SPEEDSLUT – Cimbrian Rites (2026)
(10.322) Olaf (8,5/10) Thrash Metal
Label: Listenable Records
VÖ: 26.06.2026
Stil: Thrash Metal
Der Name SPEEDSLUT klingt ungefähr so subtil wie eine Kettensäge in einer Bibliothek – und genauso wenig Interesse hat dieses dänische Quartett daran, Kompromisse einzugehen. Aus dem Norden Jütlands stammend, haben sich Frederik Klitte, Tomas Dikinis, Andreas Reinholt und Malthe Ørvad mit ihrer ersten EP bereits einen Namen im Underground gemacht. Nun folgt mit Cimbrian Rites der erste Langspieler, der den eingeschlagenen Weg konsequent weitergeht. Statt moderner Spielereien gibt es eine hemmungslose Verbeugung vor den frühen Tagen des Speed Metals, irgendwo zwischen Raserei, Lederjacke und Benzingeruch.
Und meine Fresse macht das Spaß.
Wer hier Innovation sucht, darf sich gerne woanders anstellen. SPEEDSLUT interessieren sich nicht für Trends, sondern ausschließlich dafür, ob das Gaspedal noch ein paar Millimeter weiter Richtung Bodenblech gedrückt werden kann. Die Scheibe rennt vom ersten bis zum letzten Ton, als hätte jemand den Tachobegrenzer ausgebaut. Dazu diese herrlich rumpelnden Roto-Drums, die dem Ganzen einen wunderbar nostalgischen Anstrich verleihen, ohne wie ein billiger Retro-Gag zu wirken. Genau so muss Speed Metal klingen, wenn er dreckig, gefährlich und lebendig bleiben soll.
Dabei merkt man der Band an, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht hat. Das Songwriting besitzt trotz aller Raserei Struktur, die Gitarren harmonieren hervorragend miteinander und liefern permanent messerscharfe Riffs ab. Immer wieder blitzen diese herrlich hysterischen Leads auf, die sofort Erinnerungen an die große Frühphase des Genres wachrufen. Im Fahrwasser von Vulture fühlen sich die Dänen sichtlich wohl, wirken dabei aber niemals wie eine plumpe Kopie. Sie haben genügend eigenes Feuer unter dem Kessel, um der ganzen Angelegenheit ihren eigenen Stempel aufzudrücken.
Auch die Produktion trifft genau den richtigen Nerv. Rau genug, um authentisch zu wirken, gleichzeitig druckvoll genug, damit jedes Riff wie ein Vorschlaghammer einschlägt. Nichts wirkt steril oder überpoliert. Stattdessen bekommt man das Gefühl, als stünde die Band direkt vor einem im Proberaum und würde sämtliche Verstärker gleichzeitig auf elf drehen.
Besonders gefällt mir, dass Cimbrian Rites trotz seines enormen Tempos nie in monotones Dauergeprügel verfällt. Kleine Tempowechsel, melodische Einschübe und immer wieder diese herrlich giftigen Gitarrenläufe sorgen dafür, dass das Album über die komplette Spielzeit spannend bleibt. Man hört deutlich, dass die Musiker nicht nur Geschwindigkeit beherrschen, sondern auch wissen, wann ein Song atmen darf, bevor erneut der nächste Vollgasangriff startet.
Inhaltlich passt ebenfalls alles ins Bild. Krieg, Tod, Reiter der Finsternis, Weltuntergang und morbide Rituale bilden den passenden Soundtrack für diese Hochgeschwindigkeitsfahrt ohne funktionierende Bremsen. Genau so muss traditioneller Speed Metal klingen und aussehen – kompromisslos, laut und mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Für mich ist Cimbrian Rites eine verdammt geile Scheibe geworden. Speed pur, Roto-Drums noch und nöcher und eine Spielfreude, die praktisch aus jeder Sekunde tropft. Diese Bengel machen einfach mega Laune und erinnern daran, warum dieses Genre bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat.
Am Ende bleibt ein Debüt, das nicht versucht, die Welt neu zu erfinden, sondern sie mit Vollgas zu überrollen. SPEEDSLUT liefern genau das ab, was ihr Bandname verspricht: ungezügelte Energie, jede Menge Herzblut und Riffs, bei denen man automatisch die Luftgitarre auspackt. Wer nach dem letzten Ton keinen Nackenmuskel spürt, hat das Album entweder stumm gehört oder versehentlich Schlager aufgelegt.
ANSPIELTIPPS
🔥Pestridden Stallions
💀Whores of Speed
⚔️Cimbrian Rites
Bewertung: 8,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Pestridden Stallions
02. Asbestos born wrath
03. Dark Night Riders
04. Into the Grave
05. No one escape Death
06. Stencho f Evil
07. Armageddon
08. Whores of Speed
09. Cimbrian Rites

