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LABOR OF THE NEGATIVE – The Triumph of Time and the Disillusioned (2026)

(10.371) Robse (3,0/10) Black Metal


Label: I, Voidhanger Records
VÖ: 07.08.2026
Stil: Black Metal







Ich habe mir geschworen, dass, wenn ich eines Tages die Chance bekomme, Kollegen von mir zu bewerten, ich kein böses Wort verlieren werde und auch im größten Kelch Jauche noch eine Stelle finde, die genießbar ist. Aber ich finde nichts Genießbares, denn das mir vorliegende Material kommt einer Folter in Guantánamo gleich. Avantgarde Black Metal mit theatralischem Gesang – auweia – da stellt man sich direkt auf das Schlimmste ein, und es kommt dennoch schlimmer. Sich in der Bandinfo mit Arcturus zu vergleichen, würde eigentlich an jedem Königshof zum sofortigen Gang zur Guillotine führen. Schmierentheater trifft es dann wohl eher, aber dazu gleich mehr.

Diverse anonyme Musiker aus Portugal, Ägypten, UK und Norwegen haben sich zusammengetan und sich den grauenhaften Namen Labor of the Negative gegeben. „Joachim und die Raketendachse“ klingt da sogar noch metallischer. Der Begriff geht ursprünglich auf den Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel (Phänomenologie des Geistes) zurück. Er beschreibt in der Philosophie die notwendige Kraft der Verneinung, des Zweifels und des Widerspruchs, durch die sich das Denken und die Wirklichkeit weiterentwickeln. AMEN.

Die Platte beginnt mit einem räudigen Schrei, als hätte Oma Käthe entdeckt, dass ihr jemand in die Kartoffelsuppe geniest hat und an der Kelle diverse Popel verschmiert wurden. Was dann auf den Hörer hereinbricht, ist kaum in nette Worte zu verpacken, denn hier wird einem jeder verfügbare Nerv abverlangt.

Bei den ersten beiden Songs hat man wirklich den Eindruck, die Band macht sich einfach nur einen Spaß und feiert im Proberaum die verwirrten Gesichter der geneigten Hörer in der Ferne. Meine musikalische Welt ist sehr groß, ich liebe Experimente und verachte Reviewschreiber, die schon am Anfang ihrer Kritik lieblos über Bands wettern und objektivlos losschreiben. Jetzt bin ich genau so ein fieser Schreiberling, haha, aber zu viele nette Worte wären ganz einfach gelogen, und Mutti hat mir Schwindeln verboten.

Ich entdecke weder Strukturen noch irgendeine Melodie in diesem Soundmatsch, der mir in der Tat wie ein Gag vorkommt, und man bekommt den Eindruck, als dürfte jeder Musiker einmal ordentlich in eine WhatsApp-Sprachnachricht furzen und dann wurde alles miteinander vermischt. Ich hoffe wirklich sehr, dass dieser Brei zu Hause auf dem Nintendo 64 aufgenommen wurde und kein armer Studiomensch damit konfrontiert wurde. Ansonsten liegt die Vermutung nahe, dass da jetzt irgendein Tontechniker am Studiomikrofon hängt und langsam verschimmelt. Sollte ich eine ungefähre musikalische Nähe zu anderen Kapellen erwähnen müssen, so würden mir eigentlich nur die alten Norweger von Dodsheimsgard einfallen, die jedoch mit ihrem Hang zur Verrücktheit Meilensteine erschufen und ihre Hörer nicht unnötig quälen wollten.

Die Aggressivität des Sängers ist teilweise beeindruckend, verirrt sich aber permanent in eine Art Gesangscomedy, die ich nicht nachvollziehen kann und die alles andere als anmutig oder majestätisch klingt. Ich versuche mich wirklich zu konzentrieren, ich achte auf schöne Momente oder eine Struktur im Song, aber mein Blick wandert ständig zum Werkzeugschrank auf der Suche nach einem Schraubenzieher, der mir die Trommelfelle durchtrennt. Punkartiges Geschrammel, wirres Black-Metal-Gefiedel, teilweise unterirdisches textloses Gekeife, das mit einer Trompete verfeinert wurde. Ja, Trompete... Wenn diese elende Trompete nicht wäre, die, wenn sie gut eingesetzt ist, wie zum Beispiel bei Bands wie Sear Bliss, den Black Metal einzigartig und spannend machen kann. Hier klingt es wirklich so, als würde man den Hörer verhöhnen wollen, der ja sowieso schon viel zu tun hat mit dem Rest dieser eigenartigen Musik.

Die Songs sind in Epochen unterteilt, und ab Epoche 5 bekommt man ganz kurz das Gefühl, hier könnte für eine Sekunde so etwas wie ein Black-Metal-Song zu hören sein, aber es bleibt wirr und absolut anstrengend. Seit Beginn meiner Reise in die aggressive Musik im Jahr 1995 ist mir so ein gruseliges Konstrukt noch nicht untergekommen.

Sollte es eine Metalszene geben, bei der man 24/7 nur auf Pilzen ist und Hundekacke raucht, dann ist dieses Album sicherlich der Heilige Gral. Für alle anderen, selbst Leute wie mich, die offen sind für allerlei Blödsinn, wäre ein großer Bogen um dieses Dilemma ratsam und man beginnt auch nicht, sich die Ohren abzureißen.

Ich vergebe zwei Punkte für ein schönes Cover und einen für diese lustige Erfahrung, die ich so schnell nicht mehr brauche.


Bewertung: 3,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Epoché I
02. Epoché II
03. Epoché III
04. Epoché IV
05. 151 - The Eternal Present and the Endless Dream
06. Epoché V
07. Epoché VI



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