HROTHGAR – Tales Of Valhöll (2026)
(10.342) Maik (8,9/10) Melodic Death Metal
Label: D.I.Y.
VÖ: 07.07.2026
Stil: Melodic Death Metal
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Eine Band, die sich HROTHGAR nennt, nach einem mythischen Dänenkönig aus der Beowulf-Saga, melodischen Death Metal spielt, der sich thematisch um die nordische Mythologie und die Wikingerära dreht, deren Plattencover der gute alte Odin ziert und die auch noch aussehen, als wären sie gerade vom Drachenboot gesprungen – alles klar. Das können nur Schweden sein. Könnte man meinen. Tut man vielleicht auch.
Und schon fällt man vom Holzweg direkt ins Meer und wird von den Töchtern Rans in die Tiefe gezerrt, denn besagte Band kommt aus Frankreich, genauer gesagt aus der Auvergne. Die kann wettertechnisch auch im Sommer schon etwas rau sein, wie ich während zweier Campingaufenthalte dort bemerken „durfte“. Demzufolge könnte es dem Fünfer leichtgefallen sein, sich in nordische Gefilde hineinzudenken.
Besagte HROTHGAR haben nun ihr lang spielendes Zweitwerk veröffentlicht, welches „Tales Of Valhöll“ heißt und uns wieder in die Welt der nordischen Götter, Monster und Menschen entführt.
Dabei ist melodischer Death Metal auch eher eine grobe Umschreibung, denn HROTHGAR bedienen nicht die heute mit diesem Subgenre verbundenen Klischees. Das beginnt schon mit dem growlenden Gesang von Quentin Peyrouse, der eher in Richtung Johnny Hedlund als in Richtung Anders Fridén geht.
Auch rifftechnisch erweitern HROTHGAR ihre Sicht auf den Melodeath, denn einige Riffs könnten auch dem Pagan Metal entlehnt sein, wie eben „Blazing Stones“, der mich ein wenig an WOLFCHANT erinnerte. Das Solo würde auch ganz gut zu einer Irish-Folk-Metal-Band passen.
„Fight You Like A Beast“ würde, mit klarem Gesang, auch locker als Epic Power Metal durchgehen, inklusive Heldenchören und stampfendem Rhythmus.
„Hraesvelgr“ überrascht mit einem fast verträumt wirkenden Solo im Kontrast zu harschem, nahezu Black-Metal-lastigem Riffing.
Beim Song „Giant“ fühlte ich mich, insbesondere was die Gesangslinie angeht, ein klein wenig an UNLEASHED erinnert. Ebenso bei den Strophen von „Fenrir’s Fate“. Und das abschließende „The Kraken“ zieht noch mal alle Register. Der ist mit fast siebendreiviertel Minuten auch der längste Song auf dem Album.
Womit wir schon beim einzigen Minuspunkt für mich sind. Einige Songs sind etwas zu lang geraten und scheinen sich länger zu ziehen, als sie sind. Nun, zu ausladenden nordischen Sagas passt das ja auch irgendwie. Insgesamt gleichen HROTHGAR dies aber durch Abwechslungsfreude und Stilvielfalt aus, und so gestalten sich die „Tales Of Valhöll“ doch sehr unterhaltend.
Den Franzosen ist es mit dem Album gelungen, doch recht erfolgreich an den Pfosten der nordischen Hochsitze zu sägen. Die Mischung aus Melodic Death, Death Metal, Black Metal, Pagan Metal und Epic Metal ist sehr ausgewogen und macht Spaß. Also Kettenhemd an, Trinkhorn in die Faust und Lindisfarne gestürmt, nordische Horden! Physische Exemplare der Scheibe gibt es noch nicht, aber vielleicht findet sich ja ein Label kompetent genug, die „Tales Of Valhöll“ auch anfassbar auf den Markt zu bringen.
Anspieltipps:
🔥 Jörmundgandr
⚔️ The Kraken
Bewertung: 8,9 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Jörmundgandr
02. Face To Face
03. Fight You Like A Beast
04. Hræsvelgr
05. Blazing Shores
06. Giant
07. Ulfhednar
08. The Voyager
09. Fenrir’s Fate
10. The Kraken

