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Live on Stage Report – SUMMER BREEZE 2025

vom 12. bis 16.08.2025 – Dinkelsbühl


TAG 3 - Donnerstag, 14.08.2026


Morpheus hat uns heute länger im Klammergriff, was auch gut ist. Denn es sollte nämlich ein verflucht langer Tag werden. Während Teile zu Schattenmann in aller Herrgottsfrühe um 11:30 Uhr an der T-Stage gingen, waren wir erst später zum nächsten Japan-Import an der Mainstage unterwegs. „Konichiwa Summer Breeze!“ brüllt es, und Hanabie. entern die Bühne. Wo bin ich denn jetzt gelandet?

Pinke Neonfarben, die selbst J.B.O. neidisch werden lassen würden. Über die Bühne springende Musikerinnen der Kategorie Superflummi. Halleluja. Chefshouterin Yukina hat die Crowd sofort im Griff und es folgt ein Metalcore-Geballere vor dem Herrn, inklusive exzessiver Staubbildung durch die ganzen Circle Pits.

Spätestens als Bassistin Hettsu sich mit den Worten „I love beer!“ an die Crowd wendet, frisst selbige Hanabie. aus der Hand. Will man Hanabie. beschreiben, dann am besten so: Man nehme Godzilla, ziehe ihn durch einen Altkleidersack, verabreiche ihm eine Dosis LSD mit einer leichten Prise Pink und schon trifft J-Pop/K-Pop auf den Vorschlaghammer.

Ich brauch jetzt was Bodenständiges um das gerade erlebte zu verarbeiten. Gut das mein Hirn durch die Franzosen von Benighted wieder in die richtige Position gerückt wird. Frontsau Julien Truchan hat sichtlich eine teuflische Freude das Infield komplett in ein Kriegsgebiet zu verwandeln. Benighted fegen mit ihrem Brutal Death/Grindcore einmal quer durch ihre Diskographie. Die Blastbeats und Screams die im Stakkato vom aktuellen Album Ekkbom daherkommen oder Tracks wie „Let the Blood Spill Between My Broken Teeth” ebnen die zestörungswütige Crowd wie auch das Infield ein. Merci.

Zum Kontrastprogramm ging es wieder an die Main. Die Bühne betrat eine finnische „Viking-Metal“ Band. Ensiferum. Petri Lindroos seines Zeichens Sänger von Ensiferum, hatte heute ein Doubledate und war bereits mit Warmen auf der Main aufgetreten. Bodenständiger Auftritt ohne viel Geschnörkel. Da braucht es nicht viel, vor allem um die Uhrzeit und bei den Temperaturen nicht. Die mittlerweile deutlich über 30° im Schatten lagen. Ensiferum lieferten mit „Fatherland“, „Token of Time“, und „Heathen Horde“ ein energiegeladenes 45 Minuten Set ab. 

Heute war wohl der Frankreichtag auf dem Summer Breeze. Eine weitere Kapelle aus dem Frankenreich. Landmvrks. Astreiner Metalcore. Die Band gibt es seit 2014 und haben bis dato vier Alben auf die Menschheit losgelassen.  Mit „Creature“, „Death“ und „Blistering“ und noch einigen Songs mehr, hatten sie einen gelungenen Mix dabei und brachten Stimmung zum kochen. Core funktioniert auf dem Summer Breeze. Die Grabenschlampen hatten wieder viel zu tun und wurden den vielen Crowd- und Bodysurfern aber easy Herr der Lage.

Ab zur Weratool- Stage. Dort spielte eine Band, dessen Sängerin wir als Vertretung von Molle von HSB vom Rockharz bereits kannten. Britta Görtz mit ihrer 2020 gegründeten Band HiraesSie legten ein viel zu kurzes aber kraftvolles Melodic Death Metal Set hin und stiegen mit „Through the Storm“, „About Lies“ ein und schlossen mit „Undercurrent“. Hiraes lieferten eine Abriss vor dem Herrn ab. Eine gestopft volle Weratool-Stage. Im Graben war es auch übervoll und siehe da, die unbekannten Gesichter die erst gegen später wieder auftauchen sollten. Persönlich hätte ich bei dem Ansturm Hiraes auf die T-Stage verlegt. Kampfzone beschreibt die Sause ganz gut.

