. Hier fängt der Gesang dann allerdings langsam an zu nerven. Aber ich glaube, das muss so sein – also drücke ich mal ein Äuglein zu.
Ich denke mal, wenn diese Kapelle live unterwegs ist, fliegen hier und da sicher ein paar Zähne durch die Clubs. Denn mit ein paar Bierchen und guter Laune lädt dieses Riffgewitter durchaus zum schnellen Tanzen ein.
Mit dem letzten Song Wilt findet diese kurzweilige Reise ihr brachiales Ende und man holt noch einmal den Knüppel aus dem Sack. Macht wirklich Laune! Onkel Jarrett am Mikro zeigt noch einmal sein Können, wobei hier sein tieferes Schrei-Organ sehr gut ins Geschehen passt.
Mir war diese Band bisher völlig unbekannt, ich werde sie aber definitiv auf dem Schirm behalten.
Grüße gehen raus nach Lloydminster!
Bewertung: 8,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. OCI (Obsessive Compulsive Imploder)
02. Burn the Virgin
03. Decontribute
04. Avulsion
05. Downgrade
06. Spill
07. Wilt

