HELL-BORN – VII (2026)
(10.483) Maik (8,8/10) Blackened Death Metal
Label: Deformeathing Production
VÖ: 09.10.2026
Stil: Blackened Death Metal
Im Jahre 1996 hoben Baal Ravenlock (v., b.) und Les (g.), beide DAMNATION und Ex-BEHEMOTH, die Band HELL-BORN als eine Art Sideprojekt aus der Taufe. Doch irgendwie verselbständigte sich die Geschichte, und das Projekt wurde zur Hauptband der beiden. Nach einigen Wechseln haben sich jetzt seit 2019 Diabolizer an den Drums und Rambo (seit 2021) an der zweiten Gitarre etabliert.
Mittlerweile steht das bereits siebte Studioalbum der Formation in den Startlöchern. Anstatt sich einen blumig-bösen Titel auszudenken, wurde der Langspieler einfach mit „VII“ nummeriert. Da ich die Gruppe trotz ihrer dreißigjährigen Existenz noch gar nicht wahrgenommen habe, flanschte ich doch mal neugierig meine Lauschlappen an die neue Scheibe.
Und was soll ich sagen, das Teil fräst ordentliche Schneisen in den Synapsenwald. Hauptsächlich sind HELL-BORN im Death Metal beheimatet, allerdings in der tiefschwarz eingefärbten Sektion dieses Subgenres. Die Mucke macht ziemlich Druck, fette Riffs, ein Grollgesang aus dem zwölften Schlund der Hölle und eine druckvolle Produktion.
Treibend sägende Riffs und die grollenden Vocals bestimmen das Geschehen und machen das Gemisch aus todesmetallischer Wucht und schwarzmetallischer Atmosphäre zu einem Höllenritt, der sich mit allen Wassern der Unterwelt gewaschen hat. Auch sehr fein, wenn sich das melodische Halbtonriffing plötzlich im gewaltigen Chaos wiederfindet und dann aus diesem Wust wieder siegreich aufragt, wie ich es besonders beim Song „Blood In Stone“ empfand.
Ebenfalls in diesem Song eine schleppend langsame, aber sehr morbide Episode, die kurz innehalten lässt, bevor sich der Horror wieder mit brachialer Geschwindigkeit Bahn bricht. Der Sprechgesang in „The One With Horns“ hat etwas Rituelles, welches immer wieder aus der insgesamt doch rasanten Songstruktur herausragt. Dieses eine Riff im letzten Drittel hat auch etwas Thrashlastiges. Aber insgesamt liegt der Fokus doch auf einer Mischung aus Death und Black Metal.
In der zweiten Hälfte von „Funeral Of All“ schwebt über der rasenden Riffgewalt teilweise ein fast melodisch zu nennendes Gitarrensolo, welches sich trotz des Gegensatzes zum brachialen Grundmuster erstaunlich gut einfügt. Und das abschließende „Exodus (Cross The Styx)“ entwickelt dann noch regelrecht hymnisch-theatralische Aspekte.
Direkt mit anderen polnischen Bands wie VADER oder BEHEMOTH lassen sich HELL-BORN nur schwer vergleichen. Die Band ist um einiges schwärzer angehaucht als VADER und um einiges flotter unterwegs als BEHEMOTH heutzutage. Ich könnte als Vergleich maximal IMPALEMENT erwähnen, wenn jemand unbedingt Referenzen erwartet.
Hinter dem schlichten Coverartwork und dem noch schlichteren Albumtitel verbirgt sich also eine mächtige Granate, der die Erschaffer dank ihrer langjährigen Erfahrung gewaltige Sprengkraft eingebaut haben. Die Wortschöpfung ‚durchdachte Raserei‘ schleicht sich mir gerade in den Schädel und wippt im Takt zur Musik.
Wer gleichermaßen im Black Metal wie im Death Metal seine musikalische Freude findet, sollte sich „VII“ von HELL-BORN unbedingt einmal reinziehen. Das Album bietet eine brachiale Mischung aus den beiden Subgenres, die sowohl im Tempo als auch in der opulenten Abwechslung ihre Reize entwickelt.
Anspieltipp:
👹Chaotic Entities
🍷Blood In Stone
Bewertung: 8,8 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Therion Calls
02. Chaotic Entities
03. In Scarlet And Death
04. Blood In Stone
05. The One With Horns
06. Funeral Of All
07. Exodus (Cross The Styx)

