HORRIFIER – Revelations of Gore (2026)
(10.367) Phillip (8,6/10) Death Metal
Label: Personal Records
VÖ: 07.08.2026
Stil: Death Metal
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Herrje, ist das schön. Wenn sich der Sommer eingepegelt hat und nur noch gelegentliche Temperatur-Ausflüge in Bereiche mit einer 1 vorne vorkommen, dafür aber die vorangestellte 3 jetzt auch nicht so häufig zu sehen ist. Dabei spreche ich natürlich nur von Norddeutschland, das Gebiet nördlich der Linie Nordhorn – Schwedt/ Oder. Man trifft sich entspannt im Café, der Eisdiele oder einer Strandbar und flötet sich ein paar koffeinhaltige Milchmischgetränke, einen Pinocchio-Becher oder ein Aperölchen rein und genießt einfach den Moment. Doch halt! Wer ist dieser Typ mit speckiger Lederjacke am Tisch? Und warum zieht er eine Dose Pilsator aus seiner Gesäßtasche und stellt sie knallend auf den Tisch? Auf das zischende Öffnen und gierige Herunterschlingen des Inhalts erfolgt dann eine voluminöse, dezent nach Fertgklopsen aus dem Netto riechende Eruktation.
Horrifier aus Norwegen sind mit ihrem Zweitwerk an den Tisch gekommen, um ein wenig ganz und gar nicht schöngeistigen Death Metal unters kultivierte Volk zu schieben. Alles, was sie dafür brauchen, bringen sie mit. Eine pluckernde Bassgitarre, stumpfe Kick-Drums und eine schön scheppernde Snare sowie knarzige Gitarren, die sich in ihrer Klangfarbe ganz hervorragend ergänzen. Einer der Gitarristen, Adrian Risøy ist gleichzeitig Sänger, der hauptberuflich Hooligans im laut Rumpöbeln unterrichtet. Diese Mischung verspricht ungeschönten, unpolierten und nach Proberaumschweiß riechenden Spaß, der durstig macht.
Textlich bewegen wir uns auch in Bereichen, die eher Splatter- und Gorefilme referenzieren als philosophische oder existenzielle Themen, sie machen Spaß und unterhalten. Zusammen mit der Musik ist das ungefähr so, als würden Repulsion auf Autopsy treffen und einfach eine gute Zeit haben. Wobei hier gesagt werden muss, dass dieses Treffen auch soundmäßig Anfang der 90er Jahre stattfindet und irgendwie den Weg ins Jahr 2026 geschafft hat.
Bereits bei den ersten Hördurchgängen stellt sich so bei mir Neugierde ein, wie diese Truppe wohl live klingen mag, großartig anders als auf Platte wird es wohl nicht sein, denn Horrifier packen es, ihre acht Songs (plus ein Intro) wunderbar lebendig für den heimischen Gebrauch aufzuarbeiten.
Nach enorm kurzweiligen 39 Minuten ist der Spaß auch schon vorüber, wenn man nicht umgehend erneut den Play-Button betätigt. Das sollte man unbedingt tun, wenn man auf oldschooligen Death Metal steht, bei dem ein bisschen Thrash durchblitzt; der durchaus seine tragenden, doomigen Passagen hat, und diese auch gerne in extrem schnelle Soli(-duelle) auflöst (The Ingestion, The Final Oblation). Ab und an sind ein paar blastige Passagen zu hören, D-Beat ist auch gerne gesehen und Langeweile hat Hausverbot. Lediglich der Albumtrenner Rejoice, Children of the Flesh tanzt in seiner Struktur ein wenig aus der Reihe und wirkt unpassend, ergibt jedoch Sinn als „Palate Cleanser“ auf Albumlänge. Insgesamt ergibt sich so ein Death Metal- Rohdiamant, der nicht geschliffen werden will, weil er so schön ansehnlich genug ist.
Anspieltipps:
🗡 Human Butchery
🪓 Body Hoarder
⛓ Blood For Ascesion
Bewertung: 8,6 von 10 Punkten
TRACKLIST
1. Voices
2. Compelled to Slaughter
3. Human Butchery
4. The Ingestion
5. Rejoice, Children of the Flesh
6. Body Hoarder
7. Morbid Lust
8. The Final Oblation
9. Blood for Ascension