Da man ja schließlich was essen musste steuerten wir einen der vielen Essenstände an. Vorteil der RFID-Chips, man kann bargeldlos zahlen. Das Cashlesssystem setzt sich nunmal durch. Ich finde das persönlich auch sehr gut umgesetzt. Entweder monitären Nachschub über eines der vielen Terminals draufbuchen oder per App. Dies funktioniert erstaunlich gut, bei der deutlich verbesserten Netzabdeckung und z.T. vorhandener offener Wlan-Bereiche.

Gut das ich keinen HDL habe. Ich kann nun wirklich gar nix, wirklich gar nix mit dem Symphonic Trällermetal von Within Temptation anfangen. Dieser Stil verursacht bei mir Blutsturz im Gehörgang. Da finde ich, dass so eine gepflegte Runde Thrashmetal besser zum beginnenden Sonnenuntergang passt als so Katzengejammer. Also treten wir die Flucht in Richtung zu einem der wenigen von mir respektierten Gelbfüsslern an. Einer der 4 apokalyptischen Reiter des Teutonenmetals. Mr. Schmier, die geile Sau von Destruction. Ist Destruction jetzt die Dienstälteste Band aufm Summer Breeze?

Bekomme ich gerade nicht geklärt. Zumindest haben sie ca. 43 Lenze auf dem Buckel und greifen auf ein umfassendes Repertoire zurück. Der Auftritt auf dem Summer Breeze umfasst zahlreiche Tracks aus der frühen Phase der Band und es dürfen natürlich Songs wie „Mad Butcher“ und „Invincible Force“ nicht fehlen. Destruction typisch lassen sie die Tracks sprechen, als dass sie wie die Derwische über die Bühne fegen. Halt typisch Destruction. Wer Thrash suchte, hatte ihn gefunden. Ne Stunde Nackenmassage. Top.

I´ve got to go to T-Stage, wo ein sichtlich verzückter Markus von den Grabenschlampen schon auf den Auftritt einer der Hardcore-Urgesteine aus NY wartete. Wir grinsten uns beide an und ab ging die Luzi. Agnostic Front. Altes Eisen? Nein, auf dem Papier vielleicht. Wenn du seid 1980 den ganzen Jungsspunden zeigts wo der Frosch die Locken hat. Leck mich fett am TSchüpli. Haben die noch Druck und Bewegungsenergie. Wie Roger Miret über die Bühne fegte und diverse Sprünge hinlegte und das mit Baujahr 1964. Stigma ist eh Kult und wollte der nicht mal Bürgermeister von NY werden? Oder Stigma for President. Jedenfalls eine energiegeladene Show die sich mit “AF Stopp“, „The Elimination“ „Dead to Me“ und „My Life My Way aufs Publikum übertrug. Old-school HC Dancemoves und Circlepits en masse. 

Et voila, un nouveau groupe de pop français. Ok, um eine Pop-Gruppe aus Frankreich handelt es sich wahrlich nicht. Manche haben vielleicht noch den Auftritt bei der Olympiaeröffnungsfeier in Paris im Kopf. Einmal das kleine an der Seine liegende Château oder was auch immer das für ein Gebäude war, in rot zu hüllen und stilgerecht abzufackeln. Gojira. 1996 in Frankreich gegründet und fun fact der Name stammt vom japanischen Originaltitel des 1950er „Godzilla“ Films. Gojira kann man nicht in eine starre Schublade stecken. Irgendwie beackern sie ein weites Feld und feuern einen Mix aus Technical Death Metal, Progressive- und Groove Metal und mehr auf einen ab. Gojira legten die Main-Stage des Summer Breeze in Schutt und Asche. Es wurde noch mal ordentlich heiß auf dem mittlerweile angenehmen temperierten Infield, denn sie hatten ordentlich Pyro dabei – und wie. Die Pyros waren über die gesamte Breite der Stage verteilt und auch die Feuertürme auf dem Infield sowie die Pyros auf dem Dach der Stage feuerten aus allen Rohren.

