SEEDS OF TORMENT – Those Who Feed The Maw (2026)
(10.378) Maik (8,1/10) Death Metal
Label: Black Blood Records
VÖ: 21.08.2026
Stil: Death Metal
Wenn jemand einen Gastbeitrag bei einer befreundeten Band erledigt, ergeben sich oft neue Kombinationen. So geschehen mit Marcel Schiborr (u.a. SYMBIONTIC, ex-SULPHUR AEON, HRSUN), der 2023 auf einem Album von SUFFERSYSTEM mitwirkte. Der in dieser Combo beheimatete Daniel Funke verfügt über ein Sangesorgan, welches dem Marcel für seine eigenen Songs äußerst passend erschien, und so ward SEEDS OF TORMENT geboren.
Schon im Frühjahr 2025 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum namens „Those Who Feed The Maw“, zunächst nur auf Tape. Old school as fuck. Um die Mucke etwas breiter zu streuen, kommt das Ding jetzt auch noch in Scheiblettenform über Black Blood Records heraus.
SEEDS OF TORMENT beschreiben ihren Stil als von MORBID ANGEL und DISSECTION beeinflusst, was schon mal die Richtung vorgibt. Von MORBID ANGEL inspiriert würde ich die Gitarrenarbeit bezeichnen, diese typischen Gitarrenläufe und die teilweise sehr vertrackten Parts. Gerade der Opener „Incantation Of The Damned“ erinnert an Azagthothsche Axtarbeit. DISSECTION höre ich etwas schwerer heraus. Vielleicht ein bisschen nordische Kälte und die auf dem letzten Album dominante misanthropische Bösartigkeit. Da fällt hauptsächlich „Embrace The Curse“ Ins Auge beziehungsweise Ohr.
SEEDS OF TORMENT beschränken sich allerdings nicht auf diese Referenzen, sondern suchen ihren eigenen Stil, der teilweise um einiges düsterer und horrormäßiger rüberkommt. Gerade „Winged Divinity“ offenbart da eine sehr breite Fächerung. AUTOPSY-mäßige Melodien, gloomy Akkustikparts und eine fast doomige Atmosphäre bestimmen den Song, der durch große Abwechslungsfreude brilliert.
Die Songs von „Those Who Feed The Maw“ muss man auch in der vorgegebenen Reihenfolge hören, denn zumindest ich sehe da eine gewisse Dramatik. Das Album beginnt rasant und ungestüm, wird gegen Mitte immer düsterer, morastiger, schleppend morbide, nimmt ab „Deliverance“ in den meisten Parts wieder etwas mehr Fahrt auf und mündet mit dem abschließenden „The Invocation Rite“ in eine Mixtur aus düsterem okkulten Ritual und blackened Doom Metal, der sich quälend langsam wie grausiges Gewürm ins Hirn bohrt. Von der Stimmung erinnerten mich gerade die angeschwärzten Doomelemente an die Horror-Death Metaller HEADS FOR THE DEAD.
„Those Who Feed The Maw“ ist kein Album, welches beim ersten Durchhören von Null auf Hundert geht. Der Scheibe muss man sich in mehreren Anläufen nähern, wird aber mit immer neuen Facetten belohnt. Die Einordnung zwischen MORBID ANGEL und DISSECTION ist passend, wobei ich hier von Ersteren an „Covenant“ und bei Zweiteren an „Reinkaos“ denke. SEEDS OF TORMENT zeigen auf dem Album, dass man auch aus alten Metallstangen noch neue Gerüste bauen kann.
Anspieltipps:
😈 Incantation Of The Damned
🙏 Winged Divinity
Bewertung: 8,1 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Incantation Of The Damned
02. Cause Of Anguish
03. The Conjuring
04. Winged Divinity
05. Insane Veiled Slavery
06. Embrace The Curse
07. Deliverance
08. The Invocation Rite

