EQUISETUM – Cor Ex Putredine (2026)
(10.475) Timo (8,0/10) Doom Metal
Label: My Kingdom Music
VÖ: 25.09.2026
Stil: Doom Metal
Das italienische Duo EQUISETUM legt hiermit sein Debutalbum vor. Hervorgegangen aus der gemeinsamen Arbeit bei Nebrus, einer seit 2008 aktiven Black/Doom Konstellation. Als grobe Fahrtrichtung darf dies auch für Cor Ex Putredine gelten. Angereichert mit einigen Dark Metal Elementen und fertig ist ein ziemlich apokalyptischer, schleppender und in Teilen auch komplexer Sound. Der gerade durch den eigenständigen Gesang von Frontfrau Noctuaria für Aufsehen sorgen sollte. Dabei ist der Doom der Beiden auch mal befremdlicher, aber Zutaten zwischen Celtic Frost, Unholy, Thorns bis Type O Negative, vereinen ein doch größtenteils stimmiges Konstrukt.
Passend zur schleppenden, rituellen und pechschwarzen Atmosphäre des Albums, erforscht man Themen wie Verfall und Verlust und gelangt zu der Erkenntnis: Der Tod ist kein Ereignis … der Tod ist ein Prozess. Dabei kann man der Band eine gewisse Eigenständigkeit keineswegs absprechen. Die Stimmung aus Schwere, Trostlosigkeit und Beklemmung fangen EQUISETUM sehr gut ein. Der rituelle, predigende Gesangsstil und die italienischen Lyrics gehen dabei wunderbar Hand in Hand. Auf viel Abwechslung darf man dennoch nicht hoffen, das Album ist dabei ein recht monotones und zweifelsohne beklemmendes Unterfangen.
Aber wenn man sich auf die Stimmung einlässt, feiert man gleich mit dem Opener Aghram einen wirklich überzeugenden Beginn. Klassischer und Funeral Doom, gepaart mit dem flehenden Gesang, eine recht verstörende Stimmung, funktionieren hier ziemlich tadellos. Auch mit Il Canto Degli Impiccati, eher geheimnisvoll, offenbart man noch stärker seine Klasse. Die tiefschwarze, gar frostige Black Metal Atmosphäre, fängt man bei Mortuaria am deutlichsten ein. Eine gewisse, subtile Variation kann man dem Duo keineswegs streitig machen. In Presenze Oniriche dezent temporeich und dem von tiefer Trauer, voll Schleier bedeckten Prevenar, weiß man seine Qualitäten gekonnt auszuspielen.
Der doch eigensinnige Sound, aus doomiger Schwere und klassischen Elementen des Genre, weckte die Neugierde von Beginn an. Die dissonante Komplexität, die Black und Dark Metal Exkursionen haben es in sich. Auch mit dem ungewöhnlichen Gesangsstil dürfte man mancherorts, gerade im Avantgarde Doom Bereich für Aufsehen sorgen. Ein Album was viel Charme vermittelt, auch wenn das Songwriting die Spannung nicht immer bis zum Siedepunkt aufrechterhalten kann, liegt hier ein wirklich vorzeigbares Album vor uns. Was sich ohne große Zweifel mit der Konkurrenz behaupten kann.
Anspieltipps: Il Canto Degli Impiccati und Mortuaria
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Aghram
02. Il Canto Degli Impiccati
03. Mente Sepolta
04. Mortuaria
05. Presenze Oniriche
06. Prevenar
07. Rymohr