In Kombination mit den Projektionen auf den diversen LED-Drops hat Gojira hier die Messlatte aber sowas von hoch gelegt. Wie sollten das bitte denn die anderen Bands noch toppen. Wie sollte da Maschine Head gegen anstinken. Die Gebrüder Duplantier hatten das Summer Breeze fest im Griff. Während Joe Duplantier mit seinen breiten gefecherten Vocals die Crowd dirigierte, machte sich Mario Duplantier noch einen Pausenspass indem er die Crowd über wechselnde Pappschilder, die er hoch hielt, fragte ob es nicht Zeit für ein Schlagzeugsolo und mehr Geschwindigkeit sei. Entertainment kann Gojira. Tracktechnisch war ein breites Spektrum aus dems Gojira -Universums dabei „Only Pain“, „The Axt“, „Backbone“, “Flying Wales“ und natürlich “Mea Culpa (Ah! Ah! Ça ira)“ der inoffziellen Olympiaahymne.

Leider ist dem Gojira-Auftritt Iotunn die parallel auf der T-Stage gespielt haben zum Opfer gefallen. Wollte ich eigentlich auch sehen. Schade. 

Es war Zeit für eine Pause. Nahrungsaufnahme und Flüssigkeitshaushalt ausgleichen. Es sollte ja noch ein paar Stunden gehen. Donnerstag und vorallem der Freitag hieß es kämpfen. Wir haben uns dann noch nebenher die griechischen Schattenkrieger von Septicflesh reingezogen. Gefühlt haben sie nur ein Album beackert. Ihr letztes, Modern Prmitiv. Die symphonische Ausrichtung passte super zu der düsteren Bühne. 

Aber die Luft war echt solangsam raus. Die Reisetruppe wurde gefühlt immer kleiner. Sei es der Uhrzeit, den Temperaturen oder des Pegels geschuldet. Hilft ja alles nix, ich habe mich dann zum eigentlichen Co-Headliner des Donnerstag aufgemacht. Aus dem Nebel russische Befehle.Es war Zeit den Schützengraben an der Mainstage bei Kanonenfieber zu betreten. Man mag sie oder man mag sie nicht. Für mich gilt ersteres. Dieses kleine Noise´sche Seitenprojekt, das dieses so durchzündet. Chapeau. Während das Weltkriegssetup von Sabbaton lächerlich wirkt, kommt bei Kanonenfieber die Düsternis des Abnutzungskrieges perfekt rüber. Schützengräben aus Stacheldraht , Sandsäcken, Geschütze, Pyro en Masse, alles wird aufgefahren. Die Performance ist an diesem Abend überragend. Nicht ohne Grund wurde der Auftritt komplett medial aufgezeichnet. Eine großartig gespielte Show, wie bei Gojira bildet das Licht / Pyro eine Ummalung für Songs wie „der Maulwurf“, „Menschenmühle“ oder „Lviv zu Lemberg“

Zum Abschluss bin ich dann noch als letzter Verbliebener zum sexy Sound aus der Hafenstadt. Ne nicht Hamburg, Bremen. Erinç und Hanno von Mantar. Das ist auch eine Band die mag man oder halt nicht oder kommt mit dem ungewöhnlichen Bühnensetup zurecht. Ein Gitarrist und ein Schlagzeuger, die sich auf der Bühne gegenüber stehen äh sitzen. Der Platz vor der T-Stage ist für die Uhrzeit erstaunlich gut gefüllt. Um 2.15 noch so ein Abrisskommando positionieren, Summer Breeze, bitte?

Obwohl für die Uhrzeit haben die zwei echt Bock und rotzen ihr Set dreist in Richtung Crowd. Garniert wird das Mantar-üblich mit den freundlichen Ansagen und Nachfragen von Hanno, getreu nach dem Motto „sagt mal habt ihr heute nicht schon genug auf die Fresse bekommen“ Nachdem sie meine Favorits „Halsgericht“, „Era Borealis“ oder „Hang'em Low (So The Rats Can Get'em)“ runtergeprügelt hatten konnte ich mit einem dicken Grinsen den Heimweg antreten. Wohlwissend das in spätestens 5.5h der Terror wieder losgeht.




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