WATCHER – Mistress Of Our Time (2026)
(10.477) Karsten (5,0/10) Heavy Metal
Label: Dying Victims Productions
VÖ: 25.09.2026
Stil: Heavy Metal
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WATCHER gehören zur NWOTHM (New Wave of Traditional Heavy Metal) und haben sich damit den klassischen Klängen der 1970er und 1980er Jahre verschrieben. Die Jungs kommen aus Schweden und sind als Band so gesehen gerade erst geschlüpft, da die Band bei Gründung 2023 noch ein Soloprojekt war und erst später zu einer vollwertigen Band wurde. Trotzdem liegt mit „Mistress Of Our Time“ bereits das zweite Album der Band vor – die Jungs scheinen es ernst zu meinen.
Ernst ist es ihnen offenkundig auch mit der Konzentration auf klassischen Heavy Metal á la IRON MAIDEN etc. wie bereits der Opener „Sorceress“ deutlich macht. Fans der Altvorderen sollten hier auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. Die Band spielt straight und ohne Kompromisse auf und scheint sich bei Midtempo-Rockern am wohlsten zu fühlen. Am Sound gibt es nicht viel auszusetzen, alle Beteiligten liefern saubere Arbeit und auch der Sänger passt klanglich in das gewählte musikalische Zeitfenster. Bei „Utvalda svärdets natt“ und später auch bei „Glömskans sjö“ wird sogar mal ins Schwedische gewechselt während die restlichen Songs Englisch bleiben. Angst vor Experimenten innerhalb der gewählten Genregrenzen gibt es daher offenbar nicht, was für mich auf jeden Fall ein Pluspunkt ist.
Bei „Out Of Your Sight“ tritt die Band das Gaspedal dankenswerterweise gleich noch ein bisschen weiter durch während das folgende „Down From The Divine Skies“ da schon deutlich komplexer um die Ecke kommt und tempomäßig eher in Richtung Stop-And-Go geht. Damit wäre dann auch schon der musikalische Rahmen für dieses Album abgesteckt, in dem sich alle weiteren Songs tummeln. Einzige Ausnahme ist hier der letzte Song „The Draven“, der nach einem fast schon melancholischen Intro zwar auch wieder in das bekannte Fahrwasser zurückkehrt, aber dennoch allein aufgrund der Laufzeit von deutlich über 8 Minuten und den teilweise fast schon doomigen Einflüssen etwas hervorsticht.
Das Album kann man sich als Ganzes definitiv mal reinziehen, Langeweile kommt da jedenfalls nicht auf. Allerdings bleiben die Songs nach Ende ihrer Laufzeit auch nicht unbedingt im Ohr hängen. Gegner des gemeinen Ohrwurms können hier also erleichtert aufatmen. Im Grunde echt schade, denn so wird die noch junge Band sich vermutlich schwertun, eine feste Anhängerschaft um sich zu scharen auch wenn die Mucke grundsätzlich Lust auf kollektives Haareschütteln und ein paar Bierchen vor den imaginären PA-Boxen macht.
Alles in allem liefern WATCHER hier ein durchaus starkes Album, das bei allen Qualitäten aber leider nicht hervorsticht oder im Ohr hängenbleibt. Schade eigentlich, denn die Grundvoraussetzungen sind allemal da, die die Band brauchen würde um den Sprung aus dem Underground heraus zu machen – wenn denn da mal etwas wäre, das als bandeigenes Markenzeichen im Ohr hängen bleiben würde. Vielleicht beim nächsten Album, wir werden sehen.
Anspieltipps:
🤓Out Of Your Sight
🐦 The Raven
Bewertung: 5,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Sorceress
02. Utvalda svärdets natt
03. Out of Your Sight
04. Down From the Skies Divine
05. Chalice of Light
06. 2084
07. Cult of Andromeda
08. Glömskans sjö
09. Chosen by Fate
10. The Raven

