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MIDNIGHT PREY – Jenseitsritt (2026)

(10.490) Karsten (8,0/10) Heavy Metal


Label: Dying Victims Productions 
VÖ: 25.09.2026 
Stil: Heavy Metal 






MIDNIGHT PREY gibt es nun schon seit 2012/2013 – die zwischenzeitliche Auflösung und 2023 folgende Reunion inklusive Split-Mini-Album mit FIRMAMENT aus Leipzig lassen wir mal großzügig außen vor. Seit dem Erstling „Uncertain Times“ sind nun bereits 7 Jahre vergangen, gehetzt hat sich die Hamburger Band also nicht gerade ein neues Album aufzunehmen. Die Tracklist offenbart mit ganzen sieben Songs jetzt auch kein ausuferndes Konzeptalbum, sondern eher das Selbstverständnis und die Herangehensweise einer Band, die ganz genau weiß, was sie will, ohne sich auch nur im mindesten dafür zu interessieren was andere davon halten mögen. 

Bereits der erste Song macht klar, dass die drei Jungs eine ganz eigene Melange erschaffen aus eingängigen Melodien, 70er Jahre Rock, Hard Rock und diversen Metal Variationen garniert mit einer guten Portion Punk. Der etwas klagende Gesang wird vermutlich nicht jeden abholen, dennoch wirkt die Musik lebendig, ehrlich, roh, rau, ungeschliffen und authentisch. Mit „Kaspar Hauser“ und „Jenseitsritt“ sind sogar zwei deutschsprachige Songs mit dabei, die sich überraschend nahtlos einfügen – und das, wo ich deutschsprachige Rockmusik so gar nicht mag.

Immer wieder schön zu sehen, dass es nicht mehr als drei motivierte und begabte Musiker braucht um eine temporeiche, lebendige Musik zu machen, die einfach Spaß macht! Durch den punkigen Gesang wirkt das Ganze irgendwie schräg und unangepasst was aber durch die Eingängigkeit und den Gesamtsound mehr als nur wieder ausgeglichen wird. Hier wird mal wieder klar was es bedeutet, wenn Musik größer wird als nur die Summe der Bestandteile. 

Die Hamburger zeigen auf jeden Fall ziemlich eindrucksvoll, dass drei Leute vollkommen ausreichen um eine gefühlvolle Soundwand zu erzeugen, die so manche, zumindest in Bezug auf die Mitgliederzahl, „größere“ Band in den Schatten zu stellen vermag. Genau das richtige für einen kleinen, lauten und verrauchten Club, in dem neben Schweiß auch jede Menge Bier fließt – gerade bei „Unknown Trails“ wird man ja schon vom Zuhören durstig. Was für ein wilder Ritt! 

Alles in allem ist dieses Album einer der seltenen Fälle, in denen mehr geboten wird als draufsteht oder man vermuten würde. Der Sound ist im besten Sinne des Wortes ungewöhnlich und auf eine ganz eigene Art schräg, geht aber direkt ins Ohr und pflanzt sich dort in Form von teilweise völlig unerwarteten Ohrwürmern ein. Genregrenzen werden komplett ignoriert, erlaubt ist was Spaß macht und sich richtig anfühlt – genauso wie es sein muss! Wie konnte ich 10 Jahre in Hamburg wohnen ohne von dieser Truppe erfahren zu haben? Ich kann nur jedem dringend empfehlen mal reinzuhören, es wird sicher nicht für jeden sein, aber wenn man einen Zugang zu dieser Band findet, dann hat man ein kleines Juwel gefunden. Hoffentlich kann das Trio diesen Sound und diese Energie auch live reproduzieren, die Liveaufnahmen, die ich spontan im Netz finden konnte waren qualitativ leider nicht aussagekräftig genug, um darauf Rückschlüsse ziehen zu können.

Anspieltipps:
📖 Grimoire
🌄 Unknown Trails 


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Grimoire 
02. Torn Into Pieces 
03. Witch King 
04. Kaspar Hauser 
05. Unknown Trails 
06. Starlit Nebulas 
07. Jenseitsritt 



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