NEKRODAWN – Covenant of Carnage (2026)
(10.381) Phillip (8,6/10) Death Metal
Label: War Anthem Records
VÖ: 21.08.2026
Stil: Death Metal
Bislang komplett an mir vorbei geschossen sind diese schwedischen Veteranen. Ironmaster, The Crown, Grave, Moondark – die Lebensläufe der beteiligten Musiker halten ein paar interessante Kapellen parat. 2022 haben sie sich zu Nekrodawn zusammengeschlossen, ein meiner Meinung nach eher langweiliger Bandname und dazu passendem Logo. Wie eingangs erwähnt, kannte ich die Band nicht und meine ersten Eindrücke fielen entsprechend ernüchternd aus. Aber es führt ja kein Weg dran vorbei – es muss Play gedrückt werden und der Hauptsächlichkeit gehört die größte Beachtung. Soll man doch kein Buch dem Einband nach beurteilen, so kann man doch wenigstens daran den Wert schätzen.
So ernüchternd, wie der optische Eindruck, fiel dann auch der erste Hördurchlauf aus. Heftiger Schwedentod mit Bloodbath-Kante, alles schon gehört. Doch das kann es bei der jeweiligen Vita der beteiligten Figuren nicht gewesen sein, dachte ich, und ließ ein wenig Zeit verstreichen bevor ich mir Covenant of Carnage mit einem frischen Satz Ohren wiederholt zu Gemüte führe. Und siehe da, das was beim ersten Mal noch so gleichförmig und uninspiriert klang entfaltete sich plötzlich zu einem abwechslungsreichen, unermüdlichen Groove-Dampfhammer!
Gleich im zweiten Song Massacre Eternal treffen wir auf, so möchte ich meinen, den extrem bandtypischen Monstergroove, der in den folgenden Stücken immer mal wieder zwischen Blastattacken um die Ecke schaut. Feeding the Greed Machine gibt hier ein exzellentes Beispiel ab. Wunderbar sägende Gitarren hacken zu einem hammerharten Stampfgroove alles kurz und klein. Spätestens hier kommt die Frage ins Spiel, was bei mir beim ersten Hören los war?!
Objektiv gibt es hier nämlich absolut nichts zu meckern. Die Produktion ist ultrafett, ohne dabei künstlich glattgezogen zu wirken und lag dabei komplett in den Händen verschiedener Bandmitglieder. Das Songwriting ist abwechslungsreich, bedient aber immer wieder bekannte, oben erwähnte, Trademarks, die die Band auszeichnen. Es wird halt mal schneller und mal langsamer gegrooved, aber stets extrem gut! Du zu Beginn von mir als gutklassige, aber nicht außergewöhnliche Vokalkunst wuchs ebenfalls, gemeinsam mit dem gesamten Album, zu einer homogenen Masse von Klängen, die ich sehr gerne mal live sehen würde. Zumal Vokalist Jonas Kjellgren auch noch gleichzeitig Gitarre spielt. Kurzum: Hier passt einfach alles zusammen!
Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass es nicht den einen oder die zwei Songs gibt, die besonders herausstechen. Praktisch jeder Song hat seine eigene Stärke, beziehungsweise seine eigene Form von Durchschlagskraft, Incarnate Doom und The Spineless zum Beispiel wissen mit ihrer fast thrashigen Geschwindigkeit zu beeindrucken, Albumabschluss Desolation Reigns ist dagegen stark hymnisch. Daher lege ich mich fest, dass Nekrodawn, wenn sie diese Energie auf die Bühne gehievt bekommen, eine Szeneikone wie Bloodbath in der aktuellen Form aus dem Stand an die Wand spielen würden. Da lässt sich im Hause War Anthem Records doch bestimmt was drehen, damit das schwedisch-amerikanisch-affine deutsche Publikum im Laufe der nächsten 12 Monate ebenfalls meiner Überzeugung ist.
Anspieltipps:
💀 Massacre Eternal
👑Crowned Devourer
🪓Condemned to Existence
🎸 Incarnate Doom
Bewertung: 8,6 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Neath Skies of Iron
02. Massacre Eternal
03. Covenant of Carnage
04. Liberty's Pyre
05. Feeding the Greed Machine
06. Crowned Devourer
07. Condemned to Existence
08. Claws of Pestilence
09. Incarnate Doom
10. Thy Spineless
11. Drones of Deceit
12. Desolation Reigns

