GARGANT – Dead Night Defiance (2026)
(10.455) Maik (7,7/10) Heavy Metal
Label: Fireflash Records
VÖ: 25.09.2026
Stil: Heavy Metal
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Das Debütalbum „Dead Night Defiance“ der Brasilianer GARGANT erschien als Eigenproduktion ja schon im November letzten Jahres. Nun wird die Scheibe über Fireflash Records noch mal neu veröffentlicht.
Was genau der Bandname bedeuten soll, habe ich nicht eruieren können. Ob es von der Romanfigur Gargantua des Autors Rabelais stammt, ist nur eine recht gewagte Vermutung. Für mich klingt der Name auch nach einer Insel in der Karibik oder einem Küchengewürz. Lassen wir also das Herumfischen in meinem See der Unwissenheit, und widmen uns lieber der Musik.
GARGANT spielen eine Mixtur aus klassischem Heavy Metal und modernem Power Metal, welche sehr stark im Fahrwasser neuerer JUDAS PRIEST herumschippert. Das liegt nicht nur an den Arrangements und dem Songwriting, sondern auch an den Vocals von Guilherme Sevens, der mich doch recht oft an Rob Halford erinnerte, allerdings ohne die Falsetteinlagen des Metal Gods.
Das Album beginnt recht forsch mit „Stormfall“, der gut abgeht und schon mal die ersten Bewegungsbefehle an die Genickmuskulatur sendet. Der Song arbeitet auch mehr mit modernen Stilmitteln wie dem synkopierenden Riffing und hintergründigen Heldenchören und dürfte als Zielgruppe die Power Metal-Klientel ansprechen.
Auch beim Titeltrack kommt ein epischer Ansatz mit bombastischen Chören zum Einsatz, welcher insbesonders beim Chorus leichte Assoziationen zu neueren GRAVE DIGGER weckte. Denselben Effekt bemerkte ich beim Song „Ghost Riders“ und auch an einigen anderen Stellen des Albums.
Mit „Sons Of Chaos“ gibt es sogar eine Art Powerballade, die sehr episch und hymnisch geraten ist und einen kurzen Ruhepunkt darstellt.
Nun ist es mittlerweile wohl zu vermessen, bei Bands dieser Stilrichtung ein großes Maß an Eigenständigkeit einzufordern. Mit diesem Ansatz wandelt man bei GARGANT völlig auf dem Holzweg. Die Mischung aus klassischem Metal und modernem Power Metal ist schon recht gut gemacht. Die Mucke hat gerade soviel Bombast wie man heutzutage wohl braucht, schießt aber nicht ganz so plakativ mit der Zuckergusskanone. Die Songs sind auch recht kompakt und vermeiden den Kaugummieffekt. Kein Track knackt die viereinhalb-Minuten-Marke, was das Album insgesamt ganz kurzweilig wirken lässt.
Da alle Songs auf einem gleichwertigen Level angesiedelt sind, kristallisieren sich auch nur marginal Hits oder Höhepunkte heraus. Auch die doch noch etwas mangelhafte Eigenständigkeit lässt hier noch jede Menge Luft nach oben. Für ein Debüt geht die Scheibe allerdings mehr als in Ordnung und für mich als PRIEST- Fanboy sowieso.
Anspieltipp:
🌀 Stormfall
😱 Reckoning Into The Mourning Hall
Bewertung: 7,7 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Stormfall
02. Dead Night Defiance
03. Ghost Riders
04. Reckoning Into The Mourning Hall
05. Fallen King
06. Sons Of Chaos
07. Devil’s River
08. Battlechaser

