MOONTOWERS – Lethal Messiah (2026)
(10.391) Maik (9,0/10) Heavy Doom Metal
Label: D.I.Y./ Fucking Kill Records (Vinyl)
VÖ: 12.06.2026
Stil: Heavy Doom Metal
Ach du grüner Humpelmolch, da wäre mir doch fast das neue Album von MOONTOWERS durchgerutscht, mir kleinem Doofi. Schon Mitte Juni erschienen, habe ich erst gestern Zeit gefunden (besser gesagt, ich habe die Erinnerung daran, dass das Album herausgekommen ist, in meinem verstaubten Hirnkasten ausgegraben), in die Scheibe reinzuhören und war von Null auf Jetzt sogleich hingerissen. Mit „Lethal Messiah“ setzt die Koblenzer Heavy Doom Brigade um DESASTER- Riffmeister Kuschke ihrem bisherigen Schaffen noch die Krone auf.
Recht rasant für Doom-Verhältnisse beginnt das Album mit „Towerlords“, womit die Band gleich klarmacht, dass sie sich in der Schnittmenge zwischen klassischem Heavy Metal und Doom Metal aufzuhalten gedenken. Der Song ist gleichermaßen flott und entspannt. Und wo ich früher gern ab und zu mit dem Gesang gefremdelt hatte, bin ich von der jetzigen Darbietung von Vokalist Dommermuth vollends überzeugt.
Seine Vielseitigkeit kommt schon im zweiten Song, „Leviathan“, stark zum Tragen. Verzweifelt klingendes Schreien im Chorus, fast darkwavige Vocals in den Strophen, gepresst wirkender Sprechgesang in der Bridge, das alles bringt eine mächtige Dynamik ins Songwriting. Dazu noch das Bass- Solo und natürlich hat der Kuschke wieder ein endgeiles Riff aus dem Handgelenk geschüttelt. Nach diesen beiden etwas flotteren Songs packen MOONTOWERS nun mit „The Absence Of Empathy“ den Slo-Mo-Doomhammer aus. Quälend langsam schleift sich die Band durch den Song, während Dommermuth derart verzweifelt klingt, dass man förmlich in Tränen ausbrechen könnte.
Interessant auch das an siebziger Hard Rock gemahnende Gitarrensolo in „Privatuum Inferno“, welches wie ein Turm (sic!) aus der klagenden Riffgitarre herausragt. Auch zu erwähnen der fast sakrale Moment im Titelsong, der dann in einen regelrecht orientalisch anmutenden Part übergeht. „Prometheus“ ist dann wieder ein Midtempostampfer, der sich fürs Slo-Mo-Headbangen super eignet, also das richtige für eingerostetes Altmetall wie mich. Und wer auch dazu zu alt sich fühlt, für den gibt es auch noch einen Schunkelpart im Chorus. Da klingt der Dommermuth regelrecht verträumt.
Der Song geht dann fast nahtlos in das abschließende „Gaias Last Call“ über, indem er das Riff von „Prometheus“ in Akkustikform weiterführt. Geniale Idee! Hier wird der MOONTOWERS- Sänger von Mona Lay unterstützt, welche mit ihren Vocals den besinnlichen Grundgedanken des Stücks zusätzlich unterstreicht. Ein sehr besinnliches, gar berührendes Stück zum Schluss, welches mir doch tatsächlich ein Tränchen ins Auge zauberte.
Der Kuschke hat mir geschrieben, dass er gespannt wäre, mit welchen Bands ich MOONTOWERS‘ neues Album vergleichen würde. Und ich muss den Knaben wohl enttäuschen, denn mir fällt keine ein, die jetzt explizit ins Auge bzw. Ohr springt. Der Bogen von 70er Hard Rock über Heavy Metal bis zum Doom, mit einigen Dark Wave- Einsprengseln, alles unterlegt mit Riffs, die etwas melancholischer wirken, als es DESASTER- Fans üblicherweise vom Riffmeister Kuschke erwarten würden, ergeben doch am Ende ein eigenes Klangbild.
Man könnte fast sagen, dass MOONTOWERS auf „Lethal Messiah“ zwar altbekannte Stilelemente aufgreifen und neu ordnen, sich aber dennoch von Einflüssen freigeschwommen haben. Hier sind alte Hasen am Werk, die ihr Geschäft verstehen und die sich nicht drum scheren, ob sie einem angesagten Trend entsprechen. Ich habe mir soeben die CD geordert, die wohl in Zukunft sehr oft in meinen Player wandern wird.
Das Album ist als CD, als LP (in drei verschiedenen Varianten: schwarz, orange/ivory marbled und als Picture) erschienen. Alles streng limitiert, also haltet Euch ran! Natürlich gibt es das Teil auch in digitaler Form als Download. Und jetzt muss ich mich auch noch für zwei Anspieltipps entscheiden, ohauerha! Da bräuchte ich wohl einen neunseitigen Würfel.
Anspieltipp:
🏰 Towerlords
🔥 Prometheus
Bewertung: 9,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Towerlords
02. Leviathan
03. The Absence Of Empathy
04. Privatum Infernum
05. Kenoma
06. Eviscerator
07. Lethal Messiah
08. Prometheus
09. Gaias Last Call

