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NIGHT HAG – Great Dismal Darkness (2026)

(10.482) Phillip (6,8/10) Death/ Doom Metal


Label: Rotted Life Records
VÖ: 16.10.2026
Stil: Death/ Doom Metal






NIGHT HAG, was klingt als wäre es die Fachbezeichnung für genau die snack-fertige Portion von in Schafdarm gestopften und abgekochten Innereien, die man sich auf Räubersohlen klammheimlich des Nächtens im alleinigen Schein des Kühlschranklichts gönnt, ist in Wirklichkeit eine schnöde Nachthexe. Es gab auch schon Bands mit ausgefalleneren Namen. Oder ich verstehe das einfach als Aufforderung und sehe mich dazu auserkoren eine Band namens Night Haggis zu gründen.

Ob das dann in eine ähnliche musikalische Kerbe schlagen würde, kann ich noch nicht sagen, lediglich, dass NIGHT HAG ihre Nische dort gefunden haben, wo andere nicht einmal suchen würden. Dazu kommt, dass sie sich vermutlich bewusst für ein Soundgewand entschieden haben das nicht besonders zugänglich ist.

Hier kracht und scheppert es nämlich enorm und wirkt besonders in den schnellen Einstiegen in die ersten Songs nahezu übersteuernd klaustrophobisch. Doch wenn wir mal eben in die Genre-Bezeichnung luschern, steht da auch noch das schöne Wort „Doom“, und meine Herren, der wird hier zelebriert, dass es literweise Sabber aus der sediert hängenden Lippe fließen lässt.

Natürlich immer brockenschwer und tranig, als wäre die Hexe geradewegs ganz knusprig aus dem Ofen gekrochen. Was natürlich auch erklärt, dass sie ziemlich angepisst ist, denn mit lauschigem, oder gar traurigem Doom hat das hier nichts zu tun. Viel mehr werden Freunde von (langsameren)  AUTOPSY oder den szene-legendären Australiern DISEMBOWELMENT angesprochen, ein Song derer ziert dann auch passend den Schluss der Platte. 

Da wir jetzt eine ungefähre Ahnung von Ausrichtung und Geschwindigkeit der Scheibe haben, kommen wir mal auf den Sound zu sprechen. Eigentlich reicht da genau ein Wort, nämlich NECROPHAGIA. So kaputt wie deren Output geht es nämlich auch hier zur Sache, nur eben gewollt, was in den ausschweifenden, doomigen Passagen auch hervorragend aufgeht, aber komplett gegen den Baum fliegt, wenn es mal an zögerliche Blasts oder generell zügigere Parts geht. Die Growls dazu sind allerdings jederzeit vorzüglich!

So verliert sich das Album streckenweise in sich selbst, und ja, ich weiß, wie bescheuert das klingt. Es wirkt ziellos umherdoomend und ich erwische mich dabei, wie ich darauf warte, wie der nächste Song wieder etwas zackiger anfängt um wachgerüttelt zu werden. Das heißt, dass am Ende ein gutes Death/ Doom- Album steht, das Genre-Connaisseure gut in ihrer Vinylsammlung willkommen heißen können, alle anderen sollten vielleicht mal das beigefügte Video anchecken um herauszufinden, ob die NIGHT HAG sie in ihren Bann ziehen kann.

Anspieltipps:
🩸 Effluvia Tendrils
💀 Excoriate


Bewertung: 6,8 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Drowned in Death 
02. Effluvia Tendrils 
03. It Came Back the Next Night 
04. Staring into the Ancient Chasm 
05. Strange Whispers from Beneath the Cypress 
06. The Terrible Old Woman 
07. Excoriate (Disembowlement cover)



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